Musiktheater

In der Opernküche ist der Teufel los

Es schmeckt! Szene aus der Kinder-Koch-Oper „Teufels Küche“, zurzeit zu sehen am Musiktheater im Revier.

Foto: Martin Möller

Es schmeckt! Szene aus der Kinder-Koch-Oper „Teufels Küche“, zurzeit zu sehen am Musiktheater im Revier. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Das Gelsenkirchener Musiktheater im Revier begeistert Kinder ab fünf Jahren mit der Koch-Oper „Teufels Küche“.

Das Rezept geht auf, auch wenn in dieser Küche wahrlich der Teufel los ist! Zusammen mit drei nicht minder durchgeknallten Gehilfen entsteigt der Satan der Hölle und verwandelt das Kleine Haus des Musiktheaters im Revier in einem wahren Hexenkessel. Die vier teuflischen Gesellen bringen die Stimmung im Parkett und auf dem Rang mühelos zum Brodeln.

Die Kochoper „Teufels Küche“ von Moritz Eggert für Kinder ab fünf Jahren unterhält derzeit mit einer trashigen Performance voller Rhythmus und clownesker Pantomime. Das Publikum, es löffelt diese musikalisch heiße Suppe bis zum letzten Löffel bzw. bis zur letzten Sekunde begeistert aus.

Schrottige Zauber-Maschinen

Dabei erzählen die vier Musiker und Schauspieler keine komplizierte Geschichte. Der Reiz dieses Theaters, das nicht wirklich eine Oper ist, denn gesungen wird überhaupt nicht, besteht in einem überbordenden Reigen aus abgedrehten Bildern und Szenen voller Witz und schrägem Sound. Irgendwo passiert ständig etwas, irgendwo klingt immer ein neuer Sound.

Dass einige der Akteure wie Sebastian Schiller als Teufel Mitglieder der bekannten Steampunk-Band „Coppelius“ sind, verheimlicht das Spektakel rund um selbstgebaute, schrottige Zauber-Maschinen und verstaubte Dinge aus alter Zeit nicht.

Keller wie eine Rumpelkammer

Die mit Requisiten vollgestopfte Bühne und die bunten Kostüme (Helke Hasse) wirken wie in einer Rumpelkammer zusammengeklaubt. Kessel, Töpfe, Pfannen, Geschirr und Besteck, dazu eine alte Musicbox, eine Theke und vieles mehr. In diesem Ambiente startet die Show mit einem Video direkt aus der Hölle: Der Teufel braucht Luftveränderung. Per Zauber-Flug-Bonbons geht die Reise los, doch die Truppe landet statt am Strand in einem zugemüllten Keller bzw. auf der Bühne. Für die Weiterfahrt bastelt sie an neuen Zauberbonbons, rührt in allen Töpfen, werkelt an schrägen Apparaturen.

Dabei macht das aufgedrehte Quartett abgedreht-pfiffige Musik mit allem, was ihm in die Finger gerät. Sämtliche Alltagsdinge mutieren zu Instrumenten.

Alltagsgegenstände machen Musik

Und das ist die eigentliche Botschaft dieser schrägen Kochoper: Jeder Gegenstand macht mit ein bisschen Fantasie und Geschick einen satten Sound. Man muss nur ausprobieren und hinhören. Da erklingt die Glasharfe ebenso wie die singende Säge, da verwandelt sich der Kochtopf in eine Trommel, das Besteck rasselt, Gläser klirren, Pfannen scheppern. Dazu gesellen sich echte Instrumente wie Violoncello (Ingo Schiller), Klarinette (Matthias Schiller) und Percussion (Pavel Bialiayeu).

Am Ende entwickelt der teuflische Herr dann tatsächlich die Zauberbonbon-Maschine, verteilt die Drops an seine Gehilfen und mit Taucherbrille und Gummipalme geht’s auf die Insel.

Die Kinder am gestrigen Dienstag waren konzentrierte Zuschauer. Und der Junge in der Vorreihe hatte alles verstanden: Er klopfte mit seinen Händen auf der Armlehne den Rhythmus perfekt mit!

Die Vorstellungen und die Tickets

Die Kochoper „Teufels Küche“ für Kinder ab fünf Jahren ist noch bis zum 19. Dezember im Kleinen Haus des Musiktheaters zu sehen.

Termine: 23. November (9.30 Uhr), 4. und 5. Dezember (je 9.30 Uhr), 9. und 17. Dezember (je 16 Uhr), 18. und 19. Dezember (je 9.30 Uhr).

Karten kosten 10 Euro, ermäßigt 7,50 Euro. Es gibt sie an der Theaterkasse, Kennedyplatz oder unter 0209 4097-200.

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