Fundstücke

Im Gelsenkirchener Fundbüro landet alles, was verloren wird

Es steht noch ein Koffer im Fundbüro im Hans-Sachs-Haus. Michael Kleina, Henning Beckmann und Michael Leimkötter mit Fundstücken, die in Gelsenkirchen abgegeben worden sind. 

Es steht noch ein Koffer im Fundbüro im Hans-Sachs-Haus. Michael Kleina, Henning Beckmann und Michael Leimkötter mit Fundstücken, die in Gelsenkirchen abgegeben worden sind. 

Foto: Frank Oppitz

Gelsenkirchen.   Dokumente, Pässe, Handtaschen, Handys, Räder, Brillen oder Gehstöcke – alles wird in Gelsenkirchen verloren und manches im Fundbüro auch wieder abgeholt.

Eigentlich sollte es ja auffallen, wenn man irgendwo sein Fahrrad stehen gelassen, den Koffer vergessen oder keine Papiere mehr hat. Aber so scheint es nicht zu sein. Denn im Fundbüro der Stadt ist der Keller wieder einmal voll mit Fahrrädern, Schlüsseln und anderen Fundsachen, die man eigentlich vermissen müsste. Ende November werden wieder 40 Räder Interessierten angeboten, die sie dann ersteigern können.

Zweimal im Jahr führen wir eine Versteigerung durch“, sagt Henning Beckmann, der schon seit 20 Jahren in dem Bereich tätig ist. „Die meisten gehen wohl davon aus, dass man seine Sachen, wenn man sie verloren hat, sowieso nicht wieder bekommt“, schätzt Teamleiter Michael Kleina das Verhalten der Menschen ein. Viele würden eben eher einen neuen Pass beantragen, als sich an das Bürgercenter zu wenden, das allerdings auch die Personen über gefundene Papiere informiert. „Manchmal reagieren die Menschen aber überhaupt nicht“, sagt Beckmann.

Lautsprecher oder ein präparierter Leopardenkopf

Dokumente, Pässe – auch ausländische – Handtaschen mit Inhalt, Handys, Räder, Brillen, Gehstöcke und Schmuck – alles Gefundene kommt irgendwann im Fundbüro an. Selten hat man es allerdings mit hochwertigen Lautsprechern oder einem präparierten Leopardenkopf zu tun, der auch schon einmal unter den Fundsachen war. Auch die Polizei sammelt die abgegebenen Stücke und übergibt sie von Zeit zu Zeit der Stadt. Sollten Waffen gefunden werden, gehen sie aber nur in eine Richtung: zur Polizei.

„Wenn jemand anruft und nach seinem verloren gegangenen Besitz fragt, raten wir, zwei bis drei Wochen zu warten. Oft tauchen die Dinge dann bei uns auf und man kann dem Besitzer die Sachen zurückgeben“, erklärt Michael Leimkötter. Natürlich würde auch geprüft, ob das, was als verloren gemeldet worden ist, tatsächlich zu der Person gehört, die beim Bürgercenter nach den Sachen fragt.

Alles wird in internen Registern dokumentiert

Wer sein Fahrrad versichert hat und über die Versicherung ein Neues für sein vermeintlich gestohlenes haben will, muss dann eine Bestätigung des Bürgercenters einreichen, dass das Rad dort nicht ist, damit er das Geld bekommt.

„Alles, was gefunden und hier abgegeben wurde, wird dokumentiert. Was wurde wo und wann gefunden“, beschreibt Beckmann die Vorgehensweise. „Bei Nachfragen können wir ins interne Register gucken und sehen, ob es bei anderen Bürgerbüros abgegeben wurde“, sagt Michael Kleina.

Möglich ist auch, dass ein Fundstück, zum Beispiel ein Fahrrad, bei dem Finder solange bleibt, bis sich der Besitzer entweder meldet oder die vorgeschriebene Wartezeit von sechs Monaten vorbei ist. Dann darf das Fundstück weitergegeben werden. Dann wird natürlich genau dokumentiert, wer der Finder ist, was genau gefunden wurde, wo und wann.

Rückgabe gegen eine geringe Gebühr

Wer seine verlorenen Gegenstände zurückhaben möchte, muss eine geringe Gebühr bezahlen: Fünf Euro für einen Wert zwischen fünf und 125 Euro, zehn Euro für einen Wert zwischen 150 und 500 Euro. Einen Finderlohn von – in der Regel – fünf Prozent des Schätzwertes erhält man bei Waren bis 500 Euro, übersteigt der Geld- oder Sachwert 500 Euro, so hat der Finder Anspruch auf drei Prozent des restlichen Wertes.

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