NRW Wahl

Hunderte demonstrieren bei der AfD-Kundgebung in Buer

Ein Großaufgebot der Polizei hielt Demonstranten – hier ein Bild am Eingang zur Hochstraße – und AfD-Sympathisanten

Foto: Thomas Schmidtke

Ein Großaufgebot der Polizei hielt Demonstranten – hier ein Bild am Eingang zur Hochstraße – und AfD-Sympathisanten Foto: Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen.  Die Partei hat ihre Abschlusskundgebung vor der Wahl auf der Hochstraße veranstaltet. Ein Großaufgebot der Polizei hielt die Lager auf Abstand.

Die junge Kassieren im Backshop an der Ecke weiß gar nicht, was da auf der schwarz verkleideten und von vielen Polizisten umzingelten Bühne vor dem Laden eigentlich los ist. Eine Kundin klärt auf: „Das ist eine AfD-Wahlkampfveranstaltung. Frauke Petry und Marcus Pretzell sollen wohl auch kommen.“ Die junge Frau macht große Augen: „Krass!“

Viel Radau gegen die unerwünschte Partei

Freitagnachmittag in Buer, kurz vor 16 Uhr: Die Polizei versperrt den Zugang zur Hochstraße. Vor den Beamten drängelt eine bunte Masse von Gegendemonstranten. Linke, SPD, Falken, Grüne, Stadtjugendring, FDP Schalker Fan-Ini, Gewerkschaften, Kirche. Die Stadtgesellschaft ist gut vertreten, um Radau gegen die unerwünschten Rechtspopulisten der Alternative für Deutschland (AfD) zu machen.

Auf der anderen Seite, am Ende des abgesperrten Kundgebungsraums, haben sich weitere Gegner formiert, darunter die MLPD, die das Lagerlied von Börgermoor anstimmt: die Moorsoldaten. Auch Oberbürgermeister Frank Baranowski und Kämmerin Karin Welge schauen sich am Kundgebungsort um. Auf dem Goldbergplatz steht ein „Basislager“ der beteiligten Gruppen.

Plötzlich kracht ein Böller

Als Guido Reil, AfD-Kandidat aus Essen und auch „der Steiger“ genannt, am Zugang zur Hochstraße vorfährt, brandet ein hundertfaches „Hau ab“ und „Nazis raus“ begleitet von Trillerpfeifen auf. Es herrscht nervöse Stimmung. Die Polizei kann nicht verhindern, dass Reil abdrehen muss: kein Durchkommen. Jedenfalls jetzt nicht.

Gegen 16.30 Uhr setzen Beamte Helme auf und kesseln die in Sichtweite zur Bühne am Boden sitzende Menschentraube – darunter wohl auch Ultras – ein, um sie zu verdrängen. Plötzlich kracht ein Böller, die Stimmung ist angespannt. Die als „große AfD-Abschlusskundgebung“ vor der Landtagswahl angekündigte Veranstaltung beginnt mit Verspätung, immer wieder begleitet von Pfiffen und „Haut ab“-Gebrüll.

Frauke Petry und ihr Mann Marcus Pretzell, der NRW-Spitzenkandidat, sind noch nicht da – sie werden auch nicht erscheinen.

Dafür sprechen Jan Preuß, Gelsenkirchener Kandidat, und Steiger Reil. Der macht den Demonstranten eine Ansage: „Ich habe 30 Jahre Kohle gefressen und von euch Witzfiguren lasse ich mich nicht einschüchtern!“

Zwei kurzfristige Festnahmen wegen Beleidigung

Preuß spricht über eines seiner Kernthemen: Bildung,. Er fordert mehr Lehrer. Reil nimmt sich die Sicherheitspolitik vor, fordert mehr Polizisten.

Rein optisch sind zumindest hier und jetzt sehr viele im Einsatz, um die etwa 200 Leute vor der Bühne – das sind nicht nur AfD-Anhänger – und die lautstarken über 500 Gegendemonstranten auf Abstand zu halten. Zwei Leute werden am Ende der Veranstaltung kurzfristig in Gewahrsam genommen, weil sie Polizisten beleidigt haben. Sie sind wieder auf freiem Fuß.

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