Bilanz: Beutel-Spender

Hundekot-Tüten landen nicht im Müll, sondern auf der Straße

Wie die Sache mit den Hundekotbeuteln (richtig) funktioniert, zeigten 2014 (v.l.) Bezirksbürgermeister Joachim Gill, Tina Sing, Lutz Dworczak (SPD-Stadtverordneter) und Sabine Otthöfer (Gelsendienste).

Foto: Michael Korte

Wie die Sache mit den Hundekotbeuteln (richtig) funktioniert, zeigten 2014 (v.l.) Bezirksbürgermeister Joachim Gill, Tina Sing, Lutz Dworczak (SPD-Stadtverordneter) und Sabine Otthöfer (Gelsendienste). Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen-Horst.  Gute Erfahrungen hat Gelsendienste mit den Hundekot-Beutelspendern (nicht nur) in Horst gemacht. Aber nicht alle Tüten landen im Müll.

Jeder kennt sie, jeder hasst sie: die Hinterlassenschaften von Hunden auf Straßen und in Grünanlagen. Dass deren Halter sie eigentlich zu entsorgen haben, ignorieren etliche von ihnen gerne, auch mit dem Hinweis, die nötige Tüte vergessen zu haben. (Nicht nur) diese Frauchen und Herrchen hatte die Stadttochter Gelsendienste im Blick, als sie im Spätsommer 2014 in Horst das Pilotprojekt „Hundekot-Beutel-Spender“ startete. Mittlerweile stehen diese auch in anderen Stadtteilen, weitere Standorte sollen folgen. Verbunden freilich mit der Hoffnung, dass alle gefüllten Tüten dann auch wirklich im Müll landen – und nicht im Gebüsch.

Die Erfahrungen zeigen, dass die Beutelspender gut angenommen werden. Es ist ein Rückgang der Verunreinigungen im direkten Umfeld zu verzeichnen“, zieht Gelsendienste-Sprecher Tobias Heyne nach drei Jahren eine positive Bilanz. Dabei haben nicht nur die Hundehalter, sondern auch Gelsendienste ihre Lektion gelernt: „Wir setzen seit einiger Zeit nur noch rote Beutel ein. Wie Erfahrungen aus anderen Kommunen zeigen, steigert die Signalfarbe offensichtlich die Hemmschwelle, die Beutel unsachgemäß zu entsorgen.“

Gelsendienste: Gute Erfahrungen mit Paten gemacht

Denn dass mit Kot gefüllte Tütchen achtlos ins Grün geworfen werden, komme immer wieder vor, bedauert Heyne. Was als Beitrag zum besseren sozialen Miteinander beabsichtigt war, erhöht damit mitunter das Arbeitsaufkommen für Gelsendienste-Mitarbeiter: „Diese Beutel müssen im Rahmen unserer regelmäßigen Reinigung wie anderer Abfall auch aufgesammelt und im Restmüll entsorgt werden.“

Im Stadnorden befinden sich die Beutelspender unter anderem im Park rund um Schloss Horst, an der Horst-Gladbecker-Straße, der St.-Hippolytus-Kirche, an der Grünfläche Kranefeld-/Strunden-straße, an der Marferdingstraße (alle in Horst) und in Erle in der Grünanlage auf dem Autobahndeckel der A 2 sowie in der Darler Aue. Erst in der vergangenen Woche wurden drei Spender entlang der Schaffrath-Promenade aufgestellt, so dass von stadtweit 30 Standorten nun insgesamt 19 im Stadtnorden zu finden sind.

Weitere Beutelspender sind noch geplant

Weitere sind in den Berger Anlagen, in der Hülser Heide und an der Hundewiese in Beckhausen-Rosenhügel geplant. Auch mit den Paten, die die Spender mit Beuteln nachrüsten, hat Gelsendienste gute Erfahrungen gemacht. „Je nach Nutzung müssen die Behälter mehrmals pro Woche aufgefüllt werden. Da sind uns die Paten eine große Hilfe“, lobt Heyne.

Weniger schön: Einige Beutelspender mussten schon wegen Vandalismusschäden ausgetauscht werden. Ein Exemplar kostet inklusive Befestigungsmaterial und Anbringung rund 250 Euro. Pro Jahr kommt – bei einem Durchschnittsverbrauch von 25 Beuteln pro Spender und Tag – eine zusätzliche Summe von 150 Euro im Jahr zusammen. Und die Hundehalter, die „Tretminen“ nicht entsorgen? „Sie begehen eine Ordnungswidrigkeit, für die laut ordnungsbehördlicher Verfügung fünf bis 1000 Euro fällig werden können“, so Stadtsprecher Martin Schulmann. Zuständig dafür ist der Kommunale Ordnungsdienst, der durch alle Stadtteile Streife laufe.

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