Amtseinführung

Heimspiel für Pastor Marius Schmitz in St. Urbanus

Ein „eingespieltes Team“: Pastor Marius Schmitz (l.) und Propst Markus Pottbäcker in St. Urbanus.

Foto: Thomas Gödde

Ein „eingespieltes Team“: Pastor Marius Schmitz (l.) und Propst Markus Pottbäcker in St. Urbanus. Foto: Thomas Gödde

Gelsenkirchen-Buer.   Neues Amt, gleicher Ort: Nach dreieinhalb Jahren als Kaplan in St. Urbanus wurde Marius Schmitz nun als Pastor eingeführt.

Der neue St.-Urbanus-Pastor ein Senkrechtstarter? Nein, in diesen Kategorien denkt die katholische Kirche nicht so gerne. Trotzdem, räumt Personaldezernent Kai Reinhold vom Bistum Essen auf WAZ-Anfrage ein, sei es so alltäglich nicht, in der einzigen Gemeinde-Station der Kaplan-Zeit auch Pastor zu werden – wie Marius Schmitz am Wochenende.

„Lebenserfahrung, Integration in die Gemeinde: Es hat nun mal alles gepasst“, so die Begründung Reinholds. Auch Pastor Schmitz erlebt es so; und der 34-Jährige sollte es wissen nach dreieinhalb Jahren in Buer.

Zweijährige „Findungsphase“ vor der Priesterweihe

Einen Weg unüberlegt einzuschlagen, ist seine Sache nicht, wie der Blick auf seine Biografie zeigt: Geboren und aufgewachsen in Duisburg-Buchholz als Sohn einer Friseurin und eines Ingenieurs, eng verbunden mit seiner Heimatgemeinde St. Judas Thaddäus, entschloss er sich bereits direkt nach dem Abitur als 19-Jähriger, Priester zu werden. Er studierte Theologie in Bochum und München, machte 2009 seinen kirchlichen Abschluss, absolvierte anschließend ein Gemeindepraktikum in Mülheim-Styrum – und fragte sich dann, „ob ich wirklich schon so weit bin. Schließlich ist der Beruf des Priesters ja auch die Entscheidung für eine Lebensform mit dem Verzicht auf eine eigene Familie.“

Zwei Jahre dauerte diese „Findungsphase“, wie er sagt, in der er als Latein- und Religionslehrer an einem Duisburger Gymnasium arbeitete. 2012 ließ er sich dann doch zum Diakon und 2014 zum Priester weihen. „Es ist wohl diese romantische Vorstellung von Gemeinde als Zuhause, wie ich es als Kind und Jugendlicher erlebte, die mich zu diesem endgültigen Entschluss gebracht hat“, so Schmitz. „Am Ende habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.“

Citypastoral in ökumenischer Verantwortung

In Buer (seit 2014) „sind Propst Pottbäcker und ich ein gut eingespieltes Team“, genießt er den Heimvorteil, der ihm das neue Amt erleichtern wird. „Ich werde jetzt mit Gemeindereferentin Michaela Cornelius verantwortlich für die Erstkommunion-Vorbereitung sein. Auch für den Kontakt zum St.-Urbanus-Kindergarten bin ich nun zuständig, was ein wichtiges Feld ist.“

Dass die Zahl der Taufen, Beerdigungen und Trauungen jetzt, da Propst Markus Pottbäcker mit einer halben Stelle auch die Leitung der St.-Augustinus-Pfarrei im Stadtsüden übernommen hat, für ihn deutlich zunehmen wird, ist Schmitz bewusst. Mehr Werktagsgottesdienste, die Betreuung kirchlicher Gruppen und des Vernetzungsgremiums Gemeindekonferenz, dazu die Firm-Vorbereitung auf Pfarreiebene und – eine Herzenssache – die Citypastoral in ökumenischer Verantwortung: Der Anforderungskatalog seines neuen Amts als Pastor in St. Urbanus ist bunt. Schließlich soll er Pottbäcker vor Ort entlasten.

Blau und weiß dagegen ist Schmitz’ Fußballgarnitur – jedenfalls im übertragenen Sinne. „Natürlich drücke ich Schalke die Daumen, auch wenn mein Herz noch am MSV Duisburg hängt. Aber die kommen sich ja derzeit nicht in die Quere.“ Ansonsten spielt der neue Pastor in seiner Freizeit Altsaxophon, gerne auch mal öffentlich, geht in Theater und Konzerte, liest Krimis und kocht, durchaus auch mal gegen den Strich: „Mein Lieblingsrezept ist Spaghetti Bolognese mit Rotwein, Schokolade und Zimt.“

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