Ingo Zamperoni zu Gast

Heimatforscher und TV-Moderator auf Bergbau-Spuren in Erle

Heimatforscher Hubert Kurowski (r.) führte den „Tagesthemen“-Moderator Ingo Zamperoni auf den Spuren des Bergbaus durch Erle.     

Heimatforscher Hubert Kurowski (r.) führte den „Tagesthemen“-Moderator Ingo Zamperoni auf den Spuren des Bergbaus durch Erle.     

Foto: ANB

Erle.   Auf den Spuren von Bergbau und Strukturwandel führte der Heimatforscher Hubert Kurowski den TV-Journalisten Ingo Zamperoni durch Erle.

Was vom Bergbau übrig blieb – und was die Menschen daraus machen: Darüber hat Hubert Kurowski, pensionierter Lehrer und emsiger Heimatforscher, viel erzählt und publiziert. Nun gab er dem „Tagesthemen“-Moderator Ingo Zamperoni dazu Anschauungs-Unterricht vor seiner Haustür. Der Journalist war samt Kamerateam nach Erle gereist, um Material für einen ARD-Beitrag zu sammeln, der rechtzeitig zur Aufgabe des Steinkohle-Bergbaus Ende dieser Woche gesendet werden soll.

„Für Ingo Zamperoni war es der erste Besuch in Gelsenkirchen. Entsprechend neugierig war er, die verschiedenen Facetten kennenzulernen“, berichtet Kurowski. Einen Tag lang führte er den 44-Jährigen durch „seinen“ Stadtteil Erle, durch Bismarck, Schalke und Teile von Buer, immer auf der Suche nach (steinernen) Zeitzeugen der Kohleförderung, aber auch nach Beispielen für den Strukturwandel.

Koloniealltag mit Wechselschicht und offenen Häusern

Er führte ihm etwa die Gartenstadt-Siedlung und die Cranger Straße in Erle vor. „Besonders beeindruckt zeigte sich Herr Zamperoni vom Schievenviertel mit den alten Zechenhäuschen und der Trinkhalle ,Mummel’.“ Dort erzählte Kurowski dann vom Alltag in der Kolonie: vom Kommen und Gehen der Kumpel durch die Wechselschichten, dem Lärm Fußball spielender Kinder auf den Straßen und den „offenen Häusern“. „Die Haustüren waren damals ja nicht abgeschlossen, weil es keine Klingeln gab.“

Nach Stippvisiten in Schalke ging’s zur neuen Marina Graf Bismarck. „Wo im Zechenhafen einst Kohleschiffe lagen, sind nun Yachten festgemacht. Für ältere Leute ein ungewohnter Anblick“, so Kurowski. Die „gute alte Zeit“ zu idealisieren, kam dem Heimatforscher aber auch kurz vor dem Ende des Kohlebergbaus nicht in den Sinn. So verwies er auf die Umweltverschmutzung und nicht zuletzt die vielen Todesfälle in den Bergwerken.

Am Ende der achtstündigen Sightseeing-Tour, während der er das Team zum Teil im eigenen Auto durch die Stadt kutschiert hatte, zeigte sich auch Kurowski beeindruckt von seinem „TV-Erlebnis“. „Es war eine tolle Erfahrung und hat riesig viel Spaß gemacht.“ Was er als Bilanz den Journalisten mit auf den Weg gab? „Der Bergbau hat uns zweifellos geprägt. Aber wir sollten nun nicht in Schockstarre verfallen, sondern durchatmen und einen Neuanfang wagen.“

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