Projekt

Handwerk und Zahnärzte finden beim Kariestunnel zusammen

Dr. Dagwin Lauer (l.) und Kreishandwerkerschafts-Geschäftsführer Egbert Streich mit Clemens (vorne), Tabea und Jeremy im Kariestunnel. Fotos:Joachim Kleine-Büning

Dr. Dagwin Lauer (l.) und Kreishandwerkerschafts-Geschäftsführer Egbert Streich mit Clemens (vorne), Tabea und Jeremy im Kariestunnel. Fotos:Joachim Kleine-Büning

Erle.   In Sachen Zahngesundheit arbeiten Gelsenkirchener Zahnärzte gern mit einem Kariestunnel als Aufklärungsobjekt. Ein sehr besonderes Projekt half.

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Die Kreishandwerkerschaft Emscher Lippe baut für den Zahnärzteverein mit dem Integrationscenter für Arbeit (IAG) einen Kariestunnel – die Nachricht lässt vor dem inneren Auge zunächst irritierende Bilder entstehen. Zumindest für alle, die nicht professionell mit Karies umgehen. Dabei ist alles eigentlich ganz einfach und sehr praktisch.

Um Kindern die Bedeutung von Zahnhygiene plastisch nahe bringen zu können, nutzt die Zahnärztevereinigung seit Jahren einen Tunnel mit Schwarzlicht und einer Spiegelwand im Innern, vor der mit fluoreszierender Paste auf dem Zahn Kindern plastisch vor Augen geführt wird, wie Zahnbelag nach mangelhaftem Zähneputzen den Karies befördert. Solch einen Tunnel ließ einst der Zahnarzt-Landesverband bauen. Allerdings gab es bei Anmietung des Tunnels oft Terminprobleme, zudem handelte es sich dabei um ein 700 Kilo schweres Stück, dessen Aufbau fünf bis sechs Stunden und viele Helfer in Anspruch nahm. Bei der seit fünf Jahren in Gelsenkirchen durchgeführten Woche der Zahngesundheit war dies stets ein Problem.

Integrationscenter für Arbeit startet „Motivation plus“

Ein Problem, für dessen Lösung Zahnärztevereinsvorsitzender Dr. Dagwin Lauer bei der Kreishandwerkerschaft Emscher Lippe nach Möglichkeiten fragte. Deren stellvertretende Vorsitzende Martina Nählen hatte viele Ideen dafür – und viele Gespräche später gab es einen Plan. Teilnehmer der vom IAG geförderten Maßnahme „Motivation plus“ könnten so einen Tunnel bauen.

Nach einem handwerklichen Kompetenzcheck begannen fünf geeignete Teilnehmer, den Tunnel zu entwerfen und zu bauen. Nach einem Monat Bauzeit – in dem auch ein mobiler Zahnputzbrunnen entstand – war das Schmuckstück fertig. Deutlich leichter als das Münsteraner Vorbild, binnen zwei Stunden mit zwei Menschen aufbaubar und somit bestens transportabel. Auch Kindergärten und Schulen sollen davon profitieren, ihn samt Brunnen ausleihen können, verspricht Dr. Dagwin Lauer. Den ersten echten Einsatz wird der Tunnel jedoch in der Woche der Zahngesundheit ab 11. September im Hans-Sachs-Haus haben.

„Sie bringen alles mit, was ein Unternehmer wünscht“

Lauer ist von der Qualität der Arbeit und dem Engagement der Teilnehmer begeistert: „Ich hoffe, dass diese motivierten und qualifizierten Männer schnell einen Arbeitsplatz finden. Sie bringen doch alles mit, was ein Unternehmer sich wünscht. Sie helfen sogar in ihrer Freizeit.“

Einer von Ihnen, Mario Beck, hat tatsächlich bereits einen Ausbildungsplatz sicher. Simone Moldenhauer von der Kreishandwerkerschaft, die das Team angeleitet und gecoacht hat, ist ebenfalls von ihren Schützlingen überzeugt.

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