Weihnachtsmarkt

Handarbeiten aus Syrien und Ägypten auf dem Weihnachtsmarkt

Der Syrer Wael Mahdi auf dem Gelsenkrichener Weihnachtsmarkt in seinem Stand.

Foto: Heinrich Jung

Der Syrer Wael Mahdi auf dem Gelsenkrichener Weihnachtsmarkt in seinem Stand. Foto: Heinrich Jung

Gelsenkirchen-Altstadt.   Wael Mahdi verkauft auf dem Weihnachtsmarkt in Gelsenkirchen orientalische Kunstgegenstände aus seiner Heimat.

„Das ist alles Handarbeit aus Syrien und Ägypten“, sagt Wael Mahdi während er auf die Gegenstände zeigt, die auf rotem Samt platziert sind. Goldene Laternen im orientalischen Design, bunte Christbaumkugeln, Kerzenständer mit Verzierungen, aber auch Rucksäcke und Taschen schmücken die Ladenfläche am Stand Nummer 34 auf dem Weihnachtsmarkt, der sich auf der Bahnhofstraße vor Juwelier „Christ“ befindet. Wer zum Beispiel nach Weihnachtsgeschenken sucht, kann hier zum Beispiel kleine Gitarren, Geigen und Harfen aus Holz sowie Schatullen im Mosaikdesign finden.

Vor zwei Jahren und drei Monaten aus Syrien geflohen

Wael Mahdi ist 38 Jahre alt. Vor zwei Jahren und drei Monaten floh er aus dem syrischen Damaskus über die Türkei und Griechenland nach Deutschland. Krieg war der Grund für seine Flucht. Was aus seinem Haus geworden ist, weiß er bis heute nicht. Auch von dem Tod seiner Eltern erfuhr er lediglich von Bekannten. Seine Frau und seine beiden Kinder konnte er im Oktober letzten Jahres zu sich holen.

Der Anfang in Deutschland war schwer

„Mein Anfang in Deutschland war „schwer“, sagt der gelernte Rechtsanwalt. Die Sprachkenntnisse hätten ihm zunächst gefehlt. Er nahm Sprachunterricht, erreichte die Niveaustufe B1. Mittlerweile versteht er einiges und schafft es auch, sich selbst auszudrücken. „Für Jura muss man hier allerdings perfekt Deutsch sprechen können. Mein Deutsch reichte nicht aus, um in meinen Beruf weiterarbeiten zu können“, sagt der 38-Jährige. So stieg er zunächst ins Reisegewerbe ein. Durch einen Freund erfuhr er, dass viele Deutsche an orientalischen Gegenständen interessiert sind. Mittlerweile versucht er seine Waren aktiv auf Märkten, Flohmärkten und bei Kunstausstellungen zu verkaufen. Wie lange er noch auf dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt steht, darüber ist er sich noch nicht im Klaren. „Angesetzt ist vom Stadtmarketing zunächst bis Donnerstag (heute), aber vielleicht bekomme ich eine Verlängerung.“

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik