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Gymnasien in Gelsenkirchen wollen alle zurück zu G9

Das Schalker Gymnasium wird sein Alleinstellungsmerkmal als Gymnasium mit Abitur nach neun Jahren wohl verlieren. Die anderen Gymnasien wollen die G8-Ausnahmeregel nicht nutzen, sondern zu G9 zurückkehren.

Foto: Thomas Schmidtke

Das Schalker Gymnasium wird sein Alleinstellungsmerkmal als Gymnasium mit Abitur nach neun Jahren wohl verlieren. Die anderen Gymnasien wollen die G8-Ausnahmeregel nicht nutzen, sondern zu G9 zurückkehren. Foto: Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen.   Die Gymnasien in Gelsenkirchen wollen zurück zur längeren Schulzeit. Eltern und Lehrer warten auf Informationen vom Land zur Umsetzung.

In Gelsenkirchen werden voraussichtlich alle Gymnasien zu G 9, also dem Abitur nach 13 Schuljahren, zurückkehren. Im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Landesregierung ist vereinbart, dass G 9-Gymnasien wieder der Regelfall sein sollen, G 8 eine Ausnahme, die Schulen mittels eines Schulkonferenzbeschlusses beantragen müssten. In der Schulkonferenz haben Eltern-, Schüler-, Lehrervertreter und Schulleitung Stimmrecht. Allerdings: Gymnasien, die bei G 8 bleiben wollen, wissen bis heute nicht, worüber sie abstimmen würden.

Informationen fehlen für die Tage der offenen Türen

In den nächsten Wochen laden die weiterführenden Schulen Eltern und Viertklässler zu Tagen der offenen Tür ein, um sich vor Ort über die Angebote der Schule zu informieren. Die Gymnasien aber wissen selbst noch nicht, wie genau G 9 umgesetzt wird, wie die Stundentafel aussehen wird, wann die Fremdsprachen einsetzen, ob der gebundene Ganztag auch bei G 9 gewährleistet bleibt.

Erst am 23. November gibt es das erste Informationsgespräch mit Vertretern der Bezirksregierung Münster und des Ministeriums, in dem (hoffentlich) Rahmenbedingungen geklärt werden. Dann sind die ersten Infotage längst gelaufen.

Stadt will mehr Planungssicherheit

Dass die Gelsenkirchener Gymnasien zu G 9 zurückkehren wollen, sei bei einem Schulleitertreffen klar geworden, erklärt Rolf Möller, Leiter des Ricarda-Huch-Gymnasiums. Auch am Ricarda seien Lehrer, Schüler und Eltern für die Umstellung auf G 9. Dank gebundenem Ganztag habe G 8 an der Schule zwar recht gut funktioniert. Aber ein großes Minus des Systems sei, dass keine Schulabschlüsse vor der Einführung in die Oberstufe möglich waren.

Möller hofft vor allem, dass der gebundene Ganztag im Sinne der Chancengleichheit bei G 9 erhalten bleibt für Kinder, deren Eltern berufstätig sind oder sie nicht unterstützen können.

„G8 war in Gelsenkirchen unbeliebt“

Friedrich Schenk, Leiter des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums, hat in Pflegschaftssitzungen und Lehrerkonferenzen auch eindeutige Signale für die Umstellung auf G 9 empfangen. „G 8 war in Gelsenkirchen unbeliebt. Als Gymnasium hier die G 8-Ausnahme zu beantragen, wäre mutig.“ Er hofft auf mehr Informationen zu den Rahmenbedingungen für G 9 beim Landestreffen der Schulleitervereinigung am 15. November in Düsseldorf.

Schwere Entscheidung ohne konkrete Bedingungen

Bildungsdezernentin Annette Berg, die ihr Abstimmungsgespräch mit den Schulleitern auf Ende November verschieben musste, weil die Landesinformationen auf sich warten lassen, ärgert sich über die Verunsicherung aufgrund des Termindrucks: „Zur Planungssicherheit der Schulen, Eltern und auch der Städte ist es dringend erforderlich – sollte der bekannte Zeitplan beibehalten werden – schnellstmöglich verbindliche Informationen zum Verfahren, Zeitplan, zur Finanzierung etc zu erhalten. Den Eltern ist es nicht zuzumuten, sich in dieser Unklarheit zu entscheiden.“ Doch das werden sie wohl müssen. Im Februar laufen die Anmeldungen.

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