Grubenstempel mutierten zu Brennholz

„Mutterklötzchen“ ist ein typischer Begriff aus der Bergmannssprache. Ursprünglich waren die Klötzchen Abfall- oder Reststücke der Holzstempel, auch Grubenstempel genannt, die unter Tage als Stützelemente verwendet wurden. Diese kleinen Stückchen waren normalerweise etwa 15 Zentimeter lange, möglichst astreine Abschnitte eines Holzstempels, die zu Hause als Anmachholz zum Entzünden von Feuer verwendet wurde.

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„Mutterklötzchen“ ist ein typischer Begriff aus der Bergmannssprache. Ursprünglich waren die Klötzchen Abfall- oder Reststücke der Holzstempel, auch Grubenstempel genannt, die unter Tage als Stützelemente verwendet wurden. Diese kleinen Stückchen waren normalerweise etwa 15 Zentimeter lange, möglichst astreine Abschnitte eines Holzstempels, die zu Hause als Anmachholz zum Entzünden von Feuer verwendet wurde.

Ein großer Klotz wurde bei der Herstellung mit einem Gummiband umwickelt und mit zwei Beilen im rechten Winkel in einzelne Stege gespalten, so dass nach dem Herausziehen des Beils der Klotz immer noch seine ursprüngliche Form behielt. Nach dem Hacken wurde das Gummiband durch Draht oder Klebeband ersetzt.

„Die Klötzchen dienten der Mutter zum Entzünden der Kohleöfen und Küchenherde“, erklärt Karlheinz Rabas, der die Bergbausammlung in Rotthausen leitet. Beim Erklären der Mutterklötzchen kann er sich das Schmunzeln nicht verkneifen. Eigentlich waren die Holzstückchen die Reststücke der Holzstempel. „Aber die Kumpel zersägten später oft die besten Holzstempel, nur um ein astreines Klötzken zu ergattern“, verrät Rabas das Vorgehen der Bergleute.

Holzdiebstahl war zwar verboten, wurde aber meist als Gewohnheitsrecht angesehen. Durch den Rückgang der Montanindustrie und die Tatsache, dass seit rund 40 Jahren im Bergbau kaum noch Grubenholz zum Stollenausbau verwendet wird, verschwand der Begriff mehr und mehr aus der Ruhrgebietssprache. Zumal auch Kohle und Koks zu Koch- oder Heizzwecken kaum noch verwendet werden.

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