Warnstreik in Gelsenkirchen

Gewerkschaften fordern mehr Geld für den öffentlichen Dienst

Auf dem Heinrich-König-Platz hatten sich am Mittwoch rund 200 Demonstranten versammelt. Sie fordern im Tarifstreit mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) mehr Geld für Beschäftigte im öffentlichen Dienst.

Auf dem Heinrich-König-Platz hatten sich am Mittwoch rund 200 Demonstranten versammelt. Sie fordern im Tarifstreit mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) mehr Geld für Beschäftigte im öffentlichen Dienst.

Foto: Jana Tessaring

Gelsenkirchen.   Rund 200 Demonstranten fordern auf dem Heinrich-König-Platz Lohnerhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen. Bisher gab es keine Ergebnisse.

Maike Finnern hatte ihren Satz gerade beendet, als lautstarker Applaus passend von den donnernden 12-Uhr-Glockenschlägen der Altstadtkirche untermalt wurde. „In uns ist jeder Euro gut investiert“, rief die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) NRW den rund 200 Demonstranten zu, die sich am Mittag am Heinrich-König-Platz versammelt hatten.

Neben der GEW nahmen auch Verdi und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) an dem Warnstreik und der Kundgebung teil. Die Gewerkschaften fordern mehr Geld für den öffentlichen Dienst und eine Abschaffung der bestehenden Lohnunterschiede. Die ersten beiden Verhandlungsrunden in Berlin und Potsdam verliefen ergebnislos. Die Arbeitgeber lehnen die Forderungen als unfinanzierbar ab. Am 28. Februar und 1. März wird in Potsdam weiterverhandelt.

Von der Augustastraße zur Innenstadt

Neben Lehrern und Lehrerinnen begrüßten die Moderatoren Andrea Bornemann (Verdi) und Lothar Jacksteit (GEW) unter anderem Kollegen des Landesbetriebs Straßen.NRW, Beamte der Stadt Gelsenkirchen und Kollegen des Arbeits-, Sozial- und Amtsgerichts und der Polizei. „Es ist toll, dass so viele verschiedene Leute mit dabei sind“, freute sich Bornemann.

Schon um 9 Uhr hatten sich die Demonstranten im Streiklokal im IG Metall-Haus an der Augustastraße versammelt. Von dort ging es schließlich als Zug in Richtung Innenstadt, wo die Streikenden mit Trillerpfeifen, Rasseln, Warnwesten, Plakaten und musikalischer Untermalung von Norbert Labatzki auf sich aufmerksam machten.

Forderung: Mindestens 200 Euro mehr

Im Tarifstreit mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) fordern die Gewerkschaften sechs Prozent mehr Lohn der Beschäftigten – mindestens aber 200 Euro zusätzlich. Zudem solle die Pflegetabelle um 300 Euro erhöht werden und der Samstagszuschlag in Kliniken auf 20 Prozent angehoben werden.

Die Arbeitgeber lehnen das ab – und stellen sich laut Verdi damit gegen den gesellschaftlichen Konsens, dass das Berufsfeld der Krankenpflege attraktiver werden muss. Grundsätzlich wollten die Arbeitgeber nur in den Bereichen, wo die Personalgewinnung problematisch ist, Geld drauflegen.

Perspektiven für Auszubildende

„Wir sind viele und wir sind laut“, sagte Maike Finnern von der GEW zu Beginn ihrer Rede und bemängelte zudem die Schieflage bei der Bezahlung von Beamten und Nicht-Beamten. „Die Einführung der Paralleltabelle ist nötig“, forderte sie. Jörg Klink, GDP-Vorsitzender Gelsenkirchen unterstrich: „Wir gehen keinen Zentimeter zurück.“

Verdi-Jugendvertreterin Dana Wilimzik rückte Auszubildende und Praktikanten in den Fokus: „Der öffentliche Dienst muss attraktiver werden. Auszubildende müssen besser bezahlt werden und berufliche Perspektiven aufgezeigt bekommen“, sagte sie. Im Tarifstreit fordern die Gewerkschaften eine Erhöhung der Auszubildendenvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro. Außerdem sollen die Auszubildenden den gleichen Urlaubsanspruch wie die Beschäftigten erhalten.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben