Gesundheit

Gesund lecker: TV-Koch zeigt in Gelsenkirchen, wie das geht

Frikadellen einmal ganz anders: Der TV- und Sterne-Koch Stefan Marquard (rechts) zeigte John, Emily und Giuseppe (v.l.n.r.) in der Schulmensa der Evangelischen Gesamtschule, wie Lieblingsgerichte auch gesund lecker sein können.

Frikadellen einmal ganz anders: Der TV- und Sterne-Koch Stefan Marquard (rechts) zeigte John, Emily und Giuseppe (v.l.n.r.) in der Schulmensa der Evangelischen Gesamtschule, wie Lieblingsgerichte auch gesund lecker sein können.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bismarck.  TV-Koch Stefan Marquard stand am Mittwoch in Gelsenkirchen in einer Mensa mit Schülern am Herd. Er zeigte, wie gesund und lecker zusammen gehen.

Kochen, was Kinder und Jugendliche gern mögen, aber trotzdem abwechslungsreich und gesund ist: Dass das kein Hexenwerk ist, will das Gemeinschaftsprojekt von Sternekoch Stefan Marquard und Knappschaft ganz praktisch zeigen. So geschehen am Dienstag in der Evangelischen Gesamtschule Bismarck. Hier wird ohnehin täglich frisch gekocht – ein Angebot für theoretisch 1200 Schüler, das allerdings nur von 200 bis 300 genutzt wird. Was durchaus ein stattlicher Anteil ist, zumal nur ein Teil der Schüler den Ganztagsbetrieb nutzt.

Auf dem Speiseplan standen diesmal Frikadellen, Nudeln mit drei Soßen und Thai Curry, zubereitet per „Front-Cooking“, meint vor den Augen der Esser im Wok gegart. Klingt nicht sensationell gesund, soll es auch gar nicht. „Wenn wir den Schülern Chicorée mit Quinoa-Samen überbacken vorsetzen, ist das ein mäßiger Erfolg. Hier sind erfahrungsgemäß die Nudeln sehr begehrt: Dann machen wir doch Nudeln mit Soßen, die gut schmecken und gesund sind“, erklärt Stefan Lembert, Managing Direktor von Marquards Team.

Frikadelle mit 50 Prozent Gemüseanteil und Haferflocken

„Sterneküche macht Schule“ – da besteht die Frikadelle dann mal zu 50 Prozent aus Gemüse und Haferflocken. Was man ihr weder ansieht noch schmeckt – sagt jedenfalls der Koch. Zwiebeln und Sellerie sind fein zerkleinert, das Fleisch ist Hühnerhack, die Haferflocken sind gepoppt und dann zerkleinert untergemischt und sorgen so dafür, dass die Frikadelle schön saftig bleibt. Guiseppe (14) und John (15) kümmern sich um die Frikadellen. Hunderte sind es, die sie zu flachen Klopsen formen. Guiseppe kocht ohnehin gern, auch regelmäßig für die (sizilienstämmige) Familie. Allerdings gilt seine Leidenschaft eher Pasta und Arancini, sizilianischen Reiskugeln, die ebenso süß wie deftig gefüllt werden können, und SEHR mächtig sind. John isst gerne Fleisch, und kochen ist eher nicht seine Leidenschaft. Vielleicht ändert sich das ja noch.

Ingwer im Wasser lässt die Soße besser haften

Emily (14) öffnet gerade eine XXL-Packung Nudeln, Penne, um genau zu sein. Eingelassen in den Kochtresen der Schulmensa brodelt vor ihrem Bauch in einem riesigen Topf bereits das Kochwasser für die italienischen Teigwaren. „Kochzeit, guckt selbst auf die Packung“, drängt Marquard zur Selbstständigkeit. Was er den Schülern erklären möchte, sind die besonderen Feinheiten. Zum Beispiel, warum in dem Kochwasser für die Nudeln Ingwer schwimmt. Emily (14) kann es der Redakteurin schon perfekt erklären: „Durch den Ingwer im Kochwasser bleibt die Soße hinterher besser an den Nudeln hängen.“ Perfekter Tipp, merken. Schließlich geht es beim gesunden Kochen ja auch darum, nicht nur Weißmehl-Nudeln zu essen, sondern auch vitaminreiche Gemüsesoße. Emily kocht selbst gern, viel gelernt hat sie in der Beziehung von ihrer Oma.

„Auch in der weißen Soße sind keine Butter und keine Sahne. Das geht sehr gut ohne“, verrät Marquard. Und was genau drin ist in der Soße, wissen die Schüler jetzt auch. Schließlich haben sie all die Möhren, Zwiebeln, den Sellerie und den Blumenkohl geputzt und geschnibbelt, allerdings mit professioneller Unterstützung und guten Küchengeräten. Auch die Zutaten für die vegetarische Bolognese, die so gar nicht fleischlos schmeckt...

Schüler sollen selbst öfters mitkochen in der Mensa

Nach dem gemeinsamen Mittagessen – der Hit waren die Gemüsebuletten mit Kartoffelstampf und Möhren sowie die Mogel-Rahmsoße ohne Rahm – ist das Mensateam mit Schulleitung und Lehrern an der Reihe, Wissenswertes über alternative Garmethoden für Fisch und Fleisch zu erfahren und Tipps vom Profi für die Schulverpflegung zu erhalten. Schließlich soll das Event nachhaltig wirken. Auch deshalb wünscht sich Marquard: „Die Schüler sollten auch immer mal mitkochen, nicht nur Essen ausgeben und putzen.“ Erstens mache das mehr Spaß, und zweitens blieben die Tipps dann besser in Erinnerung.

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