Schüleraustausch

Gesamtschule Buer in Gelsenkirchen sucht Partner in England

Englischlehrer Friedel Zimmermann (r) mit einem Teil seiner Newcastel-Reisegruppe. Im Bild Eylem, Nadja, Henrik, Juliene, Alin und Sila (v.l.) vor einem Foto von der Reise.

Englischlehrer Friedel Zimmermann (r) mit einem Teil seiner Newcastel-Reisegruppe. Im Bild Eylem, Nadja, Henrik, Juliene, Alin und Sila (v.l.) vor einem Foto von der Reise.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen-Buer.   Schüleraustausch mit England wird schwieriger. Die Gesamtschule Buer Mitte fuhr trotzdem nach Newcastle. Und sucht Partner.

Der Brexit wirkt nicht nur im Bereich der Wirtschaft von jetzt. Auch bei Schulpartnerschaften wird es immer schwieriger. Das bekam Lehrer Friedel Zimmermann von der Gesamtschule Buer-Mitte zu spüren, als er versuchte, eine Schulpartnerschaft mit einer Schule in der Gelsenkirchener Partnerstadt Newcastle zu knüpfen.

„Ich habe 30 Schulen angeschrieben. Keine hat geantwortet.“

Nur das Frühstück hat nicht geschmeckt

Er ist mit seinem 14-köpfigen Wahlkurs des neunten Jahrgangs trotzdem hingefahren, mit elf Schülerinnen und drei Schülern. Eine von ihnen hätte im nächsten Jahr wohl gar nicht mitfahren können. „Ein neues Gesetz in England erlaubt Schülern mit einem Aufenthaltsstatus wie bei vielen syrischen Flüchtlingen etwa die Einreise künftig nicht mehr“, so Zimmermann. Abschrecken lassen will er sich aber nicht.

Dafür hat die aktuelle Fahrt, bei der die Gruppe in einer Jugendherberge unterkam, allen Beteiligten zu gut gefallen (mit Ausnahme des Frühstücks). „Für einige war es die erste Reise ins Ausland. Wir werden versuchen, für das nächste Mal Schülerpaten zu gewinnen, die uns wenigstens an einem Tag begleiten.“

Selbstbewusste Altersgenossinnen

Sila (15) hat beeindruckt, wie selbstbewusst ihre Altersgenossinnen in Newcastle sich gaben. „Hier wird man ja schnell verurteilt, wenn man was anderes anhat. Aber dort tragen die einfach alles.“ Bauchfrei und sehr kurze Röcke zum Beispiel, es war ja auch gerade für nordenglische Verhältnisse mollig warm während der Reise. . . Beeindruckt hat die Schüler allgemein die Freundlichkeit der Menschen. „Die hatten sogar spätabends an der Supermarktkasse noch gute Laune“, staunte Juliene.

Ihre männlichen Alterskameraden auf der Insel befanden Nadja, Eylem und Alin erstaunlich zurückhaltend. „Ab 18 Uhr sah man keine mehr auf der Straße. Und die waren scheinbar sehr gut erzogen. “

Partystadt der Region

Das hat Henrik anders gesehen: „Die waren schon auch abends in Gruppen unterwegs! Da wurden auch schon mal Schläge angedroht!“ Kein Wunder eigentlich: Newcastle ist in der Region DIE Partystadt für Junggesellenabschiede, mit entsprechend vielen Kneipen.

Der Brexit war übrigens erstaunlicherweise nirgends ein Thema. „Ich habe einen Museumsmitarbeiter darauf angesprochen. Er sagte nur: Darüber reden wir hier nicht. Die haben es offenbar satt“, vermutet Friedel Zimmermann. Zumal Newcastle zu den Städten gehört, die mehrheitlich gegen den Brexit stimmte beim Referendum.

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