Mobilität

„GErda“ spart Muskelkraft und Parkraum mit 100 Kilo Gepäck

Jan Bretinger übernimmt die Jungfernfahrt mit dem E-Lastenrad „GErda“, das ab sofort in Ückendorf unterwegs ist.

Jan Bretinger übernimmt die Jungfernfahrt mit dem E-Lastenrad „GErda“, das ab sofort in Ückendorf unterwegs ist.

Foto: Michael Korte / FFS

Gelsenkirchen-Ückendorf.  Das neue E-Lasten-Fahrrad kann im Gelsenkirchener Quartier Ückendorf kostenlos reserviert und tageweise ausgeliehen werden.

Die Dame hat gleich zwei Vornamen, als Rufname reicht allerdings „GErda“. Und sie ist keineswegs im fortgeschrittenen Alter, höchstens im vorgefahrenen. GErda kommt im schmucken Mattschwarz und hat zehn Gänge, aber vor allem einen E-Motor, und ihr zweiter Vorname erklärt ihr Einsatzgebiet: „LaRa“ für Lastenrad.

GErda kommt günstig und umweltfreundlich daher, sie kann kostenlos gebucht und tageweise ausgeliehen werden. Gute 100 Kilogramm passen in GErdas Vorbau, eine Sperrholz-Frontkiste in einer Dimension von 60 mal 60 Zentimeter Grundfläche, also ausreichend für ein paar Getränkekisten oder sogar zwei Kinder, denn Sicherheitsgurte gehören ebenso zur Ausrüstung.

Preisgeld aus der Klima-Challenge Ruhr

Das Team des Wissenschaftspark Gelsenkirchen konnte mit viel Unterstützung aus dem Stadtteil Ückendorf 3.500 Euro bei der „Klima-Challenge Ruhr“, dem Gute-Taten-Wettbewerb für mehr Klimaschutz im Frühjahr, für eine gute Projektidee erspielen. Dafür wurde der neue elektrische Lastesel für das Quartier angeschafft und kann als Alternative zum Auto Transporte im Quartier klimafreundlich möglich machen.

Die erspielte Summe reichte allerdings nicht ganz für Anschaffung des E-Bikes aus. Doch der gute Zweck wirkte fort, es gab Sonderkonditionen beim Fahrradhändler Meinhövel, eine Zuschussförderung des Landes und Unterstützung vom Sponsor Emscher-Lippe-Energie ELE, das Lastenrad konnte angeschafft werden.

Wartung und Ladung im Wissenschaftspark

Den Verleih von GErda übernimmt die SEG Gelsenkirchen Stadterneuerungsgesellschaft. Hausmeister Udo Figorski kümmert sich dort auch um GErdas Technik und Wartung. Der Wissenschaftspark übernimmt das Management und die Buchungswebseite. Die wiederum hat Jan Bretinger, seines Zeichens Praktikant im Wissenschaftspark, aufgebaut, und er durfte auch die „Jungfernfahrt“ von und mit GErda übernehmen.

Um den möglichen Skeptikern gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen, demonstrierte er die Funktion „Turbo“ im Display auf dem Lenker. Die mögliche Last von 100 Kilogramm oder 200 Kilogramm Gesamtgewicht mit GErda und Pedalritter zuoberst sollte damit kein Problem sein. Außerdem hat das Bike auch noch einen handelsüblichen Gepäckträger am Heck. Aber mehr als 25 Stundenkilometer sollte der E-Antrieb laut Betriebserlaubnis nicht auf die Räder bringen, über die Muskelkraft sagt die allerdings nichts.

Ein Steinchen mehr im großen Puzzle

„Klimaschutz braucht und die vielen kleinen Bausteine vor Ort, die den Sinn für das Machbare schärfen, für den großen Wurf, für eine Mobilitätswende in Gelsenkirchen“, meint Wolfgang Jung, Geschäftsführer Wissenschaftspark Gelsenkirchen GmbH. Helga Sander, Geschäftsführerin der SEG, ergänzt: „Das

kostenlose Lastenrad ist eine Bereicherung für Ückendorf und das Quartier rund um die Bochumer Straße.“ Denn genau hier ist der Einsatz des Lastenesels vorgesehen, auch wenn der Akku für rund 100 Kilometer langen sollte. „Die Räder sind versichert, auch für den Fall einer Panne oder bei Diebstahl“, versichert Wolfgang Jung.

Das Team aus Wissenschaftspark und SEG orientiert sich an den Nachbarn in der Grünen Hauptstadt Europas, Essen, denn dort ist schon eine ganze Flotte von Lastenrädern kostenlos entleihbar unterwegs.

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