Polizei

Gelsenkirchens Polizeichefin wechselt ins Innenministerium

Gelsenkirchens (Noch-)Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schröer.

Gelsenkirchens (Noch-)Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schröer.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schröer wechselt nach knapp fünf Jahren ins NRW-Innenministerium in Düsseldorf. Sie wird Abteilungsleiterin.

Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schröer folgt dem Ruf von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und wechselt nach knapp fünf Jahren an der Spitze der Gelsenkirchener Behörde zum 20. Mai in die Düsseldorfer Machtzentrale. Die 55-jährige Juristin übernimmt als leitende Ministerialrätin das Referat 40, die Verwaltung der Polizei.

Selten hat man Anne Heselhaus-Schröer so emotional gesehen wie an diesem Mittwoch, als am Nachmittag der Wechsel verkündet wurde. „Ich gehe mit einem weinenden Auge“, sagte die ehemalige Richterin. Das war beileibe kein Spruch, sondern kaum dass sie diese Worte ausgesprochen hatte, rannen der scheidenden Polizeichefin Tränen über die Wangen. Die Erklärung dafür lieferte sie gleich nach: „Mir sind die Menschen hier sehr ans Herz gewachsen, sie tragen das Herz auf der Zunge.“

Arbeiten als politische Beamtin

Gezögert hat sie, das Angebot Herbert Reuls anzunehmen, so wie damals, als sie ihre Unabhängigkeit als Richterin aufgab für den Posten der Polizeipräsidentin. Gezögert hat sie auch jetzt, weil sie zwar weiterhin in leitender Funktion arbeitet, sich aber zugleich als politische Beamtin auch in einer neuen Hierarchie zurecht finden muss.

Die Polizei-Abteilung vier, für die sie bereits ab kommenden Montag arbeitet, ist mit 22 Referaten die größte Organisationseinheit des Ministeriums. In Düsseldorf verantwortlich sein wird Heselhaus-Schröer unter anderem für die Verteilung der Polizeikräfte, für Aus- und Fortbildungen sowie für das Beurteilungswesen und IT.

Dank an 800 Polizeikräfte

Dankbar ist Anne Heselhaus-Schröer über die Wertschätzung, die mit ihrer Berufung ins Ministerium verbunden ist. Ihr Dank galt ebenso den mehr als 800 Polizeikräften in Gelsenkirchen und den Kooperationspartnern, ohne deren Hilfe und Einsatz eine Reihe von Erfolgen nicht möglich gewesen wären.

Heselhaus-Schröer nannte beispielsweise die rückläufige Kriminalität, die spürbare Beruhigung innerhalb der Schalker Fangruppen, den verstärkten Kampf gegen Schrottimmobilien und Clan-Kriminalität, die Wiederbelebung der Präventionsräte und die Einführung der Runden Tische in Problembezirken. Das Pilotprojekt Talent-Scouting für die Nachwuchsrekrutierung der Polizei eingeschlossen. „Alles ein Verdienst der Kollegen“, sagte sie.

Stärke durch engere Kooperationen

Als besonders wertvoll für ihre künftige Arbeit im Innenministerium stufte Anne Heselhaus-Schröer die Erfahrung ein, als seinerzeit noch etwas Außenstehende alle Organisationseinheiten der hiesigen Polizei besucht und „nah am Einsatzgeschehen dabei gewesen zu sein“. Das gilt sowohl für den normalen Streifendienst wie auch für Großereignisse in der Arena.

Nicht minder wertvoll betrachtet die 55-Jährige die enge Verzahnung von Polizei, Stadt und weiteren Kooperationspartnern wie die Bogestra oder Wohnungsgesellschaften. Agieren und Reagieren,auf kurzem Dienstweg und dabei stets auch präventiv tätig werden – etwa, um die Zahl der Wohnungseinbrüche zurückzudrängen, das waren und sind ihr besondere Anliegen.

Nachfolge von Rüdiger von Schoenfeld übernommen

Anne Heselhaus-Schröer übernahm im Juni 2014 die Leitung des Polizeipräsidiums Gelsenkirchen von ihrem Vorgänger Rüdiger von Schoenfeld, der sich damals in den Ruhestand verabschiedete.

Wer künftig der Polizei in Gelsenkirchen vorsteht, ist derzeit noch völlig offen. Innenminister Herbert Reul (CDU) hat aber nicht allein nur diesen Posten neu zu vergeben. Bis gestern bestand noch eine Vakanz in drei weiteren wichtigen Polizeipräsidien in NRW – Oberhausen, Gelsenkirchen und Bochum. An die Spitze der Polizei in Bochum gerückt ist seit Dienstag der gebürtige Hertener Jörg Lukat.

>> Die Stationen ihrer Karriere

Anne Heselhaus-Schröer wurde in Coesfeld geboren. Die Juristin begann ihre berufliche Laufbahn beim Landgericht Bielefeld 1997. Sie war in Zivil- und Strafkammern eingesetzt und seit dem Jahr 2000 auch mit Aufgaben der Gerichtsverwaltung betraut.

2007 erhielt die heute 55-Jährige ihre Ernennung zur Richterin am Oberlandesgericht in Hamm, wo sie im Verlauf ihrer Tätigkeit die Leitung der Fortbildung und der Stabsstelle für Personalentwicklung übernahm. Die passionierte Wandererin und Wahl-Gelsenkirchenerin ist verheiratet, hat einen erwachsenen Sohn.

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