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Gelsenkirchens Kinder analysieren ihr Ückendorf auf Tour

Ein schwieriges Pflaster ist die Bochumer Straße in Gelsenkirchen-Ückendorf für Radfahrer, zeigt auch die jüngste Analyse von Falken und Jugendfreizeithaus Spunk.

Ein schwieriges Pflaster ist die Bochumer Straße in Gelsenkirchen-Ückendorf für Radfahrer, zeigt auch die jüngste Analyse von Falken und Jugendfreizeithaus Spunk.

Foto: Martin Möller / Archiv

Gelsenkirchen-Ückendorf.  Falken und Zentrum Spunk sammelt Meinungen und Ideen zu Freizeit, Verkehr und Stadtbild. Die bunte Broschüre geht nun an Politik und Verwaltung.

Was würden Kinder anders machen? - dieser Frage gingen die Falken aus Ückendorf und das Kinder- und Jugend-Zentrum Spunk in den vergangenen beiden Monaten auf die Spur. In dem Projekt „Ückendorf mitGEstalten“, das vom Landesjugendringprojekt „#jungesnrw - Perspektiven vor Ort“ und dem Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW gefördert wurde, konnten Kinder und Teenies Spielplätze im Stadtteil testen und bewerten, außerdem Meinungen und Ideen zu Freizeit, Verkehr und Stadtbild einbringen.

Herausgekommen ist eine zwölfseitige Broschüre mit den Ergebnissen und der Antwort auf die Fragen, was Kinder im Stadtteil anders machen würden. Diese Ergebnisse werden nun Politik und Verwaltung zur Verfügung gestellt. Die Meinungen wurden dabei insbesondere mit der App „Actionbound“ eingeholt und mit 13 verschiedenen Rallyes Spaß, Test und Meinungsäußerung miteinander verbunden. Mit dem Smartphone oder dem Tablet konnten die verschiedenen Routen mit der kostenlosen App gestartet werden. Die Teilnehmer mussten Orte finden, kleine Aufgaben lösen, Bewertungen vornehmen und konnten offene Fragen beantworten.

„An den verschiedenen Erlebnistouren haben sich am Ende über 250 Einzelpersonen, Gruppen und Familien beteiligt, so dass viele Meinungen für den gesamten Stadtteil zusammengekommen sind“, resümiert Nicole Velten, Projektleiterin. „Dabei zeigt sich durchaus ein differenziertes Bild.

Ein großes Teilnehmerfeld

Während die Spielplätze im Von-Wedelstaedt-Park und am Thomas-Morus-Weg eher gut abschneiden, fällt der Spielplatz am Knappschaftshof krachend durch. Kritik an den Nutzungszeiten finden sich dabei auch in dem Bericht: „Jeder darf bis um 22 Uhr Party machen, Parkour aber nur bis 21 Uhr? Das ist unfair“, findet dabei der Teilnehmer Joel.

Im Bereich der Freizeit haben die Kinder und Jugendlichen aus dem Stadtteil noch einige Wünsche. Wohl dem heißen Wetter geschuldet liegt dabei der Wunsch nach Bade- und Planschmöglichkeiten im Stadtteil weit oben, aber auch Flächen zum legalen Graffiti sprayen, bessere Einkaufsmöglichkeiten, Basketball-Felder und mehr Treffpunkte sind in der Auflistung zu finden.

Verkehrsknoten besonders gefährlich

Im Bereich Verkehr stechen insbesondere gefährliche Kreuzungen den Teilnehmern heraus: Ob der Ückendorfer Platz, die Kreuzungen der Erzbahntrasse mit der Ückendorfer und der Bochumer Straße, oder der Bereich der Virchowstraße am Marienhospital - überall finden es Kinder eher unsicher. Mit dem ÖPNV sind die Kids weitgehend zufrieden. Die 302 und der 383er decken den Stadtteil gut ab, wenn auch am Wochenende und an Feiertagen die Taktung höher sein könnte. Lediglich im hinteren Teil der Almastraße/An der Luthenburg wird die Anbindung schlecht bewertet.

Bei den Radwegen gibt es nach der Ansicht der Kinder und Jugendlichen noch einiges zu tun. Mehr Radwege und Fahrradständer im Stadtteil sind hier der Wunsch.

Generell: Mehr Grün, öfter Saubermachen

Müll, Dreck, heruntergekommene Hausfassaden, wenig Platz für Fußgänger und zu wenig Grün - das sind die Themen, die Kids im Bereich Stadtbild stören. Die Forderungen sind hier klar: Mehr Blumen, ein Springbrunnen, breitere Fußwege und häufigere Straßen- und Spielplatz-Reinigungen stehen hier oben auf der Wunschliste.

Die Broschüre mit den Ergebnissen steht frei zur Verfügung und ist auf der Website des Spunk www.spunk-ge.de zu finden.

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