Familienbildungsstätte

Gelsenkirchener Weber-Haus bietet nun Schulabschluss an

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Die Pekip-Kurse im Gelsenkirchener Helene-Weber-Haus starten nun wieder nach der langen coronabedingten Pause. Junge Eltern sind heilfroh, sich mit anderen austauschen zu können, so die Verantwortlichen der Katholischen Familienbildungsstätte.

Die Pekip-Kurse im Gelsenkirchener Helene-Weber-Haus starten nun wieder nach der langen coronabedingten Pause. Junge Eltern sind heilfroh, sich mit anderen austauschen zu können, so die Verantwortlichen der Katholischen Familienbildungsstätte.

Foto: Oliver Mengedoht / Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Wie die Gelsenkirchener Familienbildungsstätte den Neuanfang in der Pandemie wagt. Und wie sie jüngere Zielgruppen erreichen will.

Abschied und Neubeginn: Das gehört zum Tagesgeschäft von Familien – vom ersten Zahn bis zum Liebeskummer des Nachwuchses. So sollte es auch nicht überraschen, dass das Helene-Weber-Haus (HWH) als Katholische Familienbildungsstätte nach eineinhalb Jahren Corona-Pandemie zu neuen Ufern aufbricht. Neustart ist das Motto an der Westerholter Straße in Buer.

Es beginnt schon bei der Leitung der Einrichtung: Nachdem Christa Licharz-Lichtenthäler im Frühjahr in den Ruhestand gegangen ist, hat Frank Gößmann (53) als Regionalleiter für die Region Ost zum 1. April die Regie des Gelsenkirchener Standorts übernommen.

Gelsenkirchener Einrichtung kooperiert mit dem Förderkorb

Der Sozialpädagoge und Sozialbetriebswirt – ein gebürtiger Franke mit Wohnsitz in Wetter an der Ruhr – hat gleich zwei neue Kooperationen im Gepäck: „Durch eine Zusammenarbeit mit dem Förderkorb bieten wir Schülerinnen und Schülern an, ihren Hauptschulabschluss nachzuholen.“

Pro Jahr könnten rund 25 Jugendliche die Chance nutzen. Dabei werde es sich vornehmlich um Heranwachsende handeln, die bereits an einer Förderkorb-Maßnahme teilnehmen. „Wir sind damit neben der VHS fast die einzige Einrichtung in NRW, die so etwas anbietet“, berichtet Gößmann.

Mit Kultur Kontakt zu Jugendlichen knüpfen

Über eine Kooperation mit dem Bismarcker Consoltheater werden für 18- bis 25-Jährige überdies Workshops in Sachen Kunst und Kultur angeboten.

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„Wir möchten die jungen Leute etwa mit Theater- und Kreativprojekten für Kultur interessieren“, so Gößmann. So werde schon einmal ein Kontakt zur Familienbildungsstätte geknüpft, „von dem wir hoffentlich auch mit Impulsen für weitere Kurs-Angebote profitieren werden.“ In den nächsten Wochen und Monaten sollen diese Workshops in Schulen, Berufshilfe- und Jugendeinrichtungen vorgestellt werden. Gefördert wird das Kulturprojekt mit Mitteln des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft, das dann die Honorarkräfte finanziert.

Auch künftig soll es immer wieder Online- oder Hybrid-Kurse geben

Was den Alltag in Sachen Kurse angeht, so muss dieser erst einmal wieder Einzug halten nach dem langen Corona-Lockdown. Viele Angebote mussten ausfallen, bei anderen waren Online-Varianten möglich, die auch künftig im Portfolio bleiben sollen, etwa als Hybrid-Veranstaltung mit Teilnehmern vor Ort und zu Hause, eben als Live-Stream. „Besonders bei Yoga, Pilates oder Vorträgen lässt sich das gut machen“, so Sozialarbeiterin Elisabeth Küke, die nun den Fachbereich Gesundheit und Bewegung übernommen hat.

„Wir stehen als Familienbildungsstätte aber nach wie vor für direkten Austausch. Daher sind wir froh, dass es mit den Präsenzkursen auch wieder los geht, wenn auch coronabedingt mit reduzierter Teilnehmerzahl“, betont Ursula Behrendt, Fachbereichsleiterin für Kochen und Sprachen. Derzeit seien einige Besucher noch etwas zögerlich, „obwohl bei uns die 3G-Regel gilt.“

Besonders junge Familien sind heilfroh, dass wieder Angebote stattfinden

Ob nun „Kochen mit Bier“ (28. September, 18.30 Uhr), „Orientalische Genüsse“ (23. September, 18.30 Uhr), „Schmuckstücke aus Silber“ (montags, 19.15 Uhr) oder Zeichnen für Anfänger und Fortgeschrittene (donnerstags, 18 Uhr): „Die Teilnehmer können sich auf unser Hygienekonzept verlassen. Teilweise gehen die Kurse mit drei, vier Leuten an den Start, da ist genügend Abstand gegeben. Es ist auch fast immer möglich, als Nachzügler in einen schon gestarteten Kurs zu gehen.“ Wer besonders vorsichtig sein möchte, könne sich auch als geschlossene Gruppe zu Kochkursen anmelden.

Dass überhaupt wieder derartige Angebote stattfinden, sei nicht nur für Senioren, sondern besonders auch für frisch gebackene Eltern ein Segen, hat Annette Lüer festgestellt, Leiterin des Fachbereichs Eltern und Kinder. „Es gibt so viele junge Familien, die aus Infektionsschutzgründen auf engere Kontakte mit anderen Eltern und Angehörigen verzichtet haben. Deren Kinder hatten keinen Kontakt zu Gleichaltrigen und wissen gar nicht, wie Spielen funktioniert. Da helfen wir, etwa mit unseren Pekip-Angeboten und pädagogischen Vorträgen, eine Lücke zu schließen.“

Aktuelle Informationen zum Kursangebot gibt’s nur online: www.kefb.info

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