Existenzgründung

Gelsenkirchener verwirklicht Traum vom eigenen Betrieb

Habib Aykan (28) hat im November 2015 im Sutumer Gewerbepark an der Theodor-Otte-Straße eine eigene Firma gegründet. Seine Spezialität: das Wasserstrahlschneiden.

Habib Aykan (28) hat im November 2015 im Sutumer Gewerbepark an der Theodor-Otte-Straße eine eigene Firma gegründet. Seine Spezialität: das Wasserstrahlschneiden.

Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Der Gelsenkirchener Habib Aykan (28) hat mit Hilfe des Startercenters seine Idee in die Wirklichkeit umgesetzt. Er erklärt, welche Hilfen er hatte.

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Mut braucht es, Können sowieso, dazu eine gute Geschäftsidee und auch etwas Unterstützung, insbesondere finanzieller Art, um den Traum von der Selbstständigkeit zu verwirklichen. Habib Aykan (28) hat ihn umgesetzt: Er ist seit November vergangenen Jahres Chef im eigenen Haus namens „Element Cut“, einem Spezialbetrieb im Sutumer Gewerbepark für Wasserstrahlschneiden.

„Es läuft prima“, sagt der 28-jährige Gelsenkirchener beim Besuch an der Theodor-Otte-Straße. Stolz präsentiert der Familienvater das Herzstück seines Betriebes, eine „Omax 80“. Mit dem High-Tech-Gerät lassen sich komplexe Flachteile aus nahezu jedem Material – Metalle, Kunst- und andere Werkstoffe (z.B. Granit) – mit Genauigkeiten im Hundertstel-Millimeterbereich schneiden – Zahnräder, Manschetten, Armaturentafeln.

Das ist am Markt offenbar sehr gefragt, denn die Auftragsbücher sind voll. „Ich bin meinem Businessplan ein halbes Jahr voraus“, sagt Habib Aykan. Es läuft so gut, dass er sich zur Unterstützung seinen früheren Arbeitskollegen Khodor Haidar (28) in den Betrieb geholt hat, einen Metallbauer und Konstruktionsmechaniker. Beide haben früher für die Wirth-Gruppe gearbeitet. Doch Aykan, spezialisiert auf CNC-Maschinen und schnell zum Bereichsleiter für das Wasserstrahlschneiden aufgestiegen, erkannte in der Technik ein größeres Potenzial als nur Schriftzüge und Logos für Firmen herauszutrennen. So reifte 2014 die Idee, ein Unternehmen zu gründen.

„Das war nicht einfach“, blickt der 28-Jährige zurück. Denn zwar war er durch seine leitende Funktion bei Wirth schon gut mit unternehmerischem Rüstzeug wie etwa Kalkulation, Akquise oder mit der Lagerwirtschaft vertraut, doch woher das Eigenkapital nehmen? Immerhin kostet so eine Kaltrennmaschine neu mehr als 300 000 Euro.

Hilfe hat Aykan zunächst bei einem Unternehmensberater gefunden, mit ihm hat er den geforderten Businessplan ausgetüftelt – und vor allem beim Startercenter, das die IHK mit der Wirtschaftsförderung betreibt. Dort hat der Junior-Chef mit Michaela Ehm eine kompetente Ansprechpartnerin an die Seite gestellt bekommen.

„Zur Finanzierung der notwendigen Investitionen wurden öffentliche Förderprogramme über die Sparkasse Gelsenkirchen beantragt, die die Durchleitung als Hausbank übernommen hat“, sagt Ehm. Doch nicht nur das. Das Startercenter spielt bei Gründungen eine weit tragendere Rolle. Seine „Einschätzung zur Gründerperson, zur Geschäftsidee, zum Standort und zu den Marktgegebenheiten“, so Ehm weiter, beeinflussen die Entscheidungsfindung der beteiligten Kreditgeber maßgeblich (siehe Zweittext).

Offenbar mit – bleiben wir im Bild – durchschneidendem Erfolg.

So hilft das Startercenter

Michaele Ehm, seit 20 Jahren als Beraterin im Bereich Existenzgründung und Unternehmensförderung tätig, erklärt, wie das Startercenter arbeitet: „Oft werden wir zu gutachtlichen Stellungnahmen zu Gründungs- oder Finanzierungsvorhaben herangezogen. Daher ist unsere frühzeitige Einbeziehung sinnvoll. Wir können im Vorfeld die Erfolgsaussichten einschätzen und haben die Möglichkeit, Vorhaben mit den beteiligten Partnern, NRW.Bank und Bürgschaftsbank NRW, vorzubesprechen.“

Im Fall von Habib Aykan und „Element Cut“ half das Startercenter, um den Mikromezzaninfonds Deutschland zur Finanzierung des fehlenden Eigenkapitals in Anspruch zu nehmen, die NRW.Bank für den Gründungskredit und die Bürgschaftsbank NRW für eine (Ausfall)Bürgschaft. Zusätzlich hat Habib Aykan vorab mit dem „Maschinenhersteller eine Rückkaufgarantie vereinbart“, falls sein Start doch nicht gelänge.

Kontakt: Startercenter, Rathausplatz 7, 0209 388-0.

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