Bildung

Gelsenkirchener Studenten lassen per Roboter parken

Sascha Peter vor dem Modell eines automatischen Parkhauses. Im Prinzip funktioniert die Anlage wie ein vollautomatisches Hochregallager, hier werden allerdings Fahrzeuge effektiv ein- und ausgelagert. Foto:Berufskolleg

Sascha Peter vor dem Modell eines automatischen Parkhauses. Im Prinzip funktioniert die Anlage wie ein vollautomatisches Hochregallager, hier werden allerdings Fahrzeuge effektiv ein- und ausgelagert. Foto:Berufskolleg

Gelsenkirchen.   Studenten des Gelsenkirchener Berufskollegs für Technik und Gestaltung entwickeln vollautomatisches Parkhaus. Wie es funktioniert.

Parkplätze in der Innenstadt sind vielfach knapp – wer kennt das nicht. Die Anzeige zeigt vielleicht noch „20 freie Plätze“ an. Kurvt man aber durch die verschiedenen Etagen, sind oft alle Stellflächen besetzt – nicht selten, weil etwa ein paar Fahrzeuge allzu großzügig eingeparkt wurden, schon halb auf dem nächsten Platz stehen. Auch sind Macken und Kratzer keine Seltenheit, wenn die Nachbartür unachtsam geöffnet wurde. Unsere Parkhäuser stammen aus Zeiten, in denen die Autos deutlich schmaler waren als heute.

Parken übernimmt die Maschine

Die Studierenden des dritten Semesters an der Fachschule für Elektrotechnik am Berufskolleg haben diese Probleme erkannt und entwarfen daher – in der Theorie – ein neuartiges Parkhaus: Mike Jeschmund, Claudio De Manna, Sascha Peters und Tobias Steinberg nutzten dabei ihr Wissen aus dem Fach Steuerungstechnik.

Ihr System soll die Fahrzeuge zeit- und platzoptimiert einlagern. Vollautomatisch, dank Robotertechnik. Ein vierstelliger Code, über einen Display einzugeben, übernimmt die Funktion eines Parkscheins. „Die Abrechnung erfolgt minutengenau“, skizzieren die Akteure ihre Grundidee.

Wünsche auf dem Display eingeben

Ein Portal – bildhaft gesprochen, eine Art automatischer Stapler – greift sich den nächsten freien Transportwinkel, schiebt ihn unter das Fahrzeug und stellt es auf einer markierten freien Parkfläche ab. Meldeleuchten signalisieren dabei den Status des Parkvorgangs. Zumindest im Test – die Projektgruppe griff dabei auf Modellautos zurück – funktionierte das System.

Die gewünschten Dienste – Parken oder Ausparken, werden per Display eingegeben. Auch die Parkgebühr erscheint auf dem Bildschirm – ist sie beglichen, öffnet sich die Schranke und das Auto kann ausgefahren werden.

„Diese Projekte sind verpflichtend für die Studierenden im dritten Semester“, berichtet Sieglinde Jeske, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit am Berufskolleg. Sechs Monate lang sollen sich Gruppen, bestehend aus maximal vier Studierenden, zusammentun und ein Projekt entwickeln. Diese seien aber nicht mit dem vollautomatischen und vergleichsweise sehr aufwendigeren Parkhaus-Projekt zu vergleichen. „Hier steckt unter anderem eine hochkomplexe Programmierung dahinter“, sagt Jeske.

Die Studierenden der Fachschule für Elektrotechnik haben als Ziel den Abschluss als Staatlich geprüfte Techniker. Vier Jahre dauert ihre Ausbildung, an drei Tagen die Woche drücken sie abends nach der Arbeit die Schulbank. Der Abschluss ist gleichwertig einem Bachelor an einer Hochschule.

>> Unterstützung aus der Wirtschaft

Mike Jeschmund ist beschäftigt bei der Kardex AG Neuburg. Tobias Steinberg arbeitet bei der Siemens AG. Sascha Peters ist Technischer Leiter bei der Westfleisch Erkenschwick GmbH. Seine Firma unterstützte die Projektgruppe mit Materialien. Claudio de Manna ist bei der Oberhausener Firma Spie SAG GmbH angestellt, wo die Treffen der Projektgruppe stattfinden.


Das Berufskolleg für Technik und Gestaltung bietet für das Semester 2018/19 noch freie Plätze in den Bereichen Maschinenbau- und Elektrotechnik. Informationen unter: 0209 450 31 10, auf www.btg-ge.de

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben