Sport-Paradies

Gelsenkirchener Sport-Paradies legt eine Winterpause ein

Azubi Raphael Michalek säubert im Gelsenkirchener Sport-Paradies ein Trittblech, damit auch in Zukunft der Einsteig ins Becken reibungslos abläuft.

Azubi Raphael Michalek säubert im Gelsenkirchener Sport-Paradies ein Trittblech, damit auch in Zukunft der Einsteig ins Becken reibungslos abläuft.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Erle.  Im Sport-Paradies Gelsenkirchen ist es zur Zeit sehr trocken. Für Wartungs- und Reparaturarbeiten des Bades wurden die Becken leer gepumpt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Industriekletterer an der Decke, Handwerker im Becken und Lackierer im Kinderparadies. Im Sport-Paradies Gelsenkirchen herrscht, trotz Betriebspause, reges Treiben. Seit Anfang der Woche sind alle Becken im Hallenbad leer gepumpt. Während der Wartungspause sind täglich rund 30 Mitarbeiter und Handwerker von externen Firmen damit beschäftigt, die gesamte Badewelt auf Vordermann zu bringen. Aktuell kann nur Eislaufhalle und Kegelbahn kann regulär besucht werden.

Lange Arbeitsliste: Becken reinigen, Fliesen verlegen, Filter tauschen

Beckenböden werden intensiv gereinigt, Fließen neu verlegt, Filter ausgetauscht und sogar neue Pflanzen ziehen in die Badewelt ein. Die chlorhaltige Luft sorgt für eine hohe Fluktuation bei der Flora. „So ein altes Bad braucht intensive Pflege“, sagte Frank Hansch, Betriebsleiter des Sport-Paradies. Über drei Millionen Liter Wasser fasst das Hauptbecken im Freizeitbad. Rund vier bis fünf Tage nimmt die Befüllung und die anschließende Temperierung des Badewassers wieder in Anspruch.

Fundstück: eine verrostete fünf Mark-Münze

„Um die Badegäste nicht zu gefährden, können wir die meisten Arbeiten wie den Austausch der Lärmschutzelemente nicht bei laufendem Betrieb machen“, erklärt Hansch. Die Betriebspause bietet auch die Möglichkeit, den Hubboden unter dem Nichtschwimmerbereich hochzufahren und die Stahlträger unter dem Becken ordentlich zu warten und in Stand zu halten.

Während des normalen Betriebes geraten immer wieder kleinere Gegenstände unter den Hubboden. Dieses Jahr fanden Mitarbeiter ein fünf Mark-Münze, die inzwischen mit einer dicken Rostschicht überzogen war. Auch im Wasserzirkus, wo sich das Planschbecken für die ganz kleinen Gäste befindet, bekommt die Rutsche einen neuen Anstrich und auch die Spielelemente werden erneuert und repariert.

Beckenwasser unterliegt hohen Qualitätsnormen und ist theoretisch trinkbar

Direkt unter der dem Sport-Paradies befinden sich die Wasseraufbereitungsanlagen. Ein kilometerlanges Röhrensystem mit verschiedensten Filteranlagen, Pumpen und Kontrollapparaturen. Der tiefste Punkt der Anlage befindet sich acht Meter unter der Erde. Dort unten lagern die verschiedensten Chemikalien wie Schwefelsäure, Natronlauge und Flockungsmittel. Ihr Einsatz ist allerdings auch notwendig, um die großen Tanks und Schlammwasserkammern, die mehrere Meter hoch sind, zu betreiben. Bei normalem Betrieb filtern und reinigen die Systeme das Badewasser 24 Stunden am Tag. Dabei unterliegt die Wasserqualität sehr hohen Standards – es wäre theoretisch trinkbar. Überschüssiges Wasser wird übrigens durch ein Rohr in den Rhein-Herne-Kanal entsorgt.

Chlorflaschen sicher außerhalb der Badanlage verstaut

Zur Desinfektion wird das Badewasser zusätzlich gechlort. Die großen Gasflaschen hierfür werden zur Sicherheit in speziellen Räumen, die sich außerhalb der Badeanlage befinden, aufbewahrt. Im Falle eines Unfalls kann so das gefährliche Gas nicht in die Badeanlage geraten. Chlor wirkt als Gas vorwiegend auf die Atemwege. Bei der Inhalation reagiert es mit der Feuchtigkeit der Schleimhäute unter Bildung von hypochloriger Säure und Chlorwasserstoffsäure. Dadurch kommt es zu einer starken Reizung der Schleimhäute, bei längerer Einwirkung auch zu Bluthusten und Atemnot, sowie Erstickungserscheinungen.

Die Wartungsarbeiten sollen noch bis Freitag, 13. Dezember, laufen. Ab Samstag, 14. Dezember, soll der reguläre Badebetrieb wieder los gehen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben