Objektkunst

Gelsenkirchener Skulpturenwald ist um ein Stück gewachsen

Versonnen blickt Sibylle Pieper auf ihr Werk in der Reihe „Kunst am Baum“, den Eschenstamm im Skulpturenwald an der Adenauer-Allee in Gelsenkirchen.

Versonnen blickt Sibylle Pieper auf ihr Werk in der Reihe „Kunst am Baum“, den Eschenstamm im Skulpturenwald an der Adenauer-Allee in Gelsenkirchen.

Foto: Uli Kolmann / WAZ

Gelsenkirchen-Buer.  Sibylle Pieper hat ihre Arbeit am nächsten Stamm des Skulpturenwaldes in Gelsenkirchen vollendet. Eine goldene Kugel krönt die Gestaltung.

Nach gut zwei Wochen hat Sibylle Pieper ihre Arbeit fertiggestellt. Das nächste Element im Skulpturenwald an der Adenauer-Allee präsentiert sich zwar noch vom Gerüst halb verdeckt, aber der etwa zehn Meter hohe Baumstamm ist umgestaltet. In die zufriedene Erleichterung mischt sich bei der Holzbildhauerin, zurück am Boden, ein bisschen Sentimentalität.

Gelsendienste haben vom Pilz befallenen Baum gekappt

Sie hat sich intensiv mit den Mythen rund um die Esche, den sagenumwobenen Weltenbaum „Yggdrasil“, befasst. Das Exemplar hier im Park, kurz vor der Mauer des Bergmannsheils, ist wie Millionen weitere Eschen allerdings ganz weltlich und unrettbar von einem Pilz befallen, der das so genannte Eschentriebsterben verursacht. Gelsendienste haben daher das stattliche Exemplar oberhalb der zentralen Gabelung des Stammes in etwa zehn Metern Höhe zur Verkehrssicherung des Spazierweges komplett entastet und gekappt.

28. Station der Reihe „Kunst am Baum“

Der Stamm selbst ist noch standsicher und wurde damit als Anwärter für die 28. Station der Reihe „Kunst am Baum“ des Kunstvereins Gelsenkirchen freigegeben und mit einem Gerüst versehen. Am Sonntag, 21. Juni, soll die Übergabe der Skulptur sein, wenn es die Corona-Schutzbestimmungen erlauben. Parallel zur Vorstellung des neuen Werkes im Skulpturenpark wird Sibylle Pieper dann auch in einer Einzelausstellung traditionell eine Auswahl weiterer Arbeiten im Kunstmuseum an der Horster Straße zeigen.

Die Künstlerin arbeitet gern auf besondere Art grafisch mit großen Holz-Objekten, wenn auch eher selten an so großen. Ihrer Leidenschaft für die Linie ist sie auch hier wieder nachgegangen. Ein breites Band hat sie aus der Rinde der Esche geschält, das sich bis an die Gabelung um den Stamm in die Höhe windet.

Künstlerin mit Leidenschaft für die Linie

Die neu entstandene Oberfläche hat sie anschließend regelmäßig mit der Motorsäge geradezu modelliert. Das allerdings nicht durchgehend, ein Teil blieb frei, nackt, von der Rinde befreit, unterbricht damit das neu Entstandene. https://www.facebook.com/WAZGelsenkirchen/

Den Schlusspunkt des kreativen Prozesses hat Sibylle Pieper mit einer goldlackierten Kugel in der letzten verbliebenen Gabelung der Esche gesetzt. Diese wird mit dem Baum selbst der Witterung ausgesetzt sein und Teil dieser neuen Geschichte werden.

Weitere Informationen unter https://sibylle-pieper.de/ und http://www.kunstverein-gelsenkirchen.de/

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