Keine Königsanwärter mehr

Gelsenkirchener Schützen: Meinolf I. und Monika I. entthront

Der Kreisvorsitzende Jürgen Sandow (hinten links) und die Kreiskönigin Monika Jeske (hinten rechts) entthronisieren Gelsenkirchens Schützenkaiser Meinolf I Seeger (vone links) und Schützenkönigin Monika I Rost. Der Gelsenkirchener Schützengilde fehlt der Nachwuchs.

Der Kreisvorsitzende Jürgen Sandow (hinten links) und die Kreiskönigin Monika Jeske (hinten rechts) entthronisieren Gelsenkirchens Schützenkaiser Meinolf I Seeger (vone links) und Schützenkönigin Monika I Rost. Der Gelsenkirchener Schützengilde fehlt der Nachwuchs.

Foto: Foto: Joachim Kleine-Büning / FFS

Ückendorf.   Weil der Nachwuchs fehlt, hat sich die Schützengilde 1965 entschlossen, künftig ohne Königspaar auszukommen. Meinolf I. und Monika I. traten ab.

Es wird kein Vogel mehr abgeschossen. In diesem Jahr fand das traditionelle Königsschießen inklusive der Inthronisierung des Vereins Gelsenkirchener Schützengilde 1965 erstmals nicht mehr statt. Der Grund: der Nachwuchs fehlt. Es gibt nach 54 Jahren keine Königsanwärter mehr, die auf den Thron folgen wollen. Die WAZ berichtete bereits.

150 Menschen vor Ort

Trotzdem wurde die Zeremonie der Entthronisierung am Wochenende festlich im Hotel Lichthof an der Leithestraße veranstaltet. An die 150 Menschen waren vor Ort. Darunter Schützenbrüder und -schwestern aus der eigenen Gilde, aber auch aus umliegenden Vereinen wie aus Essen und Bochum. Manch einer trug seinen Schützenrock und sein Vereinsabzeichen am Körper, andere hatten sich im Anzug oder Kleid fein herausgeputzt. Lautes Klatschen und feierliche Musik als die Abdankenden in den ausverkauften Saal marschierten. Königin Monika Rost, Kaiser Meinolf Seeger und das Kronprinzenpaar Gudrun und Gerd Kazmierczak nahmen an einem Tisch im vorderen Bereich des Saals Platz.

Weiterhin traditionelle Veranstaltungen

Schatzmeisterin Brigitte Heitger begrüßte die noch amtierenden Majestäten und die Gäste. In ihrer Rede erwähnte sie auch den stark gestiegenen Altersdurchschnitt. „Trotzdem wollen wir auch ohne Königspaar versuchen weiterhin die traditionellen Veranstaltungen durchzuführen. Ohne Last von Krone und Kette werden wir weiter das Tanzbein schwingen“, so ihre Worte. Bezirksvorsitzender Michael Höfling: „Die Entthronisierung ist mittlerweile gar nicht mehr so selten. Ich hoffe, dass es der Beginn von etwas Neuem ist und es doch irgendwann wieder ein Königspaar geben wird.“

Krone und Insignien abgenommen

Schließlich leitete Kreiskönigin Monika Jeske, Kreivorsitzender Jürgen Sandow und Moderator Dieter Felke den bedeutenden Moment ein. Eine deutsche Version des Songs „My Way“ von Frank Sinatra, gesungen von Felke, unterstützte die Zeremonie. Während der Entthronisierung wurden den Majestäten die Insignien, federnde Kronen und Schützenketten, abgenommen. Diese werden nun erst einmal sicher verwahrt. Jeske: „In der Gesellschaft hat sich viel geändert auch die sportliche Geselligkeit. Früher war es auch Tradition, dass keine Frauen zugelassen waren. Mittlerweile haben viele Vereine die Spielregeln geändert. Auch für junge Leute wurde der Einstieg verbessert.“ Verdiente Mitglieder erhielten im Anschluss Kreisehrennadeln überreicht.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben