Digitalisierung

Gelsenkirchener NS-Dokustätte bald mit virtuellem Rundgang

Nach seiner Erweiterung 2015 präsentiert die Ausstellung der NS-Dokumentationsstätte in Gelsenkirchen-Erle auch spannende Einblicke in das Leben der Edelweißpiraten in der NS-Zeit. Darauf verweist der geplante virtuelle Rundgang, den Daniel Schmidt, Leiter des Instituts für Stadtgeschichte, ankündigt.

Nach seiner Erweiterung 2015 präsentiert die Ausstellung der NS-Dokumentationsstätte in Gelsenkirchen-Erle auch spannende Einblicke in das Leben der Edelweißpiraten in der NS-Zeit. Darauf verweist der geplante virtuelle Rundgang, den Daniel Schmidt, Leiter des Instituts für Stadtgeschichte, ankündigt.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Erle.  LWL-Förderung ermöglicht den Besuch in der Gelsenkirchener Ausstellung vom Handy aus. Nutzer können Texte abrufen und vorlesen lassen.

Hier Hakenkreuz-Schmierereien an Fassaden, dort Juden-Witze in sozialen Netzwerken: Das Ende des Nationalsozialismus mag 75 Jahre her sein - völlig abgehakt scheint die braune Gesinnung aber nicht. Grund genug also für einen Besuch in der NS-Dokumentationsstätte an der Cranger Straße, wo zahlreiche lokale Facetten dieser menschenverachtenden Ideologie beleuchtet werden. In Corona-Zeiten ist das freilich nur eingeschränkt möglich. Mit einem virtuellen Rundgang wird die Einrichtung aber bald rund um die Uhr auch für große Gruppen zugänglich sein. Möglich macht’s eine 10.000-Euro-Förderung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Ende des Jahres, so hofft Daniel Schmidt, Leiter des Instituts für Stadtgeschichte, soll der virtuelle Rundgang fertiggestellt sein. „Da wir aktuell wegen der Pandemie nur wenige Besucher gleichzeitig in die sieben Ausstellungsräume einlassen können, ermöglicht das neue Angebot Interessierten, sich einen audio-visuellen Eindruck von unseren Themenschwerpunkten zu machen“, freut sich Schmidt über diesen Fortschritt in Sachen Digitalisierung. „Das Projekt passt allerdings nicht nur in die Coronazeit, sondern wird auch darüber hinaus helfen, mehr auf uns aufmerksam zu machen“, ist der Historiker überzeugt.

Gelsenkirchener Angebot soll Interessierte zum Besuch vor Ort motivieren

https://www.waz.de/staedte/gelsenkirchen/Gestaltet werden soll der virtuelle Rundgang nach dem Vorbild des EL-DE-Hauses in Köln, ebenfalls NS-Dokumentationsstätte, also: barrierefrei für Personen mit Einschränkungen der Seh-, Hörfähigkeit und Mobilität. So ist nicht nur ein 360-Grad-Rundumblick in den jeweiligen Räumen möglich, um sich authentisch orientieren zu können, als wäre der Betrachter unmittelbar vor Ort. Per Mausklick können Interessierte überdies einzelne Bereiche durch Heranzoomen vergrößern und weiterführende Erklärungen abrufen. „An einigen Stellen werden wir auch Audio-Elemente anbieten“, so Schmidt.

https://www.facebook.com/WAZGelsenkirchen/So könnten lokalhistorisch Interessierte einen ausführlicheren Überblick über die Ausstellung erhalten als über die Homepage, „und bestenfalls motiviert werden, uns später tatsächlich zu besuchen; denn natürlich verschießen wir nicht unser ganzes Pulver beim virtuellen Rundgang.“

Nähere Infos unter: www.gelsenkirchen.de

+++ Aktuelle Fallzahlen aus Ihrer Stadt, neue Verordnungen, neue Erkenntnisse der Impfstoff-Forschung: Das Corona-Update hält Sie auf dem Laufenden. Hier kostenlos für den Newsletter anmelden! +++

Verfolgen Sie die aktuelle Entwicklung zum Coronavirus in Gelsenkirchen in unserem Newsblog

Lesen Sie mehr Geschichten aus Gelsenkirchen

Oder folgen Sie der WAZ Gelsenkirchen auf Facebook

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben