Comedy

Gelsenkirchener Lehrerkind büffelt vor dem großem Auftritt

Schwungvoll: Bastian Bielendorfer stand im „Wohnzimmer“ bei der Vor-Vor-Premiere seines „Lustig, aber wahr!“-Programms auf die Bühne. Die Einnahmen zweier Spielabende gehen an den Verein Wohnzimmer.

Schwungvoll: Bastian Bielendorfer stand im „Wohnzimmer“ bei der Vor-Vor-Premiere seines „Lustig, aber wahr!“-Programms auf die Bühne. Die Einnahmen zweier Spielabende gehen an den Verein Wohnzimmer.

Foto: Oliver Mengedoht

Gelsenkirchen-Schalke.   Bastian Bielendorfer präsentierte im „Wohnzimmer“ sein neues Programm „Lustig, aber wahr“. Im März gastiert er damit in der Emscher-Lippe-Halle.

Welch eine Premiere. Eine „Vor-Vor-Premiere“ nennt es Comedian Bastian Bielendorfer, vor gut 50 begeisterten, geradezu handverlesenen Gästen im „Wohnzimmer“ neben der Kaue, genau die richtige Atmosphäre, um zum ersten Mal sein zweites Liveprogramm zu präsentieren. „Lustig, aber wahr“ erwartet die Fans, und beides erwarten die auch.

Denn „Vorbildung“ haben alle, sie kennen das „Lehrerkind“ von der Bühne oder aus dem Radio, kennen Cousine Cordula, die Waldorflehrerin, und ihren Sohn Ludger. Das muss ja alles wahr sein, wenn Bielendorfer glaubhaft aus seiner Gelsenkirchener Vergangenheit erzählt, der Grillo-Gymnasiast, der auch seine Grundschule in Rotthausen streift.

Slapstick kommt unfreiwillig dazu

Bastian Bielendorfer genießt sein Heimspiel auf jeden Fall, „Gelsenkirchen, hier ist schon Feuer im Saal“, und Slapstick kommt bei dieser Vor-Vor-Premiere noch dazu. Der Mikrofonständer hat ein Eigenleben, das iPad erst einmal nicht. Mit IT-Hilfe aus der ersten Reihe kann es dann doch weitergehen. Muss wahr sein, das kann er nicht erfinden. Bielendorfer improvisiert, spielt Comedian-Kurzpass mit dem Publikum. Kein Wunder, wenn er plötzlich raushaut: „Dich kenn’ ich noch.“

Einiges haben die 50 Zuschauer im Wohnzimmer ja bestimmt von ihm gesehen oder gehört, aber seinen Auftritt bei Günter Jauch und „Wer wird Millionär?“ kann er genauso wie die Ausflüge mit Waldorf-Ludger immer wieder präsentieren. Dass der Vater, „’ne coole Socke“, sein Telefonjoker im Millionenquiz war und nicht glauben konnte, dass er schon bei der 8.000-Euro-Frage scheute zum Beispiel. Der Pädagogenvater hat diese natürlich sofort richtig beantwortet, und neun Millionen Zuschauern gleich noch mitgegeben, der Junge müsse adoptiert worden sein, wenn er wirklich bei solch lächerlichen Summen schon seine Hilfe bräuchte. Sagt das Lehrerkind.

Kopfkino bei den Zuschauern angeworfen

Bielendorfer hält was er verspricht, wo andere Komiker nur Witze machen, bohrt er tief im eigenen Leben als kinderloser Mopsbesitzer Mitte 30, der das einzige studiert hat, was man in seiner Familie noch mehr braucht als Lehramt: Psychologie.

Bastian Bielendorfer wirft bei allen im Saal immer wieder das Kopfkino an, doch solche Typen, wie er sie trocken beschreibt, die kann man nicht erfinden. Schon gar nicht, wie konsequent die sind. Das muss wahr sein.

Und er legt hier bei seinem Heimspiel auch noch einen drauf: „Faktisch gibt es nichts vergleichbares wie das Wohnzimmer in Gelsenkirchen. Danke Euch für die Spende.“ Und ganz kurz: „Tschüss, war schön.“

Lampenfieber vor der großen Hallen-Kulisse

Bastian Bielendorfer spielt am 22. März 2019 in der „Emscher-Lippe-Halle“ sein Programm „Lustig, aber wahr!“ Das erste Mal, dass er vor soviel Publikum stehen wird. Und da das Ganze in der alten Heimat stattfindet, sind sowohl die Vorfreude als auch die Aufregung darauf jetzt schon entsprechend groß.

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