WAZ-Medizinforum

Gelsenkirchener Forum zum einzigen Krebs mit echter Vorsorge

 Dr. Evangelos Efthimiadis (rechts), ab Oktober neue Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, und Dr. Ioannis Dimitriou, der die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im November übernimmt, zeigen, wie die Kamera bei der endoskopischen Untersuchung funktioniert.

Dr. Evangelos Efthimiadis (rechts), ab Oktober neue Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, und Dr. Ioannis Dimitriou, der die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im November übernimmt, zeigen, wie die Kamera bei der endoskopischen Untersuchung funktioniert.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Beim WAZ-Medizinforum mit dem St. Marien Hospital Gelsenkirchen-Buer geht es um Darmkrebs. Es ist der einzige Krebs, den Vorsorge verhindert.

Es ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern und mittlerweile auch bei Frauen. 60.000 Neuerkrankungen gibt es im Jahr, 26.000 Menschen sterben jedes Jahr daran. Dabei ist es die einzige Krebsart, bei der eine echte Vorsorge möglich ist, die das Entstehen von Krebs wirklich verhindern kann, bevor sich Krebszellen entwickelt haben. Die Rede ist von Darmkrebs, der Thema des ersten WAZ-Medizinforums der Saison sein wird. Am Mittwoch, 2. Oktober, werden Experten des St. Marien Hospitals Buer rund um das Thema und Neuheiten auf dem Gebiet der Diagnostik und Therapie informieren.

Dr. Evangelos Eftimiadis, als Oberarzt und Facharzt für Gastroenterologie bereits seit längerem im Hause tätig und ab 1. Oktober als Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und damit Nachfolger von Dr. Markus Wittenberg, wird zunächst ins Thema einführen und erklären, wie eine frühe Vorsorge helfen kann, die Entstehung von Darmkrebs zu verhindern. Bei endoskopischen Darmuntersuchungen können verdächtige Polypen entdeckt werden, die dann in vielen Fällen sofort bei der Untersuchung entfernt werden können, bevor sich Krebszellen entwickeln können. Tatsächlich ist die Zahl der Neuerkrankungen in den letzten Jahren, seit die Vorsorge stärker genutzt wird, deutlich rückläufig.

Bei familiärer Vorbelastung zahlen die Kassen auch schon ab 45 Jahren

Generell zahlen die gesetzlichen Krankenkassen zwar erst ab einem Alter von 55 Jahren die Vorsorge, wer allerdings Vorbelastungen in Form von Erkrankungen in der Familie aufweist, kann sie auch bereits ab 45 Jahren in Anspruch nehmen. Für Männer sind seit Neuestem auch generell Untersuchungen ab 50 Jahren möglich, für Frauen bleibt es noch bei 55 Jahren. Genutzt wird die Vorsorge trotz ihrer vorbeugenden Wirkung aber lediglich von einem Drittel der Bevölkerung – wobei es mehr Frauen als Männer sind. Die häufigste Form der Erkrankung ist Dickdarmkrebs, in nur zehn Prozent der Fälle handelt es sich um Enddarmkrebs.

Welche Operationstechniken für die Behandlung zur Verfügung stehen und wie sie wirken, wird der künftige Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dr. Ioannis Dimitriou, bei dem Forum erklären. Wenn es sich um bereits entwickelten Dickdarmkrebs handelt, wird ohne Vorbehandlung direkt operiert, bei Enddarmkrebs kann auch eine Vorbehandlung des Tumors in Form von Strahlentherapie oder auch Chemotherapie in Frage kommen. Wie genau bei jedem Einzelnen vorgegangen wird, besprechen die Experten in der Tumorkonferenz des Darmzentrums im Hause, dem auch andere Kliniken in Gelsenkirchen angeschlossen sind.

Individuelle Chemotherapie ist heute Standard

Grundsätzlich ist Darmkrebs mittlerweile heilbar, je nach Stadium bei Feststellung der Erkrankung. Die durchschnittliche Überlebensdauer – eingerechnet die erst spät entdeckten, bereits metastasierten Fälle – habe sich auf fünf Jahre gesteigert, so die Experten. Bei notwendiger chemotherapeutischer Behandlung arbeite man heute mit individualisierten Chemotherapeutika, abgestimmt auf die jeweiligen Krebszellen beziehungsweise genetischen Veränderungen. „Auch bei metastasierten Formen hat sich die Überlebensdauer von Patienten dank dieser Verbesserung von wenigen Monaten auf um die 30 Monate erhöht“, weiß Evangelos Eftimiadis.

Beim WAZ-Medizinforum wird auch diesmal im Anschluss an die Vorträge die Möglichkeit bestehen, Fragen zum Thema stellen und zu diskutieren. Persönliche Fragen unter vier Augen sind am Ende der Veranstaltung möglich.

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