Ehrenamt

Gelsenkirchener Ehrenamtspreis für Hilfe im Verborgenen

Für ihr Engagement mit dem Gelsenkirchener Ehrenamtspreis ausgezeichnet wurden Einzelpersonen und eine Gruppe im Hans-Sachs-Haus.

Foto: Heinrich Jung

Für ihr Engagement mit dem Gelsenkirchener Ehrenamtspreis ausgezeichnet wurden Einzelpersonen und eine Gruppe im Hans-Sachs-Haus. Foto: Heinrich Jung

Gelsenkirchen.   Mit 6000 Euro hat die Sparkasse Gelsenkirchen den Ehrenamtspreis für engagierte Helfer ausgestattet. Hier die neuen Preisträger...

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Sie arbeiten erfolgreich im Hintergrund, große Worte sind nicht ihre Sache. Die zahlreichen Ehrenamtler in Gelsenkirchen sind soziale Partner für alle Generationen, helfen im realen wie im digitalen Leben. Jetzt standen einige von ihnen im Rampenlicht. Stadt und Sparkasse zeichneten zwei Einzelpersonen und eine Gruppe im Hans-Sachs-Haus für ihr Engagement mit dem Ehrenamtspreis aus.

Die Stadt hatte das Foyer festlich dekoriert und zahlreiche Ehrenamtler eingeladen. Von den vielen freiwilligen Akteuren im Saal hätten es sicherlich viele verdient, für ihr Engagement ausgezeichnet zu werden. Oberbürgermeister Frank Baranowski zollte ihrem Einsatz größten Respekt. Die Gesellschaft brauche Frauen und Männer, die sich um das gesellschaftliche Miteinander, um Nachbarn, um das Zusammenleben im Quartier, um Menschen in besonderen Lebenslagen kümmerten. Die Glaubwürdigkeit und Akzeptanz sei höher, glaubte der OB, weil man nachbarschaftliche Hilfe lieber annehme als zum Amt zu gehen.

Schulbildung für Mädchen ermöglichen

Eine der Preisträgerinnen ist Necmiye Öztürk, die in der Türkei als Halbwaise aufwuchs und ohne Schulbildung 1981 nach Deutschland kam. Sie setzte sich dafür ein,, was ihr als Kind vorenthalten wurde. Sie ist seit zwölf Jahren Vorsitzende des Türkisch-Deutschen Hilfsvereins, der vor allem Mädchen und Frauen eine Schulbildung oder ein Studium ermöglichen will. Sie hatte erfahren, was es bedeutet, ohne Sprachkenntnisse und Schulbildung in einem fremden Land zu starten. Mit ihrem Engagement gibt sie jungen Frauen Hoffnung auf schulische Bildung. „Sie spricht nicht nur von Integration“, heißt es in der Laudatio, „sondern lebt sie mit Herzblut.“ Der Verein ist mittlerweile Anlaufpunkt für Hilfesuchende aller Nationalitäten.

Älteren den Weg in digitale Welten ebnen

Doch nicht nur in der realen Welt sind Menschen auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen. Monika Sommer-Kensche will vor allem älteren Menschen den Zugang zur digitalen Welt ermöglichen. Sie ist Leiterin des Projekts „Technikbotschafter“ im Rahmen der ZWAR-Gruppen des Generationennetzwerks und koordiniert die Arbeit der Mitstreiter. Sie weiß, dass man technisches Verständnis am besten von Gleichaltrigen vermittelt bekommt. Unter dem Motto „Alt hilft Alt“ weisen die Technikbotschafter ihre Altersgenossen mit angemessenem Tempo und Einfühlungsvermögen in die Anwendung von Technik und Internet ein.

Die Ehrenamtler beraten auch beim Gerätekauf, bieten Hilfe bei der Einrichtung, bei Seminaren und Schulungen an. Vor allem den Menschen, die an die Wohnung gebunden sind, gibt Technik wieder die Möglichkeit, in Kontakt mit der Umwelt zu bleiben.

Hilfe für junge Selbstmordgefährdete

Ungewöhnlich ist sicherlich der Einsatz von 24 jungen Leuten, die Beratung in der „U 25 Gelsenkirchen-Online-Suizid-Prävention“ anbieten. Die Mitglieder, die zwischen 16 und 25 Jahre alt sind, wissen, dass die Suizid-Gefährdung gerade bei den bis 25-Jährigen besonders groß ist. Streit mit den Eltern, Probleme in der Schule oder in der Beziehung sind häufig Ursachen, die junge Menschen verzweifeln lassen. Die Ehrenamtlichen sind überzeugt, als Gleichaltrige glaubwürdige Ansprechpartner sein zu können. Sie kommunizieren online per „Help Mail“ mit den Gesprächspartnern, werden dabei von zwei hauptamtlichen Mitarbeitern der Caritas unterstützt. Für die Zukunft ist eine Ausweitung der Beratung auf Chat-Basis geplant. Wie wichtig die Arbeit des Teams ist, belegten Zahlen: Die Ehrenamtler haben inzwischen mit 1000 Klienten kommuniziert.

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