Literatur

„Kopfkino“ von Andrea Rohmert ein gelungenes Erstlingswerk

Die Gelsenkirchener Autorin Andrea Rohmert legt mit „Kopfkino“ ihr erstes Buch vor. Bei Literaturwettbewerben war sie bereits äußerst erfolgreich mit ihren Texten.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Die Gelsenkirchener Autorin Andrea Rohmert legt mit „Kopfkino“ ihr erstes Buch vor. Bei Literaturwettbewerben war sie bereits äußerst erfolgreich mit ihren Texten. Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.  Die in Gladbeck geborene Autorin Andrea Rohmert (40) legt mit dem Buch „Kopfkino“ eine Sammlung von 21 Erzählungen vor. Satire trifft schwarzen Humor.

Zuerst setzt das Kopfkino ein. Bilder entstehen, kleine Szenen, aus denen schließlich Geschichten erwachsen – und inzwischen sogar ein ganzes Buch. Die Gelsenkirchenerin Andrea Rohmert geht so gut wie nie ohne Stift und Papier aus dem Haus und hält stets die Augen und Ohren offen und Inspirationen fest. Aus einer großen Sammlung von Erzählungen, die sie in den vergangenen Jahren niedergeschrieben hat, entstand nun das Buch „Kopfkino“. Ein Erstlingswerk.

Geschichten von hier und da

Mit Texten allerdings, von denen schon viele das Licht der Öffentlichkeit auf Lesungen erblickt haben, einige davon sogar preisgekrönt. Entdeckt wurde das literarische Talent der 40-jährigen, gebürtigen Gladbeckerin vor allem in Recklinghausen, wo die Neue Literarische Gesellschaft einmal im Jahr zur Autorennacht einlädt. Andrea Rohmert gewann dort gleich zwei Mal die Vestische Literatureule (2007 und 2016), ebenfalls zwei Mal den Publikumspreis und war auch Preisträgerin beim Literaturwettbewerb zu den Gelsenkirchener Tagen der Populären Literatur 2013.

Angestellte bei der Stadt Gelsenkirchen

„Die Idee, die Geschichten zu veröffentlichen, kam von Freunden“, erinnert sich die Autorin, die im Hauptberuf als Angestellte bei der Stadt Gelsenkirchen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit arbeitet. Nun brachte sie es bei „Books on Demand“ auf den Markt. Der 248 Seiten starke Band enthält 21 Geschichten aus 20 Jahren, die älteste entstand 1998, die aktuelleste 2017.

Wer in diesem „Kopfkino“ Platz nimmt, bekommt gleich 21 völlig unterschiedliche Vorstellungen. Und das, wie die Autorin in ihrem Vorwort augenzwinkernd, aber nachvollziehbar, formuliert: „Die Zahl der Saalidioten, also die Zahl derer, die genau in der Reihe hinter oder vor einem sitzen (. . .), Nachos und Popcorn fressen und dabei olfaktorisch und akustisch zum Killer sämtlicher ruhiger Szenen werden, die Zahl lässt sich also im Kopfkino prima reduzieren.“ Nur einer der guten Gründe, um zu diesem Buch zu greifen.

Spitze Feder gepaart mit tiefschwarzem Humor

Die Genres wechseln, reichen von feiner Satire über witzige Märchen bis hin zu kleinen Dramen und Tragödien. Immer unterlegt mit feiner, spitzer Ironie, einem Hauch von tiefschwarzem Humor und üppiger Fantasie. Was der Autorin immer hervorragend gelingt, ist der Plot, die Schlusspointe, die Überraschung am Ende.

Die süffig zu lesenden Texte kreisen um den ganz normalen Alltagswahnsinn, um irrwitzige Ereignisse, um magische Momente mitten in der harten Realität. Da narrt ein Navi den Autofahrer und will eine junge Frau als gute Tyrannin die Weltherrschaft übernehmen. Zu den tierischen Geschichten zählt der Reißwolf, der die Zähne fletscht, zu den außerirdischen die Begegnung einer alten Frau mit ihrem Schutzengel. Der Untertitel von „Kopfkino“ trifft es: „Geschichten von hier und da und irgendwo dazwischen.“

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