Gruppenvergewaltigung

Gelsenkirchener Angeklagter auf Kaution in Freiheit

Nuri E., der sein Gesicht mit einem Aktenordner verdeckt, legte zum Prozessauftakt eine Art Geständnis ab.

Nuri E., der sein Gesicht mit einem Aktenordner verdeckt, legte zum Prozessauftakt eine Art Geständnis ab.

Foto: André Hirtz

Gelsenkirchen/Essen.   Wie das Landgericht Essen am Donnerstag auf Anfrage der WAZ bestätigte, wurde für den 20-Jährigen eine Kaution in Höhe von 20.000 Euro gezahlt.

Die Freiheit für den Gelsenkirchener Nuri E., dem neben vier Mitangeklagten die Vergewaltigung von mehren jungen Frauen in Essener Waldgebieten vorgeworfen wird, hat ihren Preis. Wie das Landgericht Essen am Donnerstag auf Anfrage der WAZ bestätigte, ist für den 20-Jährigen eine Kaution in Höhe von 20.000 Euro eingezahlt worden.

Dies sei eine der Voraussetzungen gewesen, den seit dem 18. Januar gültigen Haftbefehl am Mittwoch außer Vollzug zu setzen, sagte Gerichtssprecher Johannes Hidding. Außerdem müsse er sich regelmäßig bei der Polizei melden. Das Gericht habe mit der Entscheidung auch das volle und umfassende Geständnis von Nuri E. gewürdigt. Auch wenn er immer noch mit einer erheblichen Haftstrafe zu rechnen habe, sei die Fluchtgefahr bei ihm nicht so hoch anzusiedeln.

Am Mittwochnachmittag durfte der 20-Jährige deshalb die Jugendhaftanstalt in Heinsberg verlassen. Das Gericht hatte mit seiner Entscheidung auf eine Haftbeschwerde der Verteidiger von Nuri E. reagiert. Für die übrigen Angeklagten ist keine Haftbeschwerde eingelegt worden. Sie sitzen mit einer Ausnahme seit Anfang des Jahres in U-Haft.

Jüngster Angeklagter auf freiem Fuß

Ein 17-jähriger Angeklagter aus Gelsenkirchen, der jüngste der mutmaßlichen Teilnehmer an der Gruppenvergewaltigung, hatte nicht ins Gefängnis gemusst, offenbar aufgrund seines Alters. Denn laut Anklage war er die treibende Kraft, Nuri E. bezeichnete ihn auch als „den Boss“.

In seiner Aussage hatte Nuri E. umfassend ausgesagt – allerdings mit Hang zur Bagatellisierung. Er selbst will stets freundlich gefragt haben, ob die Mädchen mit ihm schlafen wollten. Nachdem einer der Mitangeklagten ein Mädchen vergewaltigt habe, so erzählt er, sei er an der Reihe gewesen. Er habe die Mädchen darum „gebeten“. Zwar hätten sie zunächst abgelehnt, nach seinem Hinweis, er werde sie danach nach Hause fahren, hätten sie eingewilligt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben