Weihnachten und Corona

Gelsenkirchen: Weihnachtsdorf am Dom trotzt einer Absage

Drangvolle Enge auf der Domplatte wie beim „Bueraner Winterzauber“ 2015 wird’s beim Weihnachtsdorf 2020 nicht geben. Der Veranstalter muss wegen der Coronapandemie mit Zugangskontrollen des dann eingezäunten Bereichs planen. Ob das Event überhaupt stattfindet, steht noch nicht fest.

Drangvolle Enge auf der Domplatte wie beim „Bueraner Winterzauber“ 2015 wird’s beim Weihnachtsdorf 2020 nicht geben. Der Veranstalter muss wegen der Coronapandemie mit Zugangskontrollen des dann eingezäunten Bereichs planen. Ob das Event überhaupt stattfindet, steht noch nicht fest.

Foto: Thomas Schmidtke / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Agentur aus Gelsenkirchen-Buer hofft weiter, dass die Veranstaltung stattfinden kann. Bis 6. November muss die Entscheidung fallen.

Duisburg, Bochum, Herne-Crange: Die Liste der wegen Corona abgesagten Weihnachtsmärkte, sie wird immer länger. Auch Buers Werbegemeinschaft zog die Reißleine, gerade auch noch Gelsenkirchen-City. Und das Weihnachtsdorf am buerschen Dom? Wir sprachen mit Veranstalter Markus Jansen über den Stand der Planungen – und seine Motivation, das Event mit Eislauffläche, Verkaufsständen und Gastronomie mit abgespecktem Programm trotz zu erwartender geringerer Umsätze zu realisieren.

Abgehakt hat Jansen, Mit-Inhaber der buerschen Agentur Eventtools4Rent, das vom 19. November bis zunächst 23. Dezember geplante Weihnachtsdorf, längst nicht. Aber er weiß: Bis spätestens Freitag, 6. November, muss er, muss die Stadt entscheiden, ob das Weihnachtsdorf stattfinden soll.

Bis zum 6. November muss sich der Gelsenkirchener Veranstalter entscheiden

„Bis zu diesem Termin können wir die Druckaufträge für die Bandenwerbung an der Eislauffläche noch stornieren“, berichtet er. Ohne die Anzeigen heimischer Unternehmen sei das gesamte Weihnachtsdorf finanziell in der derzeitigen Pandemie nicht zu stemmen, da ja die maximale Besucherzahl auf 300 begrenzt sei und damit im Vergleich zu Nicht-Corona-Zeiten deutlich geringere Umsätze an den Gastronomie- und Verkaufsständen verbunden seien.

„Die Situation ist tatsächlich schwierig“, gibt Jansen zu. „Einerseits ist uns der Ernst der Pandemie-Lage sehr bewusst. Der Inzidenzwert ist von uns nicht beeinflussbar. Und wir wissen ja auch nicht, ob die neuen Maßnahmen greifen und ob sich dann noch genügend Leute ins Weihnachtsdorf trauen. Andererseits möchten wir den Bueranern nach dem Wegfall so vieler Veranstaltungen aber erst recht ein Highlight bieten, selbstverständlich unter Wahrung des Infektionsschutzes“, betont er.

Agenturchef aus Buer will Schaustellern die letzte Umsatzmöglichkeit nicht nehmen

Fast täglich werde er von Bekannten auf der Straße angesprochen oder von Händlern angerufen, das Weihnachtsdorf eben nicht abzusetzen, erst recht nachdem die Werbegemeinschaft ihren Weihnachtsmarkt auf der Hochstraße abgesagt hat. „Wir fühlen uns auch gegenüber den Schaustellern und kleineren Standbeschickern in der Verantwortung: Sie hatten in diesem Jahr so gut wie keine Verdienstmöglichkeiten und setzen darauf, wenigstens bei uns in Buer noch etwas Umsatz zu machen.“

Das Hygienekonzept mit dem eingezäunten Dorf, den Zugangsbeschränkungen durch Drehkreuze und den digitalen Besucherzählungen, die auf der Homepage öffentlich einsehbar sind, böten hervorragende Sicherheitsstandards. „Es gibt genügend Platz, um für 300 bis 400 Besucher auf der knapp 2000 Quadratmeter großen Fläche ausreichend Abstand zu ermöglichen, zumal auch die Gastronomiezonen mit 25, 65 und 250 Quadratmeter großzügig bemessen sind.“ Zusätzlich verhindere das Einbahnstraßensystem, dass sich die Gäste im Gegenverkehr zu sehr in die Quere kommen. „Es herrscht selbstverständlich eine Maskenpflicht, wenn die Leute auf den Laufwegen unterwegs sind.“

Eislauffläche ist nach wie vor geplant

Erneut hat Jansen das Veranstaltungskonzept in Sachen Programm angepasst: Beide ursprünglich geplanten Bühnen, auf denen lokale Künstler, Bands und Chöre auftreten sollten, hat er gestrichen, um zu große Menschenansammlungen zu vermeiden und die städtische Auflage zu erfüllen, das Weihnachtsdorf eher ruhig und besinnlich zu gestalten. Auch die eigentlich vorgesehene Schirmbar, wo zuletzt statt 200 nur 20 Besucher Platz finden sollten, fiel nun der Pandemie zum Opfer. Stattdessen können sich Interessierte an großen, überdachten Ausschankwagen bei Glühwein & Co. aufwärmen. Ein Glühweinverbot hält Jansen für kontraproduktiv, da die Gäste dann auf umliegende Lokale ausweichen.

Nach wie vor geplant ist auch die 241 Quadratmeter große Eislauffläche, die überdies für Eisstockschießen genutzt werden soll. „Dort ist ebenfalls genügend Abstand gewährleistet, weil beim Eislaufen maximal 40 Personen zugelassen sind; die Regeln fürs Eisstockschießen sehen ohnehin höchstens 24 Akteure vor.“ Um die Veranstaltung aber halbwegs wirtschaftlich zu gestalten und nicht zu einem kompletten Zuschussgeschäft zu machen, müsste jedoch ein zeitgleicher Besuch von 300 bis 400 Personen möglich sein, stellt der Bueraner klar - und hofft nun auf positive Signale von der Stadt. Auch wenn die Stände in Gelsenkirchen-Zentrum und auf der Hochstraße abgesagt wurden: Das Weihnachtsdorf am Dom soll seine Chance bekommen.

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