Leseförderung

Gelsenkirchen: Vier Kindergärten haben Gütesiegel erhalten

Die Kindertagesstätte an der Schulstraße in Gelsenkirchen ist mit dem Gütesiegel Buchkindergarten ausgezeichnet worden. Erzieherin Kerstin Holtkamp erzählt Felix, Lennard und Clara im Vorlesezelt eine Geschichte.

Die Kindertagesstätte an der Schulstraße in Gelsenkirchen ist mit dem Gütesiegel Buchkindergarten ausgezeichnet worden. Erzieherin Kerstin Holtkamp erzählt Felix, Lennard und Clara im Vorlesezelt eine Geschichte.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Erle.  Vier Gelsenkirchener Kindertagesstätten widmen ihre Arbeit der besonderen Leseförderung. Das hat ihnen jetzt eine Auszeichnung eingebracht.

Sprach- und Lesekompetenz spielen eine essenzielle Rolle im Leben. Um diese zu fördern, ist es wichtig, Kinder schon von klein auf mit der Buch-, Erzähl-, Reim- und Schriftkultur vertraut zu machen. Vier städtische Kindertagesstätten wurden Ende des vergangenen Jahres auf der Frankfurter Buchmesse für ihre Arbeit mit dem Gütesiegel „Buchkindergarten für hervorragende Leseförderung“ ausgezeichnet. Dazu zählen die Kitas an der Schulstraße, an der Niefeldstraße, an der Plutostraße und an der Rheinischen Straße.

Gelsenkirchen: Leseförderung gehört in der Kita zum pädagogischen Konzept

820 Einrichtungen hatten sich für das Gütesiegel, das vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und dem deutschen Bibliotheksverband vergeben wird, beworben. Insgesamt erhielten 208 Kindergärten bundesweit diese Auszeichnung für ihren besonderen Einsatz, Kinder früh für Geschichten und die Sprache zu begeistern.

In der Tageseinrichtung für Kinder an der Schulstraße steht die Leseförderung ebenfalls hoch im Kurs und gehört fest zum pädagogischen Konzept. Laut Einrichtungsleiterin Karen Wippich gibt es in der Kita verschiedene Angebote, durch die Kinder früh Erfahrungen rund ums Erzählen, Reimen und Lesen sammeln können.

Offenes Bücherregal in der Kindertagesstätte an der Schulstraße

Ganz prominent ist in einem Aufenthaltsraum der Kita ein offenes Bücherregal platziert, das von Kindern und Eltern gleichermaßen genutzt werden kann. Während sich in den unteren Reihen hauptsächlich Bilderbücher befinden, erblickt man weiter oben hauptsächlich Lesestoff für Erwachsene.

„Hier können sich Kinder und Eltern frei bedienen. Im Gegenzug bringen Eltern aussortierte Bücher mit“, so die Einrichtungsleitung. Zusätzlich hat jede Gruppe ein eigenes Bücherregal. Da die Kinder in insgesamt sechs Gruppen altersübergreifend (vier Monate bis sechs Jahre alt) betreut werden, stehen neben klassischen Bilderbüchern auch Werke, die sich für Vorschulkinder eignen.

Gelsenkirchen: Farbenfrohe Bücherkoffer können ausgeliehen werden

Ein weiteres Konzept, um die Lust am Lesen zu entdecken, sind kleine, farbenfrohe Bücherkoffer, die von den Familien für zwei Wochen ausgeliehen werden können. „Darin ist nicht nur ein Buch enthalten, sondern ein ganzes Set rund um ein bestimmtes Thema, mit dem sich Kinder und Eltern intensiv befassen können“, berichtet Karen Wippich. Thematische Schwerpunkte in der Vergangenheit waren beispielsweise die Dinosaurier oder die Sternforschung. Derzeit gebe es auch Überlegungen, einen „Gute-Nacht-Koffer“ zu erstellen, in dem Gutenachtgeschichten, eine Taschenlampe und eine Kuscheldecke enthalten sind.

Jedes Jahr im Januar bis Mitte Februar befassen sich die Gruppen besonders intensiv mit dem Lesen und Vorlesen. Während der sogenannten Erzähltage wurde in diesem Jahr ein großes, buntes Zelt mit Kissen und Teppichen aufgestellt. Es lädt Kinder im Vormittagsbereich und Erwachsene am Nachmittag ein, verschiedenen Geschichten zu lauschen. Das Besondere: Die Erzieher nutzen verschiedene Mittel, um Geschichten möglichst kreativ zu erzählen. Auch schaut einmal die Woche Lesepate Michael Hannraht-Hanasek vorbei, um den Kindern vorzulesen, Geschichtenerzähler André Wülfing besucht die Kita ebenfalls regelmäßig.

Bücher können eine hervorragende Begleitung im Leben sein

„Bücher sind wichtig, Bücher können eine hervorragende Begleitung im Leben sein, da Bücher Geschichten erzählen, die man auch selbst erlebt“, sagt Karen Wippich, die seit über 30 Jahren in der Einrichtung tätig ist. Die Auszeichnung mit dem Gütesiegel besteht für drei Jahre. Die Einrichtungsleitungen sind in diesem Zeitraum regelmäßig als Fachbesucher zur Frankfurter Buchmesse eingeladen.

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