Energiewirtschaft

Gelsenkirchen stellt Weichen für Kauf weiterer ELE-Anteile

Im Gebäude an der Florastraße hat die ELE ihren Sitz. Von dort wird das Geschäft mit Privat- und Gewerbekunden gesteuert. Die Geschäftsfelder: Strom, Erdgas und Wärme sowie Energiedienstleistungen. 

Foto: ELE

Im Gebäude an der Florastraße hat die ELE ihren Sitz. Von dort wird das Geschäft mit Privat- und Gewerbekunden gesteuert. Die Geschäftsfelder: Strom, Erdgas und Wärme sowie Energiedienstleistungen.  Foto: ELE

Gelsenkirchen.   Gelsenkirchen, Gladbeck und Bottrop streben die Mehrheit der ELE-Anteile an. Der Rat soll Donnerstag grünes Licht für Verhandlungen geben.

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Die Städte Gelsenkirchen, Gladbeck und Bottrop streben wie berichtet die Mehrheit bei der ELE, dem Energieversorger Emscher Lippe Energie an. Die Weichenstellung läuft in den jeweiligen Stadträten. Donnerstag ist ein entsprechendes Votum der Gelsenkirchener Stadtverordneten zu erwarten, gemeinsam mit den beiden anderen Städten Verhandlungen über den Kauf weiterer Anteile der 1999 gegründeten ELE zu führen.

Anteile fallen künftig an den privaten Eon-Konzern

Die drei Städte halten zusammen 49,9 Prozent der ELE-Anteile (jede Kommune 16,6 Prozent). Mehrheitseigentümer mit 50,1 Prozent ist aktuell Innogy SE (vormals RWE Deutschland AG). Diese Anteile fallen künftig an den privaten Eon-Konzern, womit – so die Befürchtung — die Einflussnahme kommunaler Gremien deutlich sinken dürfte. Für den Bottroper SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Göddertz geht es bei der Mehrheits-Übernahme um Daseinsvorsorge im Sinne der Bürger. Er will erreichen, dass Stromnetze in kommunaler Regie bleiben. Auf Innogy und die ELE hätte man nicht zuletzt über Aktienanteile der Städte an der Konzern-Mutter RWE Einflussmöglichkeiten. Langfristig gehe es darum, sich weiterhin Einfluss auf die Geschäftspolitik der ELE zu sichern.

„Aufstockungsoption bei Kontrollwechsel“ gesichert

Nicht nur in Bottrop sieht man sich für den Erwerb der Mehrheitsanteile in einer günstigen strategischen Ausgangslage. Die Kommunen hatten sich im Gesellschaftsvertrag eine sogenannte „Aufstockungsoption bei Kontrollwechsel“ gesichert, wonach die kommunalen Gesellschafter auf Verlangen ihre Anteile auf 50,1 Prozent Anteile erhöhen können.

Der Kaufpreis ist bislang nicht definiert. Er richte sich nach dem Unternehmenswert der ELE, der laut Ratsvorlage „nach den in der Versorgungswirtschaft üblichen Bewertungsmethoden und den berufsüblichen Kriterien“ zu ermitteln sei.

Firmen-Deal wird frühestens 2019 abgeschlossen

RWE wird seinen Innogy-Anteil von 76,8 Prozent übertragen. Der Tausch von Vermögenswerten wurde von den beiden Unternehmen im März 2018 angekündigt, wird aber wohl frühestens Anfang 2019 abgeschlossen sein können. Durch den Rat, so der Gelsenkirchener SPD-Fraktionschef und ELE-Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Haertel könne die Verwaltung nun beauftragt werden, entsprechende Verhandlungen zu führen und schließlich die Aufstockungsoption zugunsten der kommunalen Gesellschafter zu ziehen. Geprüft werden sollen auch rechtliche, organisatorische und strategische Fragestellungen, ebenso ob Kosten für mögliche Beratungsleistungen entstehen.

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