Bildung

Gelsenkirchen soll zweite Sekundarschule bekommen

Die ehemalige Grundschule an der Bickernstrasse 98 soll vorübergehend eine Dependence der Mulvany-Realschule werden. Internationale Förderklassen sollen hier unterrichtet werden. Vorher muss das Gebäude jedoch saniert werden. Bis Sommer 2018 muss das geschehen sein.

Foto: Heinrich Jung

Die ehemalige Grundschule an der Bickernstrasse 98 soll vorübergehend eine Dependence der Mulvany-Realschule werden. Internationale Förderklassen sollen hier unterrichtet werden. Vorher muss das Gebäude jedoch saniert werden. Bis Sommer 2018 muss das geschehen sein. Foto: Heinrich Jung

Gelsenkirchen.   In einer Sondersitzung stimmten Gelsenkirchener Bildungspolitiker über Schulbedarfsplanung und kurzfristige Lösungen für die Raumnot ab.

Mit knapper Mehrheit – acht zu sechs Stimmen – hat der Bildungsausschuss der von der Verwaltung vorgeschlagenen Lösung zugestimmt, Dependancen der Gesamtschule Erle und der Mulvany-Realschule in leerstehenden ehemaligen Schulen an der Surressestraße und der Bickernstraße speziell für Internationale Förderklassen (IFÖ) zu schaffen. Die Diskussion darüber wurde mit harten Bandagen geführt. Einigkeit herrschte allein darüber, dass es keine optimale Wunschlösung ist, aufgrund akuter Raumnot aber dringenden Handlungsbedarf gibt, um die Schulen zu entlasten.

Erst alle Alternativen prüfen

David Fischer (Grüne) sprach von „menschenverachtend“, die AUF-Sprecherin zeigte sich „erschrocken über die Biegfähigkeit der SPD“, die sich doch stets für die Integration von IFÖ-Klassen ausgesprochen habe. Auch Markus Karl (CDU) mochte sich damit nicht anfreunden, bevor nicht alle Alternativen geprüft seien.

Genau dies sei jedoch erfolgt, betonte Stadträtin Annette Berg. Sowohl das Ausweichen in Jugendzentren als auch das Auslagern ganzer Jahrgänge sei geprüft worden; beides habe sich als nicht praktikabel erwiesen. Die Schulen klagten über Überlastung, wenn Integration, Alphabetisierung und Inklusion parallel im bestehenden Umfeld geleistet werden sollten. Die Sprachschulen, wie die Dependancen genannt werden, sollten vielmehr die Integration in die Regelklassen vorbereiten. Dennoch stimmte nur die SPD zu. Die hierzu bei der Sondersitzung des Bildungsausschusses ebenfalls gefragten Bezirksvertretungen Mitte und Ost werteten die Lösung als „bestmögliche“, so Lothar Urban (SPD).

Zu wenig Schüler für sechszügige Gesamtschule

Eindeutig war die Zustimmung zur Vorlage für die Schulbedarfsplanung 2018- 26. Zwar zeigten sich alle Fraktionen irritiert von der vorgeschlagenen Gründung (und dem Neubau) einer Sekundarschule in Mitte statt der bisher favorisierten Gesamtschule. Thomas Wondorf, Leiter des Kommunalen Bildungsbüros, erläuterte, dass die aktuell erfolgten Berechnungen zu Schülerzahlen und zu erwartenden Abschlüssen nicht ausreichten für den Antrag auf Gründung einer sechszügigen Gesamtschule mit Oberstufe.

Modulbauten, Container und Anbauten als Sofortlösung

Sekundarschulen bereiten ohnehin aufs Abitur vor, kooperieren mit Oberstufen, erklärte Wondorf. SPD und CDU votierten schließlich mit „ja“ und auch die Elternvertreterin im Ausschuss signalisierte Zustimmung in diesem Punkt (im Gegensatz zum Thema ausgelagerte Sprachschulen).

Die zeitnah umsetzbaren Zwischenlösungen zur Schaffung von jetzt schon dringend benötigtem Schulraum durch Modul- und Anbauten sowie Container wurden ohne Diskussion mehrheitlich dem Rat empfohlen. Zeitdruck besteht auch durch die im kommenden Schuljahr anstehende Überführung von IFÖ-Schülern in Regelklassen. Auch dafür muss die Raumsituation entspannt werden.

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