Schule & Beruf

Gelsenkirchen: Schüler schnuppern in Technikberufe hinein

Ein Blick durch eine Schweißerbrille: Am Donnerstag schnupperten insgesamt 210 Neuntklässler der Gesamtschule Buer-Mitte in Gelsenkirchen beim ersten „ZDI-Techniktag“ in technisch und naturwissenschaftlich geprägte Berufe hinein.

Ein Blick durch eine Schweißerbrille: Am Donnerstag schnupperten insgesamt 210 Neuntklässler der Gesamtschule Buer-Mitte in Gelsenkirchen beim ersten „ZDI-Techniktag“ in technisch und naturwissenschaftlich geprägte Berufe hinein.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Beim ersten Techniktag des ZDI-Netzwerks Gelsenkirchen schnupperten 210 Neuntklässler der Gesamtschule Buer-Mitte in technische Berufe hinein.

Berkan Toptas (21) nimmt sich viel Zeit zum Erklären. Der Auszubildende der ZF Friedrichshafen AG, einem Zulieferbetrieb für die Automobilindustrie mit Filialsitz in Schalke, hat den Schaltplan einer Ampelsteuerung vor sich. Der junge Mann im ersten Lehrjahr erklärt gerade drei Schülern, wie sie diesen Plan lesen müssen und wie die korrekte Verdrahtung funktioniert. Nicht nur dieses Trio, sondern insgesamt 210 Neuntklässler der Gesamtschule Buer-Mitte schnupperten beim ersten Techniktag des ZDI-Netzwerks Gelsenkirchen in einige technische Berufe hinein.

Zehn Unternehmen aus Gelsenkirchen und dazu die Agentur der Arbeit hatten ihre Infostände am frühen Donnerstagmorgen in der Mensa der Gesamtschule aufgebaut, um den Jugendlichen aus allen sieben Klassen der neunten Jahrgangsstufe technisch und naturwissenschaftlich geprägte Ausbildungsberufe vorzustellen. „Die Palette reicht von Handwerkern bis zu Informatikern“, sagte ZDI-Koordinator Thorsten Balgar. Das Besondere: Dies waren keine schlichten Infostände, sondern überall luden Versuche und Aufbauten die Schüler zum Mitmachen und Ausprobieren ein.

Gelsenkirchen: Techniktag willkommene Gelegenheit für Schüler, sich auszuprobieren

An einem der Stände brauchten die drei angehenden Mechatroniker Pedro Neves Schmidt (19), Jonas Bentrup (22) und Berkan Toptas von der ZF Friedrichhafen AG nicht lange auf die ersten Interessenten zu warten. Und es war sofort zu bemerken, dass die Schüler bei solch jungen Ansprechpartnern der Firmen keinerlei Scheu verspürten, auf die Gäste zuzugehen und Fragen zu stellen. „Das klappt super. Wir haben bestimmt mit 25 Schülern gesprochen. Und denen hat es bei uns richtig Spaß gemacht“, berichtete Bentrup.

Das Konzept überzeugte auch Ulrike Purz. Die Leiterin der Gesamtschule Buer-Mitte erklärte, dass alle 210 Neuntklässler erst kürzlich ihr außerschulisches Betriebspraktikum absolviert hätten und das dieser Techniktag des ZDI-Netzwerks nun eine weitere willkommene Gelegenheit für ihre Schülerinnen und Schüler sei, um sich auszuprobieren. Diese vom ZDI organisierte Form der Nachwuchssuche und -förderung machte zum ersten Mal an ihrer Schule Halt, sagte Purz. Eine Wiederholung sei aufgrund der durchweg positiven Resonanz erwünscht.

Sieger des Robotikwettbewerbs kommt von einer Dattelner Hauptschule

Der Techniktag war gleichzeitig Schauplatz eines Robotikwettbewerbs, an dem elf Teams aus neun verschiedenen Schulen teilnahmen. Acht der Mannschaften kamen aus Gelsenkirchen. Den Sieg heimsten die „Pirobs 07“ aus Datteln ein. Diese Abkürzung steht für Piraten-Roboter. Und diese 2007 gegründete Arbeitsgemeinschaft (AG) gehört zur Hauptschule Hachhausen in Datteln. Sude (13) ist die einzige junge Frau im Gewinnerteam, zu dem auch noch Niko (15), Noah (14), Kevin (15) und Luis (15) gehören.

Ihr aus Lego-Technik-Bausteinen gefertigter Roboter musste einen Aufgabenkatalog abarbeiten. „Etwa Gegenstände einsammeln, sortieren und am richtigen Punkt wieder abstellen“, erklärte der ZDI-Projektleiter Ralf Engelbrecht-Schneider. Dafür gab es Punkte. „Wir haben sieben von zehn Aufgaben erfüllt und insgesamt die meisten Punkte eingefahren“, erzählte Niko, der für die Programmierung des Sieger-Roboters zuständig war.

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Stolz auf die Leistung seiner Schüler war auch Peter Mörchen, Lehrer für Technik und Informatik an der Hauptschule Hachhausen. „Dieses Team steckt voller Elan. Die wollten sogar außerhalb des Unterrichts nach der Schule noch ständig weiter an dem Roboter basteln.“ Der Lohn für so viel Einsatzwillen wartet auch schon: Mit ihrem Sieg bei dieser lokalen Vorentscheidung haben sich die „Pirobs 07“ nun für den regionalen Robotikwettbewerb qualifiziert. Der wird im März im münsterländischen Ahaus ausgetragen.

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