Soziales

Gelsenkirchen schafft mit Rabattkarte mehr Anerkennung für das Ehrenamt

Eine übergroße Ehrenamtskarte: Im Kleinformat soll die Karte ehrenamtlichen Helfern in Zukunft auch in Gelsenkirchen zur Verfügung stehen. Foto: Heiko Kempken

Eine übergroße Ehrenamtskarte: Im Kleinformat soll die Karte ehrenamtlichen Helfern in Zukunft auch in Gelsenkirchen zur Verfügung stehen. Foto: Heiko Kempken

Gelsenkirchen.   Gelsenkirchen möchte das Ehrenamt stärken und verleiht im Rahmen einer NRW-Initiative engagierten Helfern die Ehrenamtskarte. Inhaber erhalten in vielen Kultureinrichtungen vergünstigten Eintritt – eine "Demonstration von Wertschätzung".

Ins Consol-Theater für die Hälfte, in die Zoom-Erlebniswelt für zehn Prozent weniger oder ins kommunale Kino für 3,50 statt 4 Euro – die Ehrenamtskarte macht dies möglich. Ab sofort können sozial Engagierte das goldene Stück Plastik im Kreditkartenformat bei der Ehrenamtsagentur beantragen.

Wer in den letzten zwei Jahren nachweislich mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden pro Jahr ehrenamtlich ohne Vergütung oder pauschale Aufwandsentschädigung tätig war, kann in Zukunft in den Genuss von unterschiedlichen Vergünstigungen kommen. Über 20 Unternehmen und städtische Einrichtungen haben sich schon bei der Ehrenamtsagentur gemeldet und gewähren sozial engagierten Bürgern ab sofort verschiedene Rabatte. Michael Hanrath-Hanasek hofft auf weitere Anbieter: „Es ist kein closed shop.“

Eine Demonstration von Wertschätzung

Es sei etwas Besonderes, dass Gelsenkirchen sich an der landesweiten Initiative beteilige, sagte Ministerialrätin Ulrike Sommer, Leiterin des Referates für bürgerliches Engagement im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, bei der Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen Stadt und Land im Kaminzimmer von Schloß Horst: „Große Städte legen bisher nämlich eine große Zurückhaltung an den Tag. Deshalb ist es ein tolles Signal, wenn Gelsenkirchen sagt: Wir machen das.“ Die Ehrenamtskarte, so Ulrike Sommer, sei als Demonstration von Wertschätzung, nicht als Rabattkarte zu sehen. Gelsenkirchener Inhaber der Karte können auch die NRW-Angebote nutzen: Museen, Bibliotheken, Theater, Schwimmbäder, Parks und mehr, aber auch Einzelhändler.

Mehr als ein Drittel der Bevölkerung in NRW ist laut Ministerialrätin ehrenamtlich tätig. Auch Ehrenamtler, die privat und nicht institutionell engagiert sind, können die Ehrenamtskarte beantragen. Wie viele es in Gelsenkirchen genau sind, vermag Michael Hanrath-Hanasek nicht zu sagen. Die ersten 20 Karten werden am 7. Juli ausgegeben.

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