Krankenhaus

Gelsenkirchen: Neurochirurgie mit erweitertem Spektrum

Privat-Dozent Dr. Christopher Brenke, neuer Chefarzt der Neurochirurgie am Bergmannsheil Buer, auch spezialisiert auch auf Tumoroperationen am Schädel. Zur bestmöglichen Behandlung will er interdisziplinär mit Fachabteilungen den Evangelischen Kliniken kooperieren.

Privat-Dozent Dr. Christopher Brenke, neuer Chefarzt der Neurochirurgie am Bergmannsheil Buer, auch spezialisiert auch auf Tumoroperationen am Schädel. Zur bestmöglichen Behandlung will er interdisziplinär mit Fachabteilungen den Evangelischen Kliniken kooperieren.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Der neue Chefarzt der Neurochirurgie am Bergmannsheil in Gelsenkirchen, Dr. Christopher Brenke, ist Spezialist für Wirbelsäulen- und Gehirn-OP.

Nach 21 Jahren als Chefarzt der Neurochirurgie am Bergmannsheil Buer ist Ulrich Wildförster in den Ruhestand gewechselt. Zwei Monate lang hat er noch seinen Nachfolger, Privat-Dozent Dr. Christopher Brenke, begleitet -- ohne sich noch ins Tagesgeschäft zu mischen -- nun ist der Staffelstab endgültig übergeben. Klinikchef Werner Neugebauer freut sich nun über einen "Operateur mit ausgewiesen breitem operativen Spektrum, der als Wirbelsäulenchirurg und als Spezialist für Schädel- und Gehirnoperationen eine besondere Expertise hat". Wildförster war dereinst der Doktorvater des neuen Chefarztes, entsprechend will der Neue die Arbeit im Haus auch in dessen Sinne fortführen -- allerdings mit um hochspezialisierte Tumor-Operationen erweitertem Spektrum.

Interdisziplinäre Kooperation bei Tumortherapien mit den Evangelischen Kliniken

"Mein Ziel ist es, Patienten mit Gehirn- und Wirbelsäulentumoren in der Region eine individualisierte Therapie nach dem neuesten Stand der Wissenschaft und auf einem sehr hohen klinischen Niveau in einem Zentrum anzubieten", kündigt er an. Zwar gibt es bereits in Gelsenkirchen das Kopfzentrum als Kooperation aller Kliniken in der Stadt. Brenke will das Netzwerk jedoch noch klarer knüpfen, plant die direkte Kooperation mit Neurologen, Neuropathologen, Strahlentherapeuten, Onkologen und Psychoonkologen. "Die erfolgreiche Behandlung von Tumorpatienten ist eine Teamleistung", betont der Bochumer, der dafür die Zusammenarbeit mit Neurologie, Onkologie und Radiologie an den Evangelischen Kliniken besonders intensivieren will. Chemo- und Strahlentherapie sowie Tumoroperationen könnten so optimal interdisziplinär im Netzwerk angeboten und begleitet werden.

Komplexe Verletzungen bei Patienten des Traumazentrums

Das Bergmannsheil sei für derart komplexe Behandlungen gut aufgestellt dank regelmäßiger Investitionen in aktuelle Operationstechniken inklusive 3D-Bild-Beobachtung, betont Brenke. Weiter ausbauen und auf einer höheren Stufe zertifizieren will Brenke auch die Wirbelsäulentherapien. Seit 2019 ist das Haus als Wirbelsäuleneinrichtung anerkannt, nun soll es zum Wirbelsäulenzentrum werden. 3500 Wirbelsäulenpatienten werden hier jährlich ambulant behandelt, hinzu kommen 900 zum Teil hochkomplexe Operationen. Am Bergmannsheil als Traumazentrum sind gebrochene Wirbelkörper in der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule keine Ausnahme. Unfallverletzte leiden zudem häufig auch unter Schädel- und Gehirnverletzungen sowie des Rückenmarks. Gehäuft gibt es zudem mittlerweile auch Entzündungen der Wirbelsäule, die einer besondern Therapie bedürfen. Die 1967 gegründete Neurochirurgie am Bergmannsheil Buer war eine der ersten Kliniken in der Region, die Patienten mit Schädel-Hirnverletzungen behandelte.

Das Ruhrgebiet ist Christopher Brenke vertraut: Zwar führte ihn die Ausbildung unter anderem nach Koblenz, ans Klinikum Deggendorf sowie an die Universitätsmedizin Mannheim. Seit 2012 ist er jedoch wieder zurück in der Region, arbeitete am Bochumer Knappschaftskrankenhaus als leitender Oberarzt. Seine Habilitation absolvierte er im Jahr 2016 an der Ruhr-Universität Bochum.

Als Klinikleiter auch Transplantationsbeauftragter

Mit der Leitung der Klinik für Neurochirurgie übernimmt Dr. Christopher Brenke auch das Amt des Transplantationsbeauftragten im Haus, ein besonderes Anliegen seines Vorgängers. Die Strukturen und die Fortbildungen dazu in allen Stationen des Hauses seien vorbildlich, versichert Brenke.

In den letzten Wochen gab es am Bergmannsheil zwei Organspender, einer der beiden gar als Multiorganspender. Die Aufklärung in dem Bereich will Brenke weiter vorantreiben.

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