Jahreshauptversammlung

Gelsenkirchen: Heimatverein Buer hat neues Führungs-Duo

Nach 17 Jahren an der Spitze des Heimatvereins Gelsenkirchen-Buer trat Dr. Gerd Escher (r.) nicht mehr zur Wahl an. Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder Georg Lecher, bislang Geschäftsführer.     

Nach 17 Jahren an der Spitze des Heimatvereins Gelsenkirchen-Buer trat Dr. Gerd Escher (r.) nicht mehr zur Wahl an. Zu seinem Nachfolger wählten die Mitglieder Georg Lecher, bislang Geschäftsführer.    

Foto: Peter Braczko

Gelsenkirchen-Buer.  Gelsenkirchener Georg Lecher und Rüdiger Stritzke lösen Gerd Escher ab. 83-Jähriger war ein streitbarer Verfechter der Interessen Buers.

Der Heimatverein Buer hat nach 17 Jahren eine neue Führung - und erstmals einen Ehrenvorsitzenden: Georg Lecher und Dr. Rüdiger Stritzke als Stellvertreter lösen Dr. Gerd Escher ab, der auf der Jahreshauptversammlung im Michaelshaus nicht mehr zur Wahl angetreten war. Die Mitglieder dankten dem 83-Jährigen mit vielen Dankesworten, warmem Applaus und eben dieser besonderen Auszeichnung für seine langjährigen Verdienste um die Lokalgeschichte und den Verein.

Mit Escher verabschiedet sich ein leidenschaftlicher, mitunter auch streitbarer Verfechter der Interessen Buers, der seit seinem Amtsantritt 2001 viele Veranstaltungen und Diskussionen mit angestoßen hat. Unvergessen ist nicht nur den aktuell 320 Vereinsmitgliedern der Festumzug durch die Straßen zum Buer-Jubiläum 2003, den er mit einem starken Team intensiv begleitete.

Gelsenkirchener Escher warf Stadt mangelnde Kreativität in Sachen Bipolarität vor

Der Physiker meldete sich auch darüber hinaus immer wieder zu Wort, wenn es darum ging, die Entwicklung „seines“ Stadtteils wohlwollend, aber ohne Schönfärberei zu analysieren. So kritisierte er den Wegzug von Amtsgericht und Finanzamt aus dem Herzen Buers und warf der Stadt bisweilen mangelnde Kreativität vor, wenn es darum ging, die Bipolarität Gelsenkirchens ausreichend zu würdigen und gleichberechtigt weiterzuentwickeln.

Sein Engagement für die Themen der Orts- und Heimatkunde will Escher, der bis Ende 1997 als Vorstand u.a. in den damaligen Veba-Oel-Raffinerien Scholven und Horst tätig war, weiter fortführen - allerdings in der zweiten Reihe des Vereins.

Neuer Vorstand will die Digitalisierung des Archivs vorantreiben

Seine Nachfolger Lecher und Stritzke wollen Eschers Arbeit fortsetzen „und weiterhin die Ortsgeschichte den Menschen näher bringen, aber auch uns in aktuelle Themen einbringen“, so Lecher (55), beschäftigt in der Marketing-Abteilung der Volksbank Ruhr Mitte und bisher langjähriger Geschäftsführer des Vereins. Wieder mehr Menschen für Lokalhistorie zu interessieren, ist ein Ziel des neuen Führungsduos. Dazu sollen etwa neue Formate wie der Geschichts-Stammtisch beitragen, der wegen der Coronapandemie nicht so durchstarten konnte wie geplant.

„Ein weiteres Projekt ist die Digitalisierung unseres Archivs im Haus Heege“, berichtet Lecher. Diese Aufgabe liegt besonders dem Landesgeologen Stritzke (64) am Herzen, bisher Schriftführer und Archivar. Als Beisitzer, die die Arbeit des Vorstandes unterstützen, wurden Dr. Peter Paziorek, ehemaliger Regierungspräsident von Münster, Bernhard Hagemann und Markus Holz gewählt.

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