Zoom-Zuchttiere

Gelsenkirchen: Fünf Seelöwen ziehen aus dem Zoom nach China

Fünf Kalifornische Seelöwen haben die kleine Kolonie im Gelsenkirchener Zoo verlassen. Von der Zoom Erlebniswelt zogen sie nach China.

Fünf Kalifornische Seelöwen haben die kleine Kolonie im Gelsenkirchener Zoo verlassen. Von der Zoom Erlebniswelt zogen sie nach China.

Foto: Thomas Schmidtke / FUNKE Foto Services

Im Shanghai Ocean Aquarium finden die Tiere ein neues Zuhause. Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen erhält durch das EEP einen neuen Zuchtbullen.

Gelsenkirchen. Shanghai statt Bismarck: Fünf Kalifornische Seelöwen der Zoom Erlebniswelt traten am vergangenen Wochenende eine große Reise nach China an. Die Bullen „Mike“, „Otti“, „Lars“, „Bobby“ und „Fridolin“ zogen in ihr neues Zuhause im Shanghai Ocean Aquarium. Ungefähr 19 Stunden waren die Bullen unterwegs.

Mit einem Transporter in Einzelboxen ging es zunächst nach Amsterdam. „Eigentlich sollten sie von dort mit einem Passagierflugzeug fliegen, sie waren dann aber doch mit einer Transportmaschine nach Peking unterwegs“, sagt Zoom-Sprecherin Nataly Naeschke. Die Reise sei gut verlaufen, schien aber hungrig zu machen. Alphabulle „Mike“ ließ seine Mahlzeit nach der Landung größer als sonst ausfallen. Sechs anstatt normalerweise viereinhalb Kilogramm Fisch verdrückte er direkt vor Ort.

EEP koordiniert zoo- und länderübergreifend die Zucht auch in Gelsenkirchen

Der Umzug folgt den Empfehlungen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), das der Zoom Erlebniswelt einen neuen Zuchtbullen zugewiesen hat. Beim EEP handelt es sich um ein zoo- und länderübergreifendes Projekt, um die Zucht von dort gehaltenen Tieren zu koordinieren und den Erhalt der Tierarten zu gewährleisten. Nataly Naeschke erklärt: „Generell werden auch andere Zootiere, darunter Weibchen und Männchen, ausgetauscht, um Inzucht zu vermeiden und eine Gender-Diversität zu garantieren.“ Warum es ausgerechnet nach China ging, erklärt die Pressesprecherin auch: „Die Zoos haben dort einen sehr hohen Standard, eine gute Pflege und viel Personal.“ Zudem hätte in Europa der Platz für die große Gruppe gefehlt und man wollte sie ungern trennen.

Zoosprecherin: „In China kommen unsere Seelöwen in gute Hände“

„In China kommen unsere Seelöwen in gute Hände“, ist sich auch Nadja Niemann, Kuratorin der Zoom Erlebniswelt, sicher. Im Shanghai Ocean Aquarium hätten die Tiere ein großes Gehege und eine exzellente Versorgung. Zur Vorbereitung der Reise hatten die fünf Tiere seit Monaten ein intensives Training absolviert. „Dieses lief sehr erfolgreich, so dass alle fünf Seelöwen pünktlich abreisebereit waren“, so Niemann. „Die Bullen haben gelernt, die Transportkisten zu akzeptieren, auf Kommando hineinzugehen und sich entspannt darin aufzuhalten“, erläutert die Zoologin. „Seelöwen sind intelligente Tiere – sie lernen sehr schnell und behalten Gelerntes über viele Jahre im Gedächtnis.“

Tiere wurden mit viel Fisch nach und nach an die Transportkiste herangeführt

Mit viel Fisch und immer der gleichen Vertrauensperson wurden sie zunächst nach und nach an die Kiste herangeführt, bis sie sich dann durch positive Verstärkung dort aufhielten. Die Verweildauer in der Kiste erhöhten die Tierpfleger schrittweise. In einer letzten Trainingsphase wurde der Schieber geschlossen. Ganz früher hätten die Tiere hingegen noch eine Narkose bei langen Reisen erhalten. Nach Abreise der fünf Bullen leben jetzt noch 13 Seelöwen im Zoo, weitere drei Weibchen und ein männliches Jungtier werden Bismarck noch verlassen. Der neue Bulle wird hingegen in den nächsten Monaten von den neun übrig gebliebenen Weibchen in Gelsenkirchen erwartet. Mit dem Zuzug des neuen Zuchtbullen hofft der Zoo dann auf Nachwuchs.

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