Corona

Gelsenkirchen entscheidet Montag über Maskenpflicht

Wo es eng wird auf der Straße, soll künftig Maske getragen werden. Ob und wo Maskenpflicht auf Straßen besteht, wird in Gelsenkirchen am Montag entschieden.

Wo es eng wird auf der Straße, soll künftig Maske getragen werden. Ob und wo Maskenpflicht auf Straßen besteht, wird in Gelsenkirchen am Montag entschieden.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Der Krisenstab in Gelsenkirchen entscheidet am Montag, ob und wo es eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen und Straßen gibt.

Die Infektionszahlen steigen weiter drastisch an in Gelsenkirchen. 473 aktive Infektionen nennt das Robert-Koch-Institut (RKI) für das Wochenende, der Inzidenzwert liegt am Sonntag bei 85,1, am Samstag waren es mehr als 88. Ab Montag dürfen in Gelsenkirchen daher entsprechend der Corona-Schutzverordnung vom 17. Oktober nur noch bis zu zehn Menschen an privaten Feiern in öffentlichen Räumen teilnehmen. Im öffentlichen Raum sind nur noch Treffen von bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten erlaubt. Ob, und falls ja, wo eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen und Straßen in Gelsenkirchen gelten wird, ist noch nicht klar. „Darüber wird am Montag beraten, der Krisenstab der Stadt wird dann am Montagnachmittag entscheiden“, kündigt Sozialdezernent und Krisenstabsleiter Luidger Wolterhoff an. In Kraft treten würde diese Maskenpflicht dann am Dienstag, 20. Oktober.

Erst Dienstag Zahlen wieder auf aktuellem Stand

https://www.waz.de/staedte/gelsenkirchen/10-gruende-den-gelsenkirchen-newsletter-gratis-zu-abonnieren-id230667312.htmlLaut RKI-Statistik ist die Zahl der aktiven Infektionen von Samstag auf Sonntag konstant geblieben bei 473 – was allerdings vermutlich eher an Weiterleitungsproblemen bei den Meldungen liegt als an echter Stagnation. „Man kann davon ausgehen, dass am Dienstag alle Meldungen auch aus anderen Städten wieder auf dem tatsächlichen Stand sind. Am Wochenende kann es immer Verzögerungen geben, nicht nur in Gelsenkirchen, das ist auch abhängig von Meldungen der Labore“, erklärt Wolterhoff.

Unterschiede in Nachbarstädten

1594 Fälle bestätigter Corona-Infektionen gibt es in Gelsenkirchen mit seinen gut 260.000 Einwohnern mittlerweile, 19 Menschen sind verstorben. Große Nachbarn wie Dortmund , mit 588.813 Einwohnern gut doppelt so groß wie Gelsenkirchen, zählen zwar insgesamt seit Beginn der Pandemie mehr Fälle, bisher 2756. Doch der aktuelle Sieben-Tage-Wert je 100.000 Einwohner liegt dort „nur“ bei 66,5.

In Essen, von der Einwohnerzahl her fast identisch mit Dortmund, sind aktuell 433 Menschen infiziert, 2883 waren es seit Beginn der Pandemie. Die aktuelle Inzidenz liegt dort bei 64,5. In Oberhausen (210.000 Einwohner) wurden bislang erst 784 Infektionen insgesamt seit März registriert und die Kommune liegt aktuell noch knapp unter dem Warnstufe 2 mit 47,4 Prozent. Allerdings steigen jetzt auch hier die Zahlen rasant.

Relativ weniger Fälle in Großstädten wie Essen und Dortmund

Warum Großstädte wie Essen und Dortmund in jüngster Zeit weniger rasante Anstiege als Gelsenkirchen verzeichnen, ist schwer zu beurteilen. Die Ausgeh- und Partymöglichkeiten dürften kaum schlechter sein als in Gelsenkirchen, auch Herne mit seinen extrem hohen Werten (Inzidenz derzeit 111!) ist nicht für Partymeilen bekannt, die ja als Superspreader-Orte gelten. Ein denkbarer Faktor wäre die jeweils größere Flächenausdehnung vor allem von Dortmund mit seinem dünn besiedelten Umfeld.

Allein Bottrop, das etwa halb soviele Einwohner wie Gelsenkirchen zählt, ist es bisher gelungen, die Infektionszahlen relativ niedrig zu halten. Zwar ist soeben auch die Warnstufe 1 erreicht mit 35,7 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern. Doch nur 55 Personen sind hier aktuell infiziert, seit Beginn der Pandemie 437 insgesamt: ein Viertel der Gelsenkirchener Infizierten – bei halber Einwohnerzahl.

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