Einzelhandel

Gelsenkirchen: Diese Einzelhändler verlassen die City

Die Drogeriemarktkette Rossmann verlässt das Haus Nummer 74 bis 76 an der Bahnhofstraße in Gelsenkirchen. Die Filiale soll im März 2020 geschlossen werden.

Die Drogeriemarktkette Rossmann verlässt das Haus Nummer 74 bis 76 an der Bahnhofstraße in Gelsenkirchen. Die Filiale soll im März 2020 geschlossen werden.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Eine Drogerie und Parfümerie verlassen Gelsenkirchens City, zwei Einzelhandelsketten bauen um – es gibt auch Neuansiedlungen. Ein Ortsbesuch.

Zum Ende des Jahres beziehungsweise zum Anfang des neuen Jahres hat sich in der Gelsenkirchener Innenstadt im Bereich Einzelhandel einiges getan: Einige Läden haben ihre Türen für immer verschlossen, andere planen, sich dort niederzulassen. Die WAZ hat sich umgeschaut und nachgefragt.

Der Drogeriemarkt Rossmann wird die Bahnhofstraße 74 bis 76 im März 2020 verlassen. Der Mietvertrag läuft aus. Seit April 2005 bestand das Einzelhandelsgeschäft dort. Ein Umzug an einen neuen Standort innerhalb von Gelsenkirchen ist laut der Dirk Rossmann GmbH aber in Planung.

Schließungen, die bereits 2019 vollzogen wurden: Die Modegeschäfte Only und Desigual verließen die Bahnhofstraße. Nanu-Nana, spezialisiert auf Geschenkartikel und Dekowaren, verabschiedete sich Ende des Jahres aus dem Bahnhofcenter. An der Hauptstraße 17 hat die Metzgerei Ridderskamp und Hahn, ebenso wie im Stadtteil Bismarck, geschlossen. Die Parfümerie Douglas, die seit 1986 auf der Bahnhofstraße 68 ansässig war, verabschiedet sich auch (die WAZ berichtete über die Schließung am 15. Februar). Ein weiterer Verlust für die City: Der Burgerladen Bang Bang Burgers & Beer, der Ende 2019 am Neumarkt 1 schloss.

Deichmann und New Yorker bauen um

Die Schuhkette Deichmann hingegen bleibt der Gelsenkirchener Innenstadt treu, baut aber aktuell ihre Filiale um. Ebenso startete die Bekleidungskette New Yorker am 18. Januar einen Umbau. Am 20. Februar soll die Filiale im neuen Gewand wiedereröffnen. Tchibo (seit 1995 an der Bahnhofstraße 17) bleibt ebenfalls in Gelsenkirchen, wird aber das Ladenlokal wechseln und zieht an die Bahnhofstraße 22, quasi auf die gegenüberliegende Straßenseite, dort, wo vormals Street One eine Niederlassung hatte. Tchibo-Sprecher Andreas Engelmann erklärt: „Die neue Fläche ist passender. Das jetzige Ladenlokal ist etwas zu groß. Das Angebot und die Kollegen bleiben aber weiterhin bestehen.“ Der letzte Mal geöffnet hat Tchibo am 28. Februar. Die Neueröffnung soll am 5. März stattfinden.

„Anfang des Jahres ist die Fluktuation und die Veränderung ganz normal – viele Läden schließen zum Ende des Jahres oder stellen sich neu auf. Als positiv sehe ich die Umbauten der beiden großen Ketten Deichmann und New Yorker. Diese lassen auf ein langfristiges Bestehen am Standort schließen“, sagt Citymanagerin Angela Bartelt. „Die genannten Schließungen sind hauptsächlich auf den Wandel des Handels zurückzuführen: Die steigende Nachfrage des Online-Shoppings und der geringere Bedarf an Verkaufsflächen im stationären Handel“, erklärt Rainer Schiffkowski, der Leiter der Wirtschaftsförderung. Übrigens waren es laut der Wirtschaftsförderung im Jahr 2019 insgesamt acht Geschäfte, die schließen mussten. 2018 waren es fünf.

Neuansiedlungen an der Ahstraße

An die Ahstraße ziehen dafür gleich drei neue Mieter ein. Die Inhaber der Biermarke „GEbräu“ und der Werbeagentur Eigenart haben sich dazu entschieden, die Uferstraße zu verlassen und ins Erd- und Obergeschoss ins Haus Nummer 6 einzuziehen. Mit „GEbräu“ will man laut Anja Michels eine Mikrobrauerei mit Präsentationsraum schaffen, in der Bier gekauft und vor Ort probiert werden kann.

In das Haus Nummer 10 zieht Bülent Dogan, der Besitzer des Nutstops, mit einem neuen Speiseangebot. In dem Imbiss-Konzept „GE-Taost-et“ soll der Kunde die Möglichkeit haben, die Wahl seines Brots und Brotbelags nach Lust und Laune selbst zu wählen. Ebenso darf über die Sauce des Sandwichs selbst entschieden werden. Laut Dogan sei die Inneneinrichtung fertig, die Fassaden müssten allerdings noch komplett erneuert werden, so dass eine Eröffnung aktuell im März beziehungsweise April dieses Jahres geplant ist. Auch Borsa bietet seit bereits zwei Wochen an der Bahnhofstraße 36 bis 38 Halal-Speisen an. Borsa präsentiert sich als modernes Café-Schnellrestaurant. Neben Döner gibt es dort türkische Teigspezialitäten, Salate, Vorspeisen und Suppen.

Laut Wirtschaftsförderung gab es im Bereich Einzelhandel 2019 zwölf Eröffnungen im Hauptzentrum Gelsenkirchen-City zu verzeichnen. Darunter würden allerdings auch Wiedereröffnungen oder Verlagerungen innerhalb des Stadtzentrums fallen wie „StadtGEspräch“, Subway, D&P perfumum, Boutique Carlotta und die „Mayersche Buchhandlung.

„Die Wirtschaftsförderung entwickelt den Bestand im Stadtzentrum in Zusammenarbeit mit dem Citymanagement und Immobilieneigentümern laufend weiter. Dabei steht sie auch mit Expansionsleitungen in Kontakt und akquiriert inhabergeführte Anbieter“, erklärt Rainer Schiffkowski und fährt fort: „Um Schließungen zu vermeiden, wird bei der Akquise und Steuerung darauf geachtet, ein möglichst vielfältiges und qualitatives Angebot in allen Bedarfsbereichen (kurz-, mittel-, langfristig) mit Wettbewerbssituation anzustreben. So soll auch die gesamtstädtische Versorgungsfunktion mit regionaler Bedeutung gesichert werden.“

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