Arbeit

Gelsenkirchen bietet 287 Langzeitarbeitslosen neue Chance

NRW-Arbeitsminister Rainer Schmeltzer (3.v.l.) übergab dem Leiter des Integrationscenters für Arbeit, Dirk Sußmann (4.v.l.), gestern auf dem Consol-Areal in Bismarck den Bewilligungsbescheid für 287 neue Arbeitsplätze. In Gelsenkirchen werden mit finanzieller Flankierung des Landes sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im Rahmen des Bundesprogramms „Soziale Teilhabe“ geschaffen.

Foto: Thomas Schmidtke

NRW-Arbeitsminister Rainer Schmeltzer (3.v.l.) übergab dem Leiter des Integrationscenters für Arbeit, Dirk Sußmann (4.v.l.), gestern auf dem Consol-Areal in Bismarck den Bewilligungsbescheid für 287 neue Arbeitsplätze. In Gelsenkirchen werden mit finanzieller Flankierung des Landes sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im Rahmen des Bundesprogramms „Soziale Teilhabe“ geschaffen. Foto: Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen.   Das Programm „Soziale Teilhabe“ bringt Betroffene zurück in den Job. Rund 18 Vorhaben stehen unter dem Banner „Lebenswertes Gelsenkirchen“.

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Kalt ist der Wind, der über den Consol-Park weht. Es sieht nach Regen aus. Eigentlich ein ungemütlicher Tag, dieser Mittwoch, um die Grünanlagen zu pflegen. Sascha Burandt stört das nicht. Der Landschaftsgärtner arbeitet gern an der frischen Luft. Und überhaupt: Er ist froh, dass er Arbeit hat. Das war die vergangenen Jahre anders.

Der 40-Jährige ist einer von 287 Menschen, die durch öffentlich geförderte Maßnahmen die Chance bekommen, aus der Falle der Langzeitarbeitslosigkeit zu entkommen. Landesarbeitsminister Rainer Schmeltzer (SPD) übergab gestern dem Jobcenter Gelsenkirchen den Bewilligungsbescheid über rund 440 000 Euro. Mit finanzieller Flankierung des Landes werden damit sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose im Rahmen des Bundesprogramms „Soziale Teilhabe“ geschaffen.

„Das hat etwas mit Würde zu tun“

„Diese Menschen verdienen ihr Geld jetzt wieder durch Arbeit“, sagt Schmeltzer bei der kleinen Zeremonie in der Sammlung Werner Thiel auf dem Consol-Areal. „Das hat etwas mit Würde zu tun.“

Zwar seien die Stellen bis Ende 2018 befristet. „Mein Ziel ist es aber, dass sie länger beschäftigt werden.“ Er arbeite eng mit Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles zusammen, um solche Maßnahmen auszuweiten. „Ich will in Arbeit investieren, nicht in Arbeitslosigkeit.“

Was werden die 287 Menschen genau tun? „Es geht um rund anderthalb Dutzend einzelne Vorhaben“, sagt Stefan Lob, Geschäftsführer der Arbeitsförderungsgesellschaft Gafög. Über allen stehe das Banner „Lebenswertes Gelsenkirchen“.

Beim Auftakt handelt es sich um ein Vorhaben, das Gafög zusammen mit Gelsendienste angeht. Drei Grünzüge (Nienhauser Busch in der Feldmark, Consol-Park, Zechenbahntrasse und Grünweg in Bismarck sowie Lohmühlen-Park und Berger Anlagen in Buer) werden bis Ende 2018 gründlich durchforstet und gesäubert. Vieles davon ist bislang mehr oder weniger liegen geblieben.

Mindestens vier Jahre Arbeitslosigkeit

Noch sind übrigens nicht alle 287 Jobs vergeben. „Dazu kam die Bewilligung jetzt etwas kurzfristig“, sagt Dirk Sußmann, Chef des hiesigen Jobcenters. Etwa 60 Stellen seien besetzt, in den nächsten drei Monaten sollen jeweils zirka 75 dazu kommen. Grundvoraussetzung sei zunächst eine mindestens vierjährige Arbeitslosigkeit. „Und dann geht es halt um Qualifikationen“, so Sußmann.

Sascha Burandt bringt die Qualifikation mit. Er hatte schon früher als Landschaftsgärtner gearbeitet. Jetzt beackert er den Consol-Park zusammen mit Thomas Tasch. Der 53-Jährige arbeitete vormals als Friedhofsgärtner, hat nun nach Jahren einen neuen Job. „Das ist super wichtig für mich“, sagt er. Wohl wichtiger als schönes Wetter. Aber auch das wird besser. Der Sommer kommt ja erst noch.

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