Abfall

Gelsendienste: Zu wenige Bürger nutzen die Biotonne

Die braune Tonne ist bei den Gelsenkirchenern offensichtlich noch nicht besonders beliebt.

Foto: Martin Möller

Die braune Tonne ist bei den Gelsenkirchenern offensichtlich noch nicht besonders beliebt. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Gut 9000 Biotonnen gibt es in Gelsenkirchen, aber etwa 60 000 graue Tonnen. Der finanzielle Anreiz, sich eine anzuschaffen, ist überschaubar.

Seit 2015 gibt es die Biotonne für ganz Gelsenkirchen. Also zumindest theoretisch. Jeder, der sie haben will, bekommt sie auch. Nur: Es sind nicht viele, die die braune Tonne beantragen. 9082 stehen im Stadtgebiet. „Das ist wenig“, sagt Barbara Lubina, Abteilungsleiterin für Abfallwirtschaft bei Gelsendienste. Zum Vergleich: Es gibt über 60 000 Restmülltonnen in Gelsenkirchen.

Offenbar sehen viele Bürger keinen Vorteil darin, sich neben grauer, blauer und gelber Tonne auch noch den vierten Abfallbehälter mehr oder weniger dekorativ vors Haus zu stellen. Der finanzielle Anreiz hält sich zumindest in Grenzen.

Man kann lediglich 3,15 Euro sparen

Ein Rechenbeispiel: Wer jetzt eine 80-Liter-Restmülltonne hat, zahlt für deren wöchentliche Leerung 127,30 Euro pro Jahr. Bei Anschaffung einer Biotonne sollte man mit einer 14-tägigen Abfuhr auskommen; der Preis reduziert sich auf 94,45 Euro. Die braune Tonne (ebenfalls 80 Liter, Leerung alle zwei Wochen) schlägt mit 29,70 Euro zu Buche. Zusammengerechnet sind das 124,15 Euro. Man könnte also pro Jahr lediglich 3,15 Euro sparen.

Um die Gelsenkirchener dazu zu bewegen, noch mehr Müll zu trennen, müssen also andere Anreize geschaffen werden. „Da kann man eigentlich nur an das Umweltbewusstsein appellieren“, sagt Lubina. „Viele wissen ja auch gar nicht, was alles in die Biotonne rein darf.“ Neben Grünschnitt aus dem Garten sind das zum Beispiel Obst- und Gemüsereste, Kaffeefilter, Eierschalen, Fleischabfälle – „eigentlich alle organischen Materialien“, so Lubina. Da käme schon eine ganze Menge zusammen. Grundsätzlich gilt: „Wer alles vernünftig trennt, hat am Ende mehr Bio- als Restmüll.“

Bei vielen bleibt die Skepsis

Bei allen Argumenten dafür: Bei vielen bleibt die Skepsis. „Etliche wissen jetzt schon nicht, wo sie drei Tonnen hinstellen sollen“, berichtet Lubina aus Erfahrung. „Andere müssen mit ihren Tonnen durch den Keller, um sie an die Straße zu stellen. Da überlegt man sich das auch.“

Dennoch ist die Abteilungsleiterin optimistisch, bis Jahresende die Marke von 10 000 Biotonnen zu knacken. Im Vergleich mit Nachbarstädten sieht sie Gelsenkirchen nicht im Nachteil: „Es gibt Städte die stehen schlechter da, aber auch welche, da sieht es besser aus als bei uns.“ In den besseren Kommunen gebe es die Biotonne aber auch schon länger.

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