Serie Ruhrtalente

Für Ruhrtalent ist das Stipendium „lehrreich und nachhaltig“

Die Gitarre ist oft ihr Begleiter: Fiona Rabeneck in ihrem Zimmer in der der elterlichen Wohnung.Als Ruhrtalent wurde sie von der Westfälischen Hochschule ausgewählt, hat ein Stipendium und wird bis ins Berufsleben hinein begleitet.

Foto: Michael Korte

Die Gitarre ist oft ihr Begleiter: Fiona Rabeneck in ihrem Zimmer in der der elterlichen Wohnung.Als Ruhrtalent wurde sie von der Westfälischen Hochschule ausgewählt, hat ein Stipendium und wird bis ins Berufsleben hinein begleitet. Foto: Michael Korte

Bismarck.   Vom Zoo-Praktikum bis zur DNA-Analyse im Labor: Fiona Rabeneck hat ihr Jahr als Ruhrtalent intensiv genutzt. Oft dabei im Einsatz: ihre Gitarre.

Eines der jüngsten Ruhrtalente ist Fiona Rabeneck, gerade 16 Jahre alt und schon seit einem Jahr dabei. Für das Mädchen mit den vielen Interessen und einem Notendurchschnitt von 1,6 in der elften Klasse hat das Jahr als Ruhrtalent „richtig viel gebracht.“ Erfahrungen, Selbstbewusstsein, Möglichkeiten, die ihr sonst nicht geboten worden wären.

Los ging’s schon mit der Auftaktveranstaltung vor einem Jahr. „Da waren bestimmt über 50 Teilnehmer und jeder sollte etwas mitbringen, was ihn ausmacht“, schildert Fiona. Also klemmte sie ihre Gitarre unter den Arm, weil sie gerne komponiert und Musik macht. Und nichts ahnend wurde sie aufgefordert, ein eigenes Lied zu singen.

Super gut vernetzt sind die Talente mittlerweile

„Meine Güte, war ich da aufgeregt“, gibt sie zu. Aber alle anderen Ruhrtalente, auch die, die sie gar nicht kannte, hätten ihr Mut zugesprochen. „wir verstehen uns alle richtig gut“, sagt sie und siehe da, ihr eigenes Lied zu singen, klappte ausgesprochen prima.

Super gut vernetzt sind die Talente mittlerweile. Über WhatsApp auch mit jungen Leuten, die sich untereinander persönlich noch nicht begegnet sind. In der Gruppe gehe es sehr bunt zu. Da würde konkret geholfen, wenn jemand schreibt, dass er bestimmte Matheaufgaben nicht verstanden hat. „Da gibt es immer sofort irgendwen, der unterstützt und erklärt.“

Seminar über gesellschaftliches Engagement

Ganz spannend sei auch das Rhetorikseminar gewesen. „Einmal sollte man ganz schüchtern auftreten und ein zweites Mal sehr selbstbewusst. Was wir da gelernt haben, war wirklich lehrreich und nachhaltig“, betont die 16-Jährige. Man habe den Tipp bekommen, wenn man irgendwo in der Öffentlichkeit auftreten muss, sich vorzustellen, jemand anders zu sein. Der Ernstfall kam für die Schülerin schneller als gedacht. Sie sollte beim Schulkonzert dabei sein und das Lampenfieber ließ sich mit der neuen Technik gut in den Griff bekommen.

Sie machte auch mit bei einem Poetry Slam-Workshop und bei einem Seminar über gesellschaftliches Engagement, das sie auf die Idee brachte, ihre Gitarre mitzunehmen und in einem Altenheim Weihnachtslieder zu singen. Das machte sie denn auch in den Evangelischen Kliniken an der Munckelstraße zur Freude der Anwesenden.

In den Osterferien im „Bayerlab“

Und auf noch anderen Ebenen bekam das Ruhrtalent die Möglichkeit, den Erfahrungshorizont zu erweitern. Im Gegensatz zu den Pflichtseminaren werden auch eine Reihe interessanter Angebote gemacht, die freiwillig wahrgenommen werden können. In den Osterferien konnte sie bei der Firma „Bayerlab“ experimentieren. „Wir haben eine DNA-Analyse gemacht, das war richtig spannend.“ Auch in der Tierwelt tauchte Fiona ein. Die gesamten Herbstferien verbrachte sie als Praktikantin in der Zoom Erlebniswelt in den Bereichen Alaska und Afrika, mistete Ställe mit aus, lernte, dass so manche Tierarten, wie Paviane, richtig aggressiv sein können, andere dagegen völlig friedlich sind – sie durfte Waschbären mit der Hand füttern. Verliebt hat sie sich aber in die putzigen und friedlichen Erdmännchen.

Wenn alles gut geht, darf sie in den kommenden Osterferien mit nach Liverpool, eine Auslandserfahrung, von der andere Ruhrtalente in höchsten Tönen schwärmen. „Es waren so viele unterschiedliche Erfahrungen, aber für alle gleichbedeutend wichtig“, sagt Fiona Rabeneck dankbar.

>> Die neue Bewerbungsphase läuft aktuell

Ruhrtalente ist ein Schüler­stipendien­programm und begleitet Jugend­liche ab der 8. Klasse schul­form­über­greifend mit praktischen Angeboten, regel­mäßiger Unter­stützung sowie indi­vidueller Talent­förderung. Ruhrtalente fördert bis zum Über­gang in eine Berufs­ausbildung oder ins Studium.

Neue aktuelle Bewerbungsfrist endet am Samstag, 12. Februar. Es werden im Sommer und Herbst 2018 noch zwei weitere Auswahlverfahren stattfinden. www.ruhrtalente.de

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