Kaplan Heinrich König

Für den Glauben im KZ Dachau in den Tod gegangen

Auf der Zwischenebene der U-Bahn-Haltestelle Heinrich-König-Platz hängt ein Bild des Kaplans, dessen Todestag sich am 24. Juni zum 75. Mal jährt

Foto: Joachim Kleine-Büning

Auf der Zwischenebene der U-Bahn-Haltestelle Heinrich-König-Platz hängt ein Bild des Kaplans, dessen Todestag sich am 24. Juni zum 75. Mal jährt Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen.   Am 24. Juni 1942 starb Kaplan und Kolping-Präses Heinrich König im KZ Dachau. Es war sein 42. Geburtstag.

Traurige Ironie des Schicksals: Heinrich König starb heute vor 75 Jahren an seinem 42. Geburtstag im Konzentrationslager Dachau. Todesursache waren medizinische Versuche von Nazi-Ärzten, die (nicht nur) an ihm und weiteren mitgefangenen Priestern durchgeführt wurden. Der 75. Todestag des ehemaligen Kaplans der St. Augustinus-Gemeinde und Kolping-Präses sowie der 25. Geburtstag der Heinrich-König-Stele auf dem gleichnamigen Platz – der übrigens seit genau 30 Jahren so heißt – steht im Mittelpunkt des Heinrich-Königes-Tages, den Pfarrgemeinde und Kolpingfamilie am morgigen Sonntag gemeinsam begehen.

Der Tag beginnt um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Propsteikirche St. Augustinus, den Propst Manfred Paas zelebriert. Kirchenmusiker Michael Kampmann und der Kirchenchor Cantate begleiten den Gottesdienst musikalisch. Anlässlich des Todestages von König hat Kamphaus ein neues Lied komponiert.

Gemeinde pilgert nach der Messe zur Stele

Nach dem Gottesdienst pilgert die Gemeinde den kurzen Weg zur Stele, um am Mahnmal inne zu halten. Anschließend trifft man sich zum Frühschoppen im Augustinus-Stübchen. Kolping-Bezirksvorsitzender Klaus Wehrhöfer sagt: „Meine Botschaft ist: Damals gab es keine Meinungsfreiheit. Für seinen Glauben ging Heinrich König in den Tod.“ Der Priester, der seit 1935 in Gelsenkirchen gewirkt hatte, wurde in der unseligen Zeit des nationalsozialistischen Regimes denunziert. Weil er, so ist es überliefert, im Gespräch mit einem Soldaten seine Meinung gesagt hatte – keine, die den Nazi-Schergen schmeichelte.

Am 30. September 1941 von der Gestapo verhaftet

Am 30. September 1941 wurde König von der Gestapo zur Vernehmung einbestellt und noch am selben Tag verhaftet. Man warf dem Geistlichen „Wehrkraftzersetzung“ vor. Bis zum 2. Dezember war Heinrich König im Gelsenkirchener Polizeigefängnis. Dann wurde er ins KZ nach Dachau gebracht, wo er am 5. Dezember 1941 eintraf – und am 24. Juni starb.

Dabei: „Heinrich König war ja kein Widerstandskämpfer, der nachts Plakate geklebt hat“, sagt Klaus Wehrhöfer. Er sei einfach nur aufrichtig und fest im Glauben gewesen.

Flyer skizziert den Lebensweg von Heinrich König

Der Leitspruch des Kaplans: „An den Armen, Schwachen, Niedern will ich dienend Gott erwidern, was er liebend mir getan.“ Der Satz steht auf dem Flyer, den Karl-Heinz Rotthoff in Zusammenarbeit mit Propst Paas erstellt hat und der rechtzeitig zum 75. Todestag in der Augustinus-Kirche ausliegt. Der Flyer skizziert den Lebensweg Königs bis hin zu seiner letzten Ruhestätte in der Propsteikirche. Von der Priestergruft auf dem katholischen Altstadtfriedhof war die Urne am 18. Mai 1989 in die Kirche überführt worden – von Kardinal Franz Hengsbach.

Noch plätschert nichts am Platz vor der Kirche

Eigentlich ist das Fontänenfeld auf dem Heinrich-König-Platz betriebsbereit. Seit Monaten ist die Platzoberfläche fertig, am 12. Mai wurde offiziell Einweihung gefeiert. Die Sonne brennt, Abkühlung jeglicher Art gern gesehen. Nur: Es sprudelt bislang nichts neben dem Georgshain. Vertreter der zuständigen städtischen Referate, lautet die Erklärung, hätten bislang nicht zu einem Termin für die Abnahme zusammengefunden. Nun, das soll sich jetzt ändern, verspricht ein Satdtsprecher. Kommende Woche soll Abnahme sein. Danach heißt es: Wasser marsch. Hoffentlich.

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