Europawahl

Fünf Gelsenkirchener Schulen nutzen Juniorwahl-Projekt

Wahlwerbespots gehören zum Infomaterial für die Schulen zur Vorbereitung. Die Antoniusschulenimmt zum zweiten Mal an der Juniorwahl teil. 

Wahlwerbespots gehören zum Infomaterial für die Schulen zur Vorbereitung. Die Antoniusschulenimmt zum zweiten Mal an der Juniorwahl teil. 

Foto: Oliver Mengedoht

Gelsenkirchen.   Beim Bundesprojekt „Juniorwahl“ wird ab 14 Jahren gewählt. Fünf Schulen in Gelsenkirchen machen ihre Schüler damit fit für Europa und Demokratie.

„Sie gehen wirklich wählen?“ Der Achtklässler ist aufrichtig überrascht, dass seine Lehrerin Sabine Siegert das vorhat. Wählen zu gehen ist für viele in der Klasse nichts Selbstverständliches. Auch in der Klasse 10 der Antoniusschule von Sabine Sarb-Vogel, die gerade die Kernanliegen der Parteien mit ihrer Klasse aus Werbespots herausgefiltert hat, gehen viele der Eltern nicht zur Wahl.

Jugendliche sollen die Relevanz verstehen

„Gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir dazu informieren. Damit die Jugendlichen verstehen, wie wichtig es ist. Dass ihre Stimme zählt“, erklärt Sabine Sarb-Vogel. Die Antoniusschule nimmt – wie auch vier andere Schulen in Gelsenkirchen – an der Juniorwahl teil. Für das bundesweite Projekt bekommen die teilnehmenden Schulen entsprechendes Informationsmaterial geliefert: zum Aufbau der EU, zu Kompetenzen und zu Parteien inklusive Wahlwerbespots. „Diesmal gibt es das Material auch in verschiedenen Schwierigkeitsstufen, so dass auch für uns als Förderschule geeignetes Material dabei ist“, freut sich die Lehrerin. Sabine Siegert hat die Erfahrung gemacht, dass die Schüler in der Wahlwerbung oft das Konkrete vermissen, den Bezug zu ihrem eigenen Leben.

Die Antoniusschule beschränkt ihre politische Bildung nicht auf die Juniorwahl: Nächste Woche folgt ein Demokratiespiel samt Bürgermeisterwahl. „Das Gefühl, selbst was tun zu können, mitbestimmen zu dürfen, davon sind sie sehr begeistert“, erzählt Sabine Siegert von ihren Erfahrungen mit dem Demokratiespiel.

Info via Instagram und Youtube

Auch das Max-Planck-Gymnasium macht mit bei der Juniorwahl. Lehrerin Sandra Latzke hat hier ergänzend zum Projektmaterial eine Diskussion mit Parteienvertretern organisiert, um Positionen live diskutieren und hinterfragen zu können.

Aber wie informiert fühlen sich diese Schüler jetzt? Und woher beziehen sie normalerweise ihr Wissen? Frieda (14) setzt auf Instagram, Emma sieht sich „die Videos auf Instagram an und Großplakate“, auch wenn die nicht viel aussagen, wie sie findet. Justus (15) nutzt Youtube, um Parteispots anzusehen, Matteo zudem Websites von Parteien und Yannick schätzt den Wahl-O-Mat als Orientierungshilfe. Die meisten Befragten sind eher für eine generelle Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Rebecca (15) findet „es wichtig, dass auch Jüngere einbezogen werden. Die machen sich über andere Dinge Gedanken als ältere.“ Semanur (15) plädiert fürs Wählen ab 16 Jahren, vielleicht mit getrennter Auswertung. „Vorher weiß man noch zu wenig,“ fürchtet sie. Wahlhelfer Cedric (16) hält das Wahlrecht ab 18 Jahren für ausreichend. Dass Wahlen wichtig sind: Das ist hier den meisten klar (geworden).

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