Neugründung

Freie Wähler wollen politisch in Gelsenkirchen mitmischen

Für einen kostenlosen Nahverkehr setzen sich die Freien Wähler ein. Finanziert werden soll er aus dem Soli.

Für einen kostenlosen Nahverkehr setzen sich die Freien Wähler ein. Finanziert werden soll er aus dem Soli.

Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen.   Lokal gibt es jetzt einen Verband der Freien Wähler in Gelsenkirchen. Die Gründungsmitglieder haben Frank Perlik (53) zum Vorsitzenden gewählt.

In Bayern sind sie seit vielen Jahren eine feste Größe und nun auch in Regierungsverantwortung. In Gelsenkirchen zählen die Freien Wähler gerade einmal sieben Mitglieder – aber sie haben bereits den Anspruch, Politik zu bewegen. Vor zwei Wochen gründeten sich die Freien Wähler in der Stadt. Vorsitzender wurde Frank Perlik, 53, aus Ückendorf – wie er selbst sagt ein „politischer Neueinsteiger“, der lange Betriebsratsvorsitzender war und in einem Callcenter arbeitet.

Ralf Herrmann war beim Bürger Bündnis Gelsenkirchen

Kurt Jeßberger ist sein Stellvertreter. Er trat bereits 2013 in Gelsenkirchen für die Freien Wähler als Kandidat bei der Bundestagswahl an. Erfahrung in Ratsgremien bringt Schatzmeister Ralf Herrmann mit. Er war früher für die Linke und später für das BBG, das Bürger Bündnis Gelsenkirchen aktiv. Komplettiert wird der Vorstand durch Sabrina Hein (Schriftführerin) und Kerstin Strauss (Beisitzerin).

Ihr Einsatz für die Abschaffung der Straßenausbaugebühren und Senkung der KiTa-Gebühren hat den Freien Wählern samt Unterstützung für eine entsprechende Online-Petition in Süddeutschland Zuspruch beschert. Perlik sieht seine Wählergruppe offen als „Alternative für eine Politik der Mitte“, die weder den rechten noch den linken Rand stärke, so etwas fehle in Gelsenkirchen, ist er überzeugt.

Kandidat bei den Europawahlen im Mai

„Wir stehen für eine intakte Umwelt, die mit realistischen Mitteln erhalten beziehungsweise verbessert werden soll. Grundvoraussetzung ist ein intelligentes Verkehrskonzept. Dazu gehört der kostenlose Nahverkehr. Statt den Soli abzuschaffen, sollte dieser für den Nahverkehr eingesetzt werden. Das wäre der erste Schritt in die richtige Richtung“, formuliert Perlik Forderungen der Freien Wähler. Er selbst will sich für den lokalen Handel längs der Bahnhofstraße und in Buer einsetzen. „Da muss sich Gelsenkirchen moderner aufstellen.“ Weitere Themen der FW: Ein Rentenniveau über 60 Prozent und ein eine grundlegende Rentenreform sowie „ein angemessener Mindestlohn von 13 Euro“.

Im Mai stehen die Europawahlen an. Hier tritt Perlik als Kandidat an und sieht die FW in Umfragen schon bei „über drei Prozent“.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben