Flüchtlings-Arbeit

Flüchtlinge in Gelsenkirchen wollen ihren Dolmetscher zurück

Sozialdezernent Luidger Wolterhoff (3.v.l.) nimmt gut 350 Unterschriften entgegen, die Samih Almasri (l.), Abdallah Taan und Martina Reichmann (AUF) gesammelt haben, damit Flüchtlinge ihren Dolmetscher zurückbekommen.

Foto: Martin Möller

Sozialdezernent Luidger Wolterhoff (3.v.l.) nimmt gut 350 Unterschriften entgegen, die Samih Almasri (l.), Abdallah Taan und Martina Reichmann (AUF) gesammelt haben, damit Flüchtlinge ihren Dolmetscher zurückbekommen. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   350 Unterschriften zugunsten von Dolmetscher Jamel Kammoua wurden im Hans-Sachs-Haus übergeben. Der Sozialausschuss will die Lage diskutieren.

Jamel Kammoua soll zurück kommen ins Sozialamt. Das wünschen sich viele Flüchtlinge.

Kammoua stammt aus Tunesien, spricht mehrere arabische Dialekte, Deutsch sowie Französisch und hat damit bis Ende vergangenen Jahres vielen Neuangekommenen geholfen, als er für die Stadt noch als Dolmetscher im Einsatz war. Hat sich für die Menschen engagiert, kompetent vermittelt, die Sachbearbeiter entlastet und die Arbeit so in Einzelfällen beschleunigt.

Bis Ende 2016 für seine Dolmetschertätigkeit freigestellt

Damit ist seit Anfang 2017 Schluss. Denn: Jamel Kammoua musste an seinen Arbeitsplatz bei den Stadtwerken zurück. Davon war er bis Ende 2016 für seine Dolmetschertätigkeit freigestellt.

Enttäuschte Flüchtlinge bemängeln, dass sie nun stattdessen lediglich eine Hotline zur Verfügung haben, über die man allerdings nur rein technische Dinge rund um den Aufenthalt klären kann. Das persönliche Gespräch, der menschliche Austausch aber fehlt. Mit Hilfe von AUF haben Mona El Lahib, Abdallah Taan und Samih Almasri jetzt eine Bürgeranhörung auf den Weg gebracht, für die 350 Männern und Frauen unterschrieben haben.

Der Sozialdezernent schaltet sich ein

Verbunden mit ihrem Bürgerbegehren ist der Protest der Flüchtlinge, dass es innerhalb der Stadtverwaltung offensichtlich kein Interesse an der persönlichen Entgegennahme der Unterschriften gab. Bis Sozialdezernent Luidger Wolterhoff ins Spiel kam. „Ich habe von dem Wunsch erfahren und selbstverständlich stehe ich zur Verfügung“, sagte er vor der jüngsten Ratssitzung, als eine Delegation ihm die Petition überbrachte.

Gekümmert und mit den Leuten gesprochen

„Für uns ist völlig unstrittig, dass Herr Kammoua gute Arbeit geleistet hat“, sagte Wolterhoff in der Runde und kündigte an, dass das Thema Dolmetscher in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Soziales und Arbeit (ASA) behandelt werde.

Wie wichtig der persönliche Kontakt sei, machte Martina Reichmann am Beispiel Essener Straße deutlich, wo es zweimal gebrannt hatte. „Die Bewohner waren natürlich beunruhigt.“ Jamel Kammoua habe sich gekümmert und mit den Leuten gesprochen. Was mit einer Hotline nicht funktionieren kann.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik