Einzelhandel

Fleischer-Tradition mit neuer Optik in Rotthausen

In Rotthausen hinter der Fleischertheke: Marion Leimkötter (v.l.), Ulrike Grunau, Astrid Thelen und Svenja Kunze. Die Filiale  wurde kürzlich umgestaltet und diese Woche wiedereröffnet.

Foto: Olaf Ziegler

In Rotthausen hinter der Fleischertheke: Marion Leimkötter (v.l.), Ulrike Grunau, Astrid Thelen und Svenja Kunze. Die Filiale wurde kürzlich umgestaltet und diese Woche wiedereröffnet. Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen-Rotthausen.   2016 übernahm Ridderskamp & Hahn die Thelen-Filialen. Nun wurde der Standort in Rotthausen dem neuen Look angepasst.

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Über Jahrzehnte hing der „Thelen“-Schriftzug über dem Ladenlokal an der Karl-Meyer-Straße. Drei Tage lang war der Metzgerei-Standort geschlossen, Donnerstag wurde Wiedereröffnung gefeiert: Mit besonderen Angeboten und mit neuem „Branding“. Anstrich, Leuchtreklamen, Arbeitskleidung, eben der Gesamtauftritt der Filiale wurde auf „Ridderskamp & Hahn“ getrimmt. Geblieben sind die Akteure hinter der Theke, ein eingespieltes Team aus sieben Frauen: „Die alte Mannschaft ist nach wie vor da, das sind die vertrauten Gesichter. Das ist für viele Kunden wichtig“, sagt Astrid Thelen.

Einstige Konkurrenten, die sich schätzen

Die Namen „Thelen“ sowie „Ridderskamp & Hahn“ stehen in Gelsenkirchen für meisterliches Fleischerhandwerk und lange Tradition. Beide waren lange Jahre Konkurrenten, kennen und schätzen sich. Am 1. November 2016 fanden die Firmen schließlich zusammen – zu diesem Stichtag verkaufte Heinrich Thelen seinen Betrieb an Jürgen Hahn. Mit dem Schritt sicherte Thelen, damals 61 Jahre alt, den Bestand seiner vier Betriebe in Gelsenkirchen und Gladbeck, die er ab 1982 mit seiner Frau Astrid aufgebaut hatte. Da beide Söhne nicht in den Betrieb einsteigen wollten, habe er nach der besten Lösung für die Mitarbeiter gesucht. „Zwei Gute werden zusammen geführt und machen aus dem Guten das Beste“, erklärte Thelen den Schritt, der in Etappen öffentlich sichtbar umgesetzt wurde – nun auch in Rotthausen.

Jürgen Hahn beschäftigt rund 160 Mitarbeiter an zwölf Standorten. Die Thelen-Produktion wurde in die Abläufe der Fleischwarenfabrik GmbH an der Manfredstraße integriert. Um die 40 Mitarbeiter, so Hahn, werde der Standort dann haben – Verwaltung und Fuhrpark inklusive. Thelen selbst blieb mit einem Beratervertrag für Hahn tätig, seine Frau steht weiter in vorderster Reihe im Geschäft. „Es macht nach wie vor Spaß, wenn man sieht, wie es läuft. Und es läuft“, sagt Astrid Thelen. Seit fast drei Jahrzehnten ist sie im Verkauf vor Ort. „Eine lange Zeit, da sieht man die Kinder der Kunden aufwachsen.“

Der „Dicke Heinrich“ bleibt

Thelen-Wurstklassiker wie der „Dicke Heinrich“, eine mehrfach prämierte Fleischwurst, blieben natürlich im Sortiment. Stammkunden wollen bemerkt haben, dass sie etwas anders schmecken als früher. Astrid Thelen zieht zur Erklärung einen einfachen Vergleich heran: „Nehmen sie ein Rezept und geben sie es fünf Köchen. Es wird immer etwas anders schmecken.“

„Ridderskamp & Hahn“ hat seine Filialen optisch einer Verjüngungskur unterzogen – zuletzt beispielsweise in der Fußgängerzone auf der Bahnhofstraße. Der Standort wurde komplett neu gestaltet und durch einen größeren Imbissbereich aufgewertet. Der Look wurde jetzt auch auf den Laden an der Karl-Meyer-Straße 10 übertragen. „Es ist chic und modern geworden“, findet die Metzgersfrau. Nun hat nur noch das Geschäft an der Hauptstraße die alte Thelen-Optik.

>> Fleischwarenfabrik mit Werksverkauf

  • Ridderskamp & Hahn beliefert neben den hauseigenen Metzgereien auch Großhandel und Gastronomie mit über 700 verschiedenen Produkten. In der Fleischwarenfabrik an der Manfredstraße werden über 150 Fleischerzeugnisse hergestellt.

  • In Gelsenkirchen werden sieben Filialen betrieben. Weitere jeweils in Herten, Gladbeck, Bochum und Haltern. Zudem gibt es einen Werksverkauf.

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