Sturmtief Eberhard

Feuerwehr Gelsenkirchen rückt 90 Mal aus

Eine vom Sturm „Eberhard" gefällte Birke liegt neben einem Spielplatz an der Florastraße in Gelsenkirchen-Bulmke-Hüllen.

Eine vom Sturm „Eberhard" gefällte Birke liegt neben einem Spielplatz an der Florastraße in Gelsenkirchen-Bulmke-Hüllen.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen.  Durch Orkanböen war Fernverkehr der Bahn noch Montagnachmittag gestört. Viele Reisende mussten die Nacht in bereit gestellten Zügen verbringen.

Stürmische Zeiten. Mit bis zu 120 Stundenkilometern fegte Sturmtief Eberhard von Sonntagnachmittag bis Montagmorgen durch die Straßen und Parks und „fällte“ so manchen großen Baum. Die 90 Einsätze, die die Feuerwehr – neben den täglichen 150 Rettungsdiensteinsätzen – ausschließlich wegen des Sturms hatte, bezeichnet Daniel Hüwe von der Feuerwehr als nicht „ganz so dramatisch.“

Keine Verletzten in Gelsenkirchen

Es sei zum Glück niemandem in Gelsenkirchen etwas passiert. „Es musste auch kein Gebiet gesperrt werden“, sagt Tobias Heyne, Pressesprecher von Gelsendienste. „Das war kein Vergleich mit Orkantief Friederike im Januar 2018.“ Der Sturm richtete damals in Gelsenkirchen schwere Schäden an. „Aber auch am Sonntag gab es einige Windwürfe. Zum Beispiel im Burgers Park und an der Adenauerallee 115, wo ein richtig großer Baum umkippte.“

Übernachten im Zug

Besonders getroffen haben die Auswirkungen des Sturms die Reisenden, die mit dem Zug unterwegs waren. Sonntagnachmittag hatte die Bahn sowohl den überregionalen als auch den regionalen Betrieb eingestellt. Gestrandet fanden sich viele Reisende an Bahnhöfen wieder, an denen es hieß: Endstation. „Aus Sicherheitsgründen lief nichts mehr“, sagt ein Bahnsprecher aus Düsseldorf. „Wir haben Gutscheine für Taxen und Hotels ausgegeben. Und Züge in die Bahnhöfe gefahren, damit gestrandete Personen zumindest die Nacht im Warmen und Trockenen sitzen konnten.“

Bahnverkehr hat sich wieder normalisiert

Am Montagmittag habe sich dann, was Gelsenkirchen betrifft, der Regionalverkehr wieder normalisiert, teilt die Bahn mit. Anders sah es allerdings mit dem Fernverkehr aus. „Zwei IC-Züge sind ausgefallen. Das betrifft einmal die Strecke Köln-Berlin und die Strecke Stuttgart-Hamburg-Altona.

Deutsche Bahn hält Eingreiftruppen vor

Weil ein Intercity nicht aus Dortmund weiterfahren durfte, kam er auf der langen Strecke natürlich nicht pünktlich in Stuttgart an und konnte somit auch nicht pünktlich aus Stuttgart Richtung Hamburg abfahren.“

Man habe, so der Pressesprecher der Bahn, aus den vergangenen Jahren gelernt. Das „Vegetationsmanagement“ sei 2018 geändert worden. Um Behinderungen durch Stürme entgegenzuwirken, würden Pflanzen und Bäume von der Gleismitte aus gesehen sechs Meter nach links und rechts bodentief zurückgeschnitten. „Außerdem haben wir eine Kettensägenbereitschaft, die sofort ausrückt und herunter gefallene Äste oder umgestürzte Bäume aus dem Weg räumt sowie eine Reparaturtruppe für Oberleitungen“, so die Bahn.

Nach dem Sturm ist vor dem Sturm. Am Mittwoch werden erneut Orkanböen erwartet. „Wir sind immer auf alles vorbereitet“, sagt Daniel Hüwe von der Feuerwehr mit professioneller Gelassenheit.

>> Appell an die Vernunft der Menschen

Immer wieder sehe man Menschen auch bei heftigen Sturmböen in Parks und Wäldern spazieren gehen, sagt Tobias Heyne, Pressesprecher von Gelsendienste. Er appelliert an die Vernunft der Menschen, bei Sturm doch aus Sicherheitsgründen in den eigenen vier Wänden zu bleiben.

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