Twitter-Gewitter

Feuerwehr Gelsenkirchen berichtet auf Twitter von der Arbeit

Die Gelsenkirchener Feuerwehr berichtet auf Twitter am Montag live von ihrer Arbeit.

Die Gelsenkirchener Feuerwehr berichtet auf Twitter am Montag live von ihrer Arbeit.

Foto: Lars Heidrich

Gelsenkirchen.   Anlässlich des Tages des Notrufs informieren 41 Feuerwehren im gesamten Land auf Twitter live von ihrer Arbeit. Auch Gelsenkirchen ist dabei.

12:14 Uhr. „Hilflose Person hinter verschlossener Wohnungstür im Stadtteil #Ückendorf“. 12:15 Uhr. „Chirurgischer #Notfall in #Horst“. 12:21 Uhr. „Internistischer #Notfall in #Rotthausen“. Der Twitter-Kanal der Feuerwehr Gelsenkirchen steht am Montag nicht still. Zum Europäischen Tag des Notrufs machen im gesamten Bundesgebiet Feuerwehren – insgesamt 41 – mit einer Art Live-Berichterstattung in dem sozialen Netzwerk Twitter unter dem Hashtag „112live“ auf ihre Arbeit aufmerksam. Ein digitaler Tag der offenen Tür sozusagen.

Pro Tag rund 130 bis 150 Einsätze

Carsten Jost hat in jedem Fall alle Hände voll zu tun. Der Feuerwehr-Sprecher betreut und bespielt den Kanal alleine. Es gibt Eindrücke vom ganz normalen Arbeitsalltag der Feuerwehr und des Rettungsdienstes. Die müssen nämlich am Tag häufiger ausrücken, als man vielleicht eigentlich denkt. „Wir haben in Gelsenkirchen pro Tag rund 130 bis 150 Einsätze“, berichtet Carsten Jost. Alle kann er dementsprechend natürlich nicht teilen.

Neben Informationen zu aktuellen Einsätzen werden mit vorbereiteten Grafiken zudem Tipps und Tricks gegeben. Wann wählt man die Notrufnummer (112) und wann die des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (116117)? Und wie wird eigentlich ein Notruf überhaupt richtig abgesetzt? Auch die einzelnen Einsatzteams der Feuerwehr, wie zum Beispiel die Taucher oder Höhenretter werden ausführlich vorgestellt.

Followerzahl steigt rasant

Bei den Nutzern kommt die Aktion an. Hatte die Gelsenkirchener Twitter-Seite am Montagmorgen noch rund 1600 Follower, sind es am Mittag bereits über 2100. „Boah, habt ihr eine Schlagzahl“, schreibt ein Nutzer mit Blick auf die zahlreichen Tweets der Feuerwehr. „Die Resonanz ist positiv“, findet auch Carsten Jost, obgleich die Gelsenkirchener Feuerwehr aufgrund der WDR-Serie „Feuer und Flamme“ ohnehin bereits über eine größere Fanbasis verfügt, als es bei anderen Feuerwehren im Land der Fall ist.

Auch Daniel Hüwe, stellvertretender Leiter der Gelsenkirchener Wehr, ist angetan von dem Aktionstag. „Bei solchen bundesweiten Aktionen, versuchen wir natürlich immer, auch mitzumachen“, sagt er. Denn das „Twitter-Gewitter“ der Feuerwehren sei zugleich auch ein gutes Mittel, um Werbung für die eigene Arbeit zu machen und interessierten Nachwuchs zu akquirieren. „Natürlich versprechen wir uns das auch davon“, bestätigt Hüwe. Auch wenn die Lage in Gelsenkirchen nicht derart prekär ist, wie in anderen Städten.

88 Einsätze zwischen 7.30 Uhr und 16 Uhr

16 Uhr: „Über Gelsenkirchen hat sich das #Twittergewitter verzogen“, kündigt Jost das Ende seines Arbeitstages an. Zeit, eine abschließende Bilanz zu ziehen. 88 Einsätze gingen insgesamt ab 7.30 Uhr ein – aufgeteilt auf 74 Einsätze des Rettungsdienstes und 14 Einsätze der Feuerwehr.

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