Tierquälerei

Fahrer traktiert Rennpferd in Gelsenkirchen mit Peitsche

Jochen Holzschuh mit „Heras Traum“ beim Trabrennen im Februar in Gelsenkirchen. 

Jochen Holzschuh mit „Heras Traum“ beim Trabrennen im Februar in Gelsenkirchen. 

Foto: Foto: WAZ / FFS

Gelsenkirchen.  Die Tierschutzorganisation Peta zeigt Jochen Holzschuh an, weil er beim Trabrennen auf sein Pferd einschlägt. Veranstalter verhängt Geldstrafe

Weil er in einem Rennen am 1. Mai in Gelsenkirchen die Peitsche zu heftig eingesetzt hat, ist der Trabrennfahrer Jochen Holzschuh mit einer Geldbuße von 300 Euro bestraft worden. Das bestätigte jetzt auf Anfrage dieser Redaktion Stefan Spieß, Vorsitzender der Rennleitung in Deutschland. Jochen Holzschuh, Berufsfahrer im Trabrennsport und Trainer des Pferdes „Heras Traum“, soll nicht zum ersten Mal gegen die Regeln verstoßen haben, die in Sachen Peitscheneinsatz im Trabrennsport gelten. „Was da auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn passiert ist, ist ganz klar Tierquälerei“, stellt Peter Höffken von der Tierschutzorganisation Peta fest und erstattete Anzeige gegen den Fahrer.

300 Euro wegen Verstoß gegen Vorschriften

Auf der Rennveranstaltung „Großer Preis der König Pilsener/V5-2“ belegte Holzschuh den dritten Platz. Die Rennleitung verhängte die Strafe von 300 Euro wegen unvorschriftsmäßigem Peitschengebrauch im zweiten Wiederholungsfall.

Dieses Verhalten sei wirklich nicht hinzunehmen, findet Höffken. „Jeder Schlag ist einer zuviel“, betont der Fachreferent für Tiere. Solche Verhaltensweise verstießen auch gegen die Regeln des Hauptverbandes für Traberzucht. Und ein derartiger Peitscheneinsatz verstoße offensichtlich gegen das Tierschutzgesetz. „Wenn der Veranstalter schon selbst eine Geldstrafe verhängt, sei das alleine schon bemerkenswert“, so Höffken.

Nicht im Sinne des Verbandes

Stefan Spieß, Vorsitzender der Rennleitung in Deutschland, betont, dass es ein klares Regelwerk für die Fahrer im Trabrennsport gibt, das eingehalten werden muss. „Jochen Holzschuh hat insgesamt sechs, sieben Mal die Peitsche eingesetzt. Die letzten Peitscheneinsätze waren schon sehr heftig, das ist wahr. Deshalb haben wir ja auch selbst eine Strafe verhängt.“ So eine Behandlung eines Pferdes sei nicht im Sinne des Verbandes. „Natürlich haben wir mit Jochen Holzschuh gesprochen. Er darf sich jetzt nichts mehr erlauben, das weiß er auch. Ansonsten wird er für die kommenden Rennen gesperrt.“ In skandinavischen Ländern sei die Peitsche zum Teil ganz verboten. „Da wollen wir hinkommen“, so Spieß.

Holzschuh Dienstag nicht zu erreichen

Peter Höffken: „Wir müssen auch im Pferdesport dicke Bretter bohren, bis wir Tierschutz durchsetzen können, das kennen wir. Aber langsam findet ein Umdenken statt.“ Jochen Holzschuh war für eine Stellungnahme gestern auf seiner Handynummer nicht für die Redaktion zu erreichen und hat auf eine Email bis Redaktionsschluss nicht geantwortet.

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